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Lappland spürt Klimawandel: Rentiere rennen Richtung Süden

Rentiere und ihre Hirten bekommen die Auswirkungen der globalen Erwärmung zu spüren. Auf der Suche nach Nahrung zieht es die Tiere immer weiter in den Süden.
30.12.2021, 05:1330.12.2021, 08:14

In der Landschaft im äussersten Norden Europas gibt es mehr Rentiere als Menschen (schätzungsweise etwa 200'000 zu knapp 184'000). Die Rentiere bewegen sich in freier Wildbahn, sind aber in Besitz der ungefähr 40'000 Samen, die indigene Bevölkerung Lapplands.

Rentiere leben seit Urzeiten im hohen Norden. Hohe Temperaturunterschiede machen den Tieren nichts aus. Das Klima hingegen macht den Tieren immer mehr zu schaffen.

Bild: sda

Auf der Suche nach Nahrung sind in den letzten Tagen Tausende Rentiere Richtung Süden gezogen. Etwa 8000 der Tiere legten Strecken von bis zu 100 Kilometern zurück, berichtet ein Züchter der BBC.

Die Nahrung der Tiere liegt derzeit unter einer dicken Eisschicht, was das Grasen unmöglich macht. Schnee können Rentiere einfach zur Seite schieben und die Pflanzen darunter fressen. Bei Eis ist das nicht möglich. «Rentiere können kein Eis durchdringen, so suchen sie nach Flächen, wo nur Schnee liegt», erklärt Jouko Kumpula, ein leitender Wissenschaftler des finnischen Instituts für Naturressourcen.

bild: shutterstock

Rückholaktion gestaltet sich schwierig

Die Züchter haben nun rund um die Uhr damit zu tun, die Rentiere ausfindig zu machen. «Wir fahren Stunden um Stunden, um unsere Rentiere zu finden und wieder nach Hause zu treiben, aber das ist bei diesen winterlichen Bedingungen ziemlich schwierig». Lappland umfasst den nördlichen Teil von Finnland, aber auch Regionen in Schweden und Norwegen.

Die Rückholaktion sei nicht nur zeitaufwändig, sondern auch teuer, da man für die Suche Hubschrauber einsetzt, erklärt ein Züchter. Um zu vermeiden, dass noch mehr Tiere Richtung Süden flüchten, habe man begonnen, die Tiere zu füttern.

Schnee schmilzt immer früher

Mittlerweile komme es dem Bericht zufolge immer häufiger vor, dass der Schnee früher schmilzt, was zu harten Eisplatten führt und die Nahrungsaufnahme der Tiere verhindert. «Normalerweise gab es solche Winter nur einmal in 30 Jahren, aber es scheint, dass sie aufgrund des Klimawandels immer häufiger vorkommen», sagt der finnische Wissenschaftler Kumpula.

Bereits im Winter 2019/2020 kostete das eisige Winterwetter rund 15'000 Rentieren das Lebe, wie finnische Viehzüchter berichteten.

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30 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Rethinking
30.12.2021 06:48registriert Oktober 2018
Wieder was gelernt…

Schon faszinierend. Wegen der Erwärmung schmilzt der Schnee und es bildet sich Eis…

Nicht gerade etwas dass ich mir einfach so vorstellen konnte. Zu warm für Schnee aber genug kalt für Eis…

Man hat nie ausgelernt…

Da wird wohl noch so einiges auf uns zukommen, dass wir „Normalbürger“ uns nicht vorstellen können…
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egemek
30.12.2021 08:51registriert Mai 2016
Panikmacherei! In ein paar Jahren ist der Schnee und das Eis ganz weg, dieses Problem löst sich also von selbst...

*sarkasm off*
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