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Die 1955 in der ungarischen Kleinstadt Kisújszállás geborene Wissenschaftlerin Katalin Karikó mit Blumen, die sie wahrlich verdient hat. bild: via twitter/katalinkariko

Die Mutter des Covid-19-Impfstoffs und ihre lange Geschichte der Zurückweisung

20 Jahre lang hat niemand an Katalin Karikós Forschungen geglaubt, weitergemacht hat die Biochemikerin trotzdem. Dank ihrer Beharrlichkeit haben wir nun einen Impfstoff gegen Covid-19. Den Nobelpreis dafür will sie aber trotzdem nicht unbedingt.



«Wenn wir mit einem Zweifel, einem Problem konfrontiert sind und nicht weiterkommen, müssen wir über mögliche Lösungen nachdenken. Jede Diskussion in unserem Leben sollte mit der Frage enden: Was kann ich ändern?»

Katalin Karikó zu «Corriere Del Ticino»

Katalin Karikó hat sich noch nie darauf versteift, was andere denken oder tun. Hätte sie es getan, würde sie heute nicht als die Mutter der mRNA-Technik gefeiert.

Es ist jener unerschütterliche Glaube an die Sache und an die eigene Fähigkeit, eines Tages ihre Nützlichkeit beweisen zu können. Diese stille Beharrlichkeit, die nichts braucht ausser Zeit und immer wieder neuen Anläufen, die Karikó zu einer so wahrhaften Wissenschaftlerin machen.

Ein bisschen erinnert sie an Marie Curie, wie sie abgeschieden von den anderen Menschen, «und nur von der einen einzigen Sache erfüllt», an ihrem Radium herumforschte.

(Original Caption) Madame Curie (1867-1934), noted physical chemist, poses in her Paris laboratory. Undated photograph.

Marie Curie in ihrem Labor in Paris. Bild: Bettmann

Karikós Labor ist zwar keine Kreuzung zwischen Stall und Kartoffelkeller, doch auch sie stammt wie Curie aus einfachen Verhältnissen.

«Die ersten zehn Jahre meines Lebens verbrachte ich in einem Haus, das kein fliessend Wasser, keinen Kühlschrank und keinen Fernseher hatte. Ich wusste nicht einmal, dass man anders leben konnte. Ich dachte, jeder lebt so.»

Katalin Karikó zu «Corriere del Ticino»

88 Jahre liegen zwischen den Geburtstagen der beiden Frauen, die eine wird in Polen – das zu jener Zeit nicht mehr war als die westlichste Provinz des Russischen Zarenreiches –, die andere 1955 in Ungarn geboren, zwei Jahre nach Stalins Tod.

Und wer weiss, vielleicht wird der Nobelpreis für Chemie die Wissenschaftlerinnen bald wieder verbinden. Denn wenn jemand im laufenden Jahr den letzten Willen Alfred Nobels erfüllt und der Menschheit den grössten Nutzen erbracht hat, dann war das wohl Katalin Karikó. Auf ihren Forschungen basieren die Covid-19-Impfungen von Pfizer-BioNTech und Moderna.

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Der schwedische Chemiker Alfred Nobel (1833–1896) ist der Erfinder des Dynamits sowie Stifter und Namensgeber des Nobelpreises. Insgesamt wurden ihm 355 Patente erteilt. bild: wikimedia

Als sie ein kleines Mädchen war, verbrachte sie viel Zeit in der Metzgerei ihres Vaters, schaute sich die Herzen, Lungen und Bauchspeicheldrüsen der geschlachteten Tiere an.

Sie war geradezu besessen von Körpern und ihren Organen, und dieser kindliche Forschungsdrang wurde allmählich grösser, bis er an der Universität Szeged schliesslich zur unbeirrten wissenschaftlichen Hingabe herangewachsen war.

Dort widmet Karikó ihre Tage einem Biomolekül, von dem sie sich verspricht, dass es eines Tages Viren und Krankheiten besiegen kann. Es trägt den Namen Ribonukleinsäure, kurz RNA. Sie ist die Bauleiterin, die den Plan für Millionen winziger, lebenswichtiger Proteine hat, die sie ihren Arbeitern, den Zellen, schickt, damit diese sie genau nach ihren Vorstellungen herstellen.

