Russland
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Wladimir Putin hat gerade die Krim-Brücke eingeweiht – am Steuer eines Lkw



Vier Jahre nach der Annexion der Krim hat Russlands Präsident Wladimir Putin am Dienstag eine Brücke zwischen der ukrainischen Schwarzmeerhalbinsel und dem russischen Festland eingeweiht.

Der Staatschef fuhr mit einem orangefarbenen Transporter gefolgt von mehreren weiteren Lkw über die 19 Kilometer lange Brücke über der Meerenge von Kertsch, wie Fernsehsender live berichteten. Von Russland aus war die Krim bislang nicht über einen direkten Landweg zu erreichen gewesen.

Die Brücke verläuft zwischen Taman und Kertsch.

Putin eröffnete zunächst nur den vierspurigen Autoteil der Brücke, Ende 2019 soll noch eine zweigleisige Eisenbahnstrecke hinzukommen. Putins Sprecher Dmitri Peskow sprach von einem «symbolisch bedeutsamen Tag» und erinnerte daran, dass der Bau auