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Basels neuer Trainer Marcel Koller beim Fussballspiel der Super League FC Basel gegen den Grasshopper Club Zuerich, am Samstag, 4. August 2018 im St.Jakob-Park Stadion in Basel. (KEYSTONE/Melanie Duchene)

Das schelmische Lächeln kann Marcel Koller niemand verübeln. Bild: KEYSTONE

4 Gründe, warum der FCB unter Koller zum Erfolg zurückgefunden hat



Fehlstart in die Super League, Aus in der Champions-League-Qualifikation, viel verspielter Kredit – am Abend des 1. August lag der stolze FC Basel am Boden. Dann kam Marcel Koller – und schaffte es innert Kürze, den taumelnden Riesen zu stabilisieren.

Der Nachfolger von Raphael Wicky und Interimstrainer Alex Frei feierte vier Siege in vier Spielen und verhinderte gestern gegen Vitesse Arnheim – zumindest vorerst – auch, dass der FCB nicht erstmals seit der Saison 2004/05 die Gruppenphase im Europacup verpasst.

Die Stimmen zum Spiel:

Doch wie ist dem 57-jährigen «Wunderwuzzi», wie Koller in Österreich genannt wurde, dieser wundersame Turnaround geglückt? Mit drei kleinen, aber feinen Eingriffen und etwas Hilfe von oben.

Selbstvertrauen vermittelt

Zeit, um der neuen Mannschaft seine Spielidee näher zu bringen, hatte Koller beim FCB bislang kaum. Zu dicht ist der Terminplan mit Super League, Europa-League-Quali und Cup. Nur gerade fünf «normale» Trainingseinheiten standen dem neuen FCB-Trainer zur Verfügung. Also musste er improvisieren und vermittelte den Spielern seine Fussballphilosophie fast ausschliesslich per Video. 

Basel's head coach Marcel Koller during a training session a day before the UEFA Europa League third qualifying round second leg match between Switzerland's FC Basel 1893 and Netherland's Vitesse in the St. Jakob-Park stadium in Basel, Switzerland, on Wednesday, August 15, 2018. (KEYSTONE/Georgios Kefalas)

Auf dem Trainingsplatz hat Koller bislang nur wenig Zeit verbracht. Bild: KEYSTONE

Gleichzeitig führte Koller unzählige Einzel- und Gruppengespräche, in denen er seine Ideen ausführte und die Spieler stark redete. Vor Auswärts- und Heimspielen versammelt er sein Team ausserdem im Hotel, um die Konzentration hoch zu halten. So ist es ihm gelungen, innert kürzester Zeit in die Köpfe der Spieler zu kommen und mental sofort einiges zu bewirken.

«Wir versuchen, die Mannschaft zu stabilisieren, positive Ergebnisse zu holen und den Spielern Selbstvertrauen mitzugeben.»

Marcel Koller

Defensive stabilisiert

Gegen PAOK Saloniki, St.Gallen oder Xamax wirkte die FCB-Hintermannschaft nicht selten wie ein aufgescheuchter Hühnerhaufen. Hier setzte Koller als erstes an: Wegen den fehlenden Trainingseinheiten nimmt er vor allem die erfahrenen Spieler in die Pflicht und lässt einen ergebnisorientierten Defensivfussball spielen. 

Vitesse's Thulani Serero, left, fights for the ball against Basel's Luca Zuffi, right, during the UEFA Europa League third qualifying round second leg match between Switzerland's FC Basel 1893 and Netherland's Vitesse in the St. Jakob-Park stadium in Basel, Switzerland, on Thursday, August 16, 2018. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Koller setzt auf Erfahrung, statt auf jugendlichen Übereifer. Bild: KEYSTONE

Die jungen Wilden müssen derzeit hinten anstehen. Samuele Campo, Dimitri Oberlin oder Aldo Kalulu kommen kaum mehr Zug. Ihnen fehlt das defensive Gewissen oder die Ballsicherheit, die Koller fordert.

Taktische Kniffe angewandt

Wie Koller tickt, zeigt sich auch bei seinen kleinen, aber feinen Eingriffen in die DNA der Mannschaft. Ricky van Wolfswinkel zog er beispielsweise vom Sturmzentrum auf den Flügel, weil der 29-jährige Holländer pflichtbewusst nach hinten mitarbeitet und sich so gut mit Silvan Widmer ergänzt.

Basels Ricky van Wolfswinkel, links, im Kampf um den Ball gegen Sions Ayoub Abdellaoui, rechts, im Fussball Meisterschaftsspiel der Super League zwischen dem FC Basel 1893 und dem FC Sion im Stadion St. Jakob-Park in Basel, am Sonntag, 12. August 2018. (KEYSTONE/Georgios Kefalas)

Ricky van Wolfswinkel hat sich unter Koller zur unverzichtbaren Teamstütze entwickelt. Bild: KEYSTONE

Profitiert hat Koller auch von der Rückkehr von Eder Balanta und Geoffroy Serey Die. So konnte er Fabian Frei wieder ins defensive Mittelfeld beordern und Luca Zuffi eine Position weiter vorne laufen lassen. Beide Ex-Nationalspieler blühen auf ihren angestammten Positionen wieder auf und sorgen dank ihren Vertikalpässen immer wieder für Torgefahr. Taktisch noch flexibler würde der FCB, wenn Koller bis zum Ende des Transferfensters tatsächlich noch zwei neue Spieler holen dürfte, wie derzeit gemunkelt wird. 

Wettkampfglück erzwungen

Frühe und späte Gegentore – unter Raphael Wicky war beim FCB auch der Wurm drin. Für Koller läuft es gerade umgekehrt: Das späte 1:0 bei Vitesse Arnheim, die strittige Rote Karte im Rückspiel, die zwei gehaltenen Penaltys von Jonas Omlin gegen GC – plötzlich rollt der Ball wieder für den FCB.

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Das 1:0 von Ajeti gestern gegen Arnheim. Video: streamable

Beim FCB ist durch Koller der Glaube an die eigene Stärke zurückgekehrt und durch diesen Glauben scheinen die Basler derzeit auch das Wettkampfglück auf ihre Seite zu zwingen. Gegen Zweitligist Montlingen im Cup kann der einstige Serienmeister wohl darauf verzichten, ab nächster Woche, wenn es in der Europa-League-Qualifikation gegen Apollon Limassol weitergeht, hätte Koller aber sicher nichts dagegen, wenn es ihm und seinem FCB wieder hold ist.

Die Karriere von Marcel Koller

Wenn Laien versuchen, Fussball-Begriffe zu erklären ...

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Video: watson/Angelina Graf

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    Alle Leser-Kommentare
  • Ketchum 18.08.2018 06:22
    Highlight Highlight "Verhindete, dass Basel nicht erstmals seit ... die Gruppenphase verpasst". -
    Da war noch ein Satz aus dem Lozärn-Pricht übrig geblieben
    0 0 Melden
  • Pitsch K. Matter 17.08.2018 12:26
    Highlight Highlight Wieso 4 Gründe, wenn es nur einen entscheidenden gibt. Der FCB hat gemerkt das Raphael Wicky ein schlechter Trainer ist.
    12 56 Melden
    • jimknopf 17.08.2018 13:15
      Highlight Highlight Ich denke nicht, dass Wicky ein schlechter Trainer ist. Der Zeitpunkt und die Mannschaft war ungünstig. Einen "Kollegen" als Trainer zu haben finde ich schwierig. Er soll einige Jahren an Erfahrung gewinnen und wird hoffentlich Basel eines Tages wieder übernehmen und an die Spitze führen.
      34 7 Melden
    • leu84 17.08.2018 13:37
      Highlight Highlight Wicky fehlt die Erfahrung als Trainer inder obersten Liga. Als erste Station beim FC Basel anzutreten ist nicht einfach. Wicky war vertraglich gesehen die günstigste Variante. Marcel Koller hat sein Trainerwissen von Grund auf gelernt. Wurde Meister. Hatte auch schon Misserfolge. Von den Schweizer Trainer mit Favre der Beste.
      21 1 Melden
    • Mia_san_mia 17.08.2018 14:23
      Highlight Highlight Ich glaube nicht das Wicky ein schlechter Trainer ist. Basel war einfach no zu früh für ihn.
      28 1 Melden
  • neutrino 17.08.2018 12:21
    Highlight Highlight Sehr guter Artikel! Kleine Anmerkung: aus reglementarischer Sicht war die rote Karte gegen Vitesse glasklar: Sohle voran ins Gesicht - das kann nur rot sein.
    43 5 Melden
  • Triumvir 17.08.2018 12:19
    Highlight Highlight Erfahrung kann halt durch nichts adäquat ersetzt werden. Auf die Jugend zu setzen, ist nicht in jedem Fall ein Erfolgsrezept...Es wäre schön, wenn das auch die Wirtschaft endlich checken würde...Ältere mögen teurer sein als Jungspunte, aber Qualität kostet halt was...
    15 17 Melden
    • meine senf 17.08.2018 15:24
      Highlight Highlight Die richtige Mischung zwischen Erfahrung und "Hunger" ist das Geheimnis.
      Mit nur dem einem oder nur dem anderen oder gar mit Gegeneinander kommt garantiert nichts Gescheites raus.
      7 0 Melden
    • neoliberaler Raubtierkapitalist 17.08.2018 20:00
      Highlight Highlight Ein Verein wie der FCB ist auf Transfereinnahmen angewiesen. Deshalb müssen junge Spieler entwickelt werden, mit dem Nachteil, dass den Verein immer die besten Spieler verlassen. Auf erfahrene Spieler können nur die besten Vereine setzten mit schier unbegrenzten finanziellen Mitteln.
      1 0 Melden
  • Barracuda 17.08.2018 12:13
    Highlight Highlight Die ganz grosse Bestätigung war das definitiv noch nicht. Das ist wieder etwas voreilig. Aussagekräftige Gradmesser hatte Basel bis jetzt jedenfalls nicht. Gegen den bis dahin punktelosen GCZ hat man zwar 4 mal getroffen, hat sich dann aber durch 2 Gegentreffer und Penalty selbst wieder in Gefahr gebracht. Dasselbe Spiel gegen Sion. Und die zwei knappen 1:0 in der EL-Quali gegen einen ebenfalls klar schwächer einzustufenden Gegner, war jetzt auch nicht das Mass aller Dinge.
    47 13 Melden
  • Amboss 17.08.2018 11:38
    Highlight Highlight Cool, dass es dem FCB wieder besser läuft.
    Koller der alte Fuchs weiss halt schon, was zu tun ist.

    Ein Greenhorn als Präsident UND Sportchef UND Trainer war wohl einfach zu viel. Wirft ein schlechtes Licht auf die Übergabe des Vereins, und zwar auf Nachfolger UND Vorgänger.

    Jetzt hoffe ich einfach auf eine EL-Quali des FCB und eine spannende Meisterschaft, hoffentlich mit YB in der CL
    107 8 Melden

Darum bleibt der FC Basel der grösste Schweizer Klub

Als Nicht-Basler kann man den FC Basel nur beneiden. Nach dem 1:7 gegen YB liegt der Verdacht zwar nahe, der Satz könnte mit Zynismus oder Sarkasmus gewürzt sein. Ist er aber nicht. Denn selbst ein 1:7, selbst eine Saison ohne Europacup und Meistertitel zwingt diesen Klub nicht in die Knie.

Gewiss, der Marktwert einzelner Spieler wird zusammensacken wie ein abgekühltes Soufflé. Die Transfererlöse werden einbrechen. Wahrscheinlich wird im Verlauf der Saison weiteres Personal ausgetauscht. …

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