Karikós kühner und grosser Traum ist es nun, solche Baupläne irgendwann künstlich herzustellen, um damit die Produktion von beliebigen Proteinen möglich zu machen: Antikörper gegen Infektionen zum Beispiel, Enzyme, um eine seltene Krankheit verschwinden zu lassen – oder Wachstumsfaktoren, um beschädigtes Herzgewebe zu heilen.

Doch dafür muss man dieses Molekül erst gut genug kennenlernen, es braucht noch viele Jahre Zuwendung, ein finanzieller Aufwand, den das biologische Forschungszentrum in Szeged nicht tragen kann. Und für die grossen Pharmakonzerne ist es damals alles andere als ein überzeugendes Forschungsgebiet.

1985 wird ihre Stelle an der Universität gestrichen, Karikó ist 30 Jahre alt und macht sich mit ihrem Mann und ihrer zweieinhalbjährigen Tochter auf nach Amerika.

«Es war ein grosses Risiko. Aber wäre ich in Ungarn geblieben, wäre ich mittelmässig geblieben und bitter geworden.»

Katalin Karikó zu «Le Point»

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Karikó mit ihrem Mann und ihrer Tochter Susan Francia bei den Olympischen Spielen 2012 in London. Francia gewann damals im US-Achter die Goldmedaille, ausserdem ist sie fünffache Ruder-Weltmeisterin. bild: katalin kariko

Sie verkauft ihr Auto auf dem Schwarzmarkt, versteckt die dafür bekommenen 1200 Dollar im Teddybären ihrer Tochter und reist mit ihrer Familie an die Ostküste der Vereinigten Staaten. Sie setzt ihre mRNA-Studien an der Temple University in Philadelphia und später an der University of Pennsylvania fort. Doch für viele ihrer Kollegen grenzt ihre Vision an eine Wahnvorstellung:

Sie will einen kleinen Teil des Bauplans des zu bekämpfenden Erregers im Labor herstellen, ihn in die Zellen hineinschmuggeln, damit nach eben diesem Bauplan Proteine hergestellt werden, die dann wiederum vom Immunsystem als fremd und damit gefährlich erkannt werden. So wird eine Abwehrreaktion provoziert.

Doch wie wollte sie den menschlichen Organismus dazu bringen, diese künstlichen Moleküle erst einmal zu akzeptieren? Diese potentiell schädlichen Informationen von aussen nicht vorzeitig abzustossen und zu bekämpfen?

Niemand glaubte daran, dass dies möglich sei. Und die unzähligen gescheiterten Versuche schienen den Zweiflern recht zu geben: Karikós synthetische RNA wird von den natürlichen Abwehrkräften immer wieder zerstört, bevor sie ihre Zielzellen erreicht.

Der Körper wittert den chemischen Eindringling – und zieht gegen ihn ins Gefecht. Und alles, was am Ende bleibt, ist ein verwüstetes Schlachtfeld mit der einsamen Karikó drauf. Da steht sie und analysiert das Geschehene, müde und angeschlagen, aber noch nicht bereit, den Krieg aufzugeben. Die nächste Schlacht würde sie gewinnen, mit neuen Soldaten und neuen Waffen ...

«Jede Nacht habe ich gearbeitet und mich um Zuschüsse bemüht, aber es kam immer ein Nein zurück.»

Katalin Karikó zu «Stat»

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Katalin Karikó 1989 in ihrem Labor. bild: katalin kariko

Ein Ultimatum jagt das nächste, bis die Leitung der University of Pennsylvania sie vor die Wahl stellt: Wenn sie sich weiterhin auf jenem verminten wissenschaftlichen Hinterland austoben wolle, dann müsse sie den Pfad zur Professur verlassen. Und Karikó tat es.

Nach sechs Jahren wurde die Generalin degradiert, ihr Gehalt gekürzt. Doch so durfte sie weiterhin mRNA-Krieg spielen, während alle Welt auf die Gentherapie schaute und sich davon den Weltfrieden versprach. Das grosse Humangenomprojekt war inzwischen angelaufen, dessen Ziel die vollständige Entschlüsselung des menschlichen Erbguts war.

