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Keine Flugausfälle durch Warnstreik der Ryanair-Piloten



Der erste Pilotenausstand in der Geschichte von Ryanair hat keinen einzigen Flugausfall gebracht. Es kam aber zu einigen Verspätungen. Der vierstündige Warnstreik war auf Deutschland beschränkt.

Als Folge des Ausstands waren am Freitag 9 der 36 geplanten Morgenflüge von deutschen Flughäfen verspätet gestartet, wie die Fluggesellschaft in Dublin mitteilte. Die Airline entschuldigte sich bei ihren Kunden für die Verspätungen und kritisierte die Aktion der Piloten erneut als «unnötig».

Die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) sieht den Warnstreik dennoch als Erfolg an, weil Ryanair Ersatzpiloten nur mit hohem Aufwand habe herbeischaffen können. «Die fehlen jetzt woanders», erklärte VC-Chef Markus Wahl.

Druck erhöhen

Insgesamt sei man mit der Beteiligung wie mit der Wirkung zufrieden. Man habe ohnehin aus rechtlichen Gründen nur die festangestellten Kollegen zum Ausstand aufgerufen, diese machten nur rund die Hälfte der 400 in Deutschland stationierten Ryanair-Piloten aus. «Wir wollten den Druck auf Ryanair erhöhen, und das ist auch beim Management angekommen», meinte Wahl.

Am grössten deutschen Flughafen in Frankfurt schien die Aktion am Morgen weitgehend zu verpuffen, dort wurden die sechs geplanten Flüge wie gewohnt abgefertigt. An anderen Ryanair-Flughäfen wie Berlin oder Köln-Bonn wurden teils mehrstündige Verspätungen angekündigt. Ryanair selbst erklärte, dass man am Freitag erwarte, alle geplanten Flüge von deutschen Flughäfen ausführen zu können.

Erleichterung und Verständnis

Die Passagiere in Frankfurt reagierten erleichtert, zeigten aber auch Verständnis für den Arbeitskampf. «Richtig entspannt bin ich erst, wenn das Flugzeug startet», sagte beispielsweise Antonino Salviati, der mit Frau und zwei Kindern im Alter von neun Jahren und zehn Monaten auf dem Weg zu Familienangehörigen in Sizilien war. «Meine Frau war gestern kreidebleich.» Seitdem Air Berlin nicht mehr fliege, habe er ständig Probleme mit Flügen, nicht nur mit Ryanair.

Luisa Wagner aus der Nähe von Eisenach war von Frankfurt aus mit der Familie ihres Freundes unterwegs für Weihnachtsferien in Lissabon. «Wir fliegen erst nach 9.00 Uhr und waren guter Hoffnung, dass das klappt.» Sie hat Verständnis für den Warnstreik der Piloten: «Die werden einen guten Grund haben. Es ist ihr gutes Recht zu streiken.»

Es war der erste Ausstand in der Geschichte des 1985 gegründeten Billigfliegers Ryanair, der inzwischen die höchsten Passagierzahlen in ganz Europa aufweist. Es geht um bessere Arbeitsbedingungen und höhere Gehälter in dem bislang gewerkschaftsfreien Unternehmen.

Kein Streik an Feiertagen

An den Weihnachtsfeiertagen selbst will die VC nicht streiken und auch nicht mit Ryanair weiterverhandeln. «Jetzt feiern wir erstmal Weihnachten wie alle anderen auch», sagte Wahl. Nach dem Fest werde man jedoch erneut mit Ryanair über die Voraussetzungen der für den 5. Januar in Frankfurt angesetzten Verhandlung sprechen.

Ryanair hatte bei einem ersten Gespräch am Mittwoch in Dublin zwei Mitglieder der VC-Verhandlungskommission abgelehnt, weil es sich um ehemalige Piloten handelte, die sich in Arbeitsgerichtsprozessen mit dem Unternehmen befinden.

Die VC hatte darauf das Treffen abgebrochen - man lasse sich vom Arbeitgeber nicht vorschreiben, mit wem dieser verhandeln wolle. Dies gelte auch für die nächste Runde.

Die Piloten organisierten ihre Aktionen europaweit. Der vierstündige Warnstreik war aber auf die deutschen Standorte beschränkt. Nach Angaben der VC gibt es bereits in Irland, Portugal, Spanien, Italien, den Niederlanden, Schweden und Deutschland öffentlich bekanntgemachte Tarifkommissionen. In Irland hat Ryanair die dortige Gewerkschaft Impact schriftlich als Interessenvertretung anerkannt. (sda/dpa)

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