Es war das Jahr 1995. Karikó hatte gerade eine Krebserkrankung überstanden – und ihr Mann sass mit einem Visumproblem in Ungarn fest. Und nun auch noch die Herabstufung. Sie hatte daran gedacht, aufzugeben, woanders hinzugehen, etwas anderes zu machen.

Aber sie hatte ihre Seele bereits mit sechzehn einem Konzept verschrieben, das sie vom ungarischen Biochemiker Hans Selye gelernt hatte. In seinem Buch las sie das erste Mal das Wort «Stress» und besonders, wie dieser unerwünschte emotionale Zustand zu vermeiden sei: Seyle schrieb darin, dass die Menschen ihre Zeit nicht auf die Frage «Was wäre, wenn?» verschwenden dürften. Sich nicht mit dem aufhalten sollten, was andere denken oder tun. Denn man könne sie nicht ändern: «Wenn man nicht weiterkommt, lautet die Frage, die man sich stellen muss: Was muss ich anders machen?»

Head of Institute of Exprimmental Research and Surgery Dr. Hans Selye holding up his book Stress Without Distress.  (Photo by John Olson/The LIFE Images Collection via Getty Images/Getty Images)

Der ungarische Biochemiker, Mediziner und Hormonforscher Hans Seyle (1907–1982) entwickelte die Grundlagen der Lehre vom Stress in den 30ern. Bild: The LIFE Images Collection

Karikó machte also weiter mit ihrer mRNA-Forschung, und wenn niemand daran glaubte, dann deshalb, weil niemand darauf gewartet hatte. Niemand würde kommen, ihr auf die Schulter klopfen und sagen: «Katalin, toller Job, den du machst!» Sie würde erst beweisen müssen, dass das, worin sie so viel Zeit investiert hatte, richtig war. Und dass es besser werden würde.

«Wenn die Leute es nicht verstehen, liegt es vielleicht daran, dass ich mich nicht gut genug erklären konnte. Also muss ich mich besser erklären, ich muss mehr Experimente machen und selbstbewusster werden.»

Katalin Karikó zu «Corriere Del Ticino»

1998 begegnet sie dem Immunologen und Biochemiker Drew Weissman auf dem Gang der Universität. Ein mRNA-Gläubiger wie sie, der an einem Impfstoff gegen HIV arbeitet. Fortan teilen sich die beiden das Labor und die Gedanken. Die Generalin hatte endlich einen Gefährten gefunden. Und zusammen würden sie den Krieg gewinnen.

Jeder Strang der mRNA besteht aus vier molekularen Bausteinen. In der von den Forschern modifizierten Form gab es allerdings einen Baustein (Uridin), der stets alles durcheinanderwarf, indem er dem Immunsystem jene unerwünschten Warnsignale gab. Ein Maulwurf also, der dem Gegner den Schlachtplan verriet. Ihn galt es zu neutralisieren. Karikó und Weissman tauschten ihn also gegen einen vertrauenswürdigen Soldaten (Pseudouridin) aus, der es tatsächlich zu Wege brachte, sich im Schutze der Dunkelheit unbemerkt ins Lager des Feindes zu schleichen.

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Weissman erhielt gemeinsam mit Katalin Karikó den Rosenstiel Award 2020, ein Wissenschaftspreis, der die medizinische Grundlagenforschung fördert. bild: wikimedia

2005 hatten die beiden Forscher eine hybride mRNA geschaffen, die vom Körper toleriert wurde. Und es geschah, was gern passiert, wenn ein morsch geglaubter Forschungszweig entgegen aller Erwartungen nicht abbricht und stirbt, sondern zu neuem, segensreichen Leben findet: Die frisch herangereifte Frucht wurde sofort verkauft.

Karikó und Weissman erhielten zwar Forschungsgelder, sie gründeten sogar eine eigene Firma, doch ihr Vorhaben einer konkreten Medikamenten-Entwicklung scheiterte, weil die Universität das Patent auf ihre bahnbrechende mRNA-Technik inzwischen an Epicentre Biotechnologies, einen amerikanischen Hersteller molekularbiologischer Produkte, veräussert hatte.

«Wir waren wütend», sagt Karikó zum französischen Wochenmagazin «Le Point», «Epicentre hat sogar versucht, uns eine Unterlizenz für dieses Patent zu verkaufen! Üblicherweise wird die Lizenz eines Patents an seine Erfinder vergeben. Schliesslich wussten wir mehr über mRNA als jeder andere und konnten am meisten damit anfangen, aber die Universität schien das nicht so zu sehen.»

Der kanadische Zellbiologe Derrick Rossi hingegen wusste genau, was Karikó geleistet hatte. Als er von ihren Studienerfolgen las, war er Postdoc an der Stanford University. Heute ist er Harvard-Professor und Mitbegründer des Biotechnologie-Unternehmens Moderna mit Sitz in Cambridge, Massachusetts. Im Gegensatz zu Karikó fand er starke Geldgeber, griff die bahnbrechende mRNA-Technologie der Wissenschaftlerin auf und entwickelte sie weiter.

NEWTON, MA - OCTOBER 20: Derrick Rossi, one of the founders of Moderna, is pictured in his home in Newton, MA on Oct. 20, 2020. Rossi ended his relationship with Moderna in 2014. He wanted to use modified messenger RNA to find a new source of embryonic stem cells. (Photo by Suzanne Kreiter/The Boston Globe via Getty Images)

Derrick Rossi in seinem Zuhause, 2020. Karikós grundlegende Entdeckung werde in so viele Medikamente einfliessen, die der Welt helfen, sagt er. Dafür habe sie den Nobelpreis verdient. Bild: Boston Globe

Karikó hingegen stieg 2013 bei BioNTech ein, dem Mainzer Konkurrenz-Unternehmen von Moderna. Sie wurde dessen Senior Vice President, damals hatte die Firma allerdings noch nicht einmal eine Website.

Doch als sie dann im November 2020 verkünden konnten, dass ihr mit Pfizer gemeinsam entwickelter Impfstoff eine 95-prozentige Wirksamkeit gegen Covid-19 biete, erreichte ihr Marktwert 25 Milliarden US-Dollar (22,6 Milliarden CHF). Es folgte die Zulassung, die einige Wochen später auch Moderna für ihren vergleichbar aufgebauten Impfstoff erhielt.

Syringes filled with doses of the Pfizer-BioNTech Covid-19 vaccine at a large scale vaccination site in Sacramento, California, U.S., on Thursday, Feb. 4, 2021. California reported 10,501 new cases Wednesday, compared with more than 50,000 a month ago. Photographer: David Paul Morris/Bloomberg via Getty Images

Spritzen gefüllt mit Dosen des Covid-19-Impfstoffs von Pfizer-BioNTech. Bild: Bloomberg

Ginge es nach Rossi, sollte Karikó für ihre mRNA-Forschung den Nobelpreis für Chemie erhalten. Sie selbst kann sich das allerdings nicht so richtig vorstellen. Und wahrscheinlich will sie es auch gar nicht, denn trotz all des Rummels, der nun um sie gemacht wird, bleibt sie im Grunde ihres Herzens eine Wissenschaftlerin, die das Rampenlicht scheut, die gar nicht so gern darüber reden mag, was sie erreicht hat, sondern sich lieber dem widmet, was es noch zu tun gibt.

Denn Wissenschaft, davon ist sie überzeugt, sollte niemals zurückblicken. Und diejenigen, die in ihrem Dienste stehen, sollten sich nicht auf die Jagd machen nach Ruhm und reichen Belohnungen. Oder wie es Marie Curie einst ausdrückte:

«Wir dürfen nicht hoffen, eine bessere Welt zu erbauen, ehe nicht die Individuen besser werden. In diesem Sinn soll jeder von uns an seiner eigenen Vervollkommnung arbeiten, indem er auf sich nimmt, was ihm im Lebensganzen der Menschheit an Verantwortlichkeit zukommt, und sich seiner Pflicht bewusst bleibt, denen zu helfen, denen er am ehesten nützlich sein kann.»
Marie Curie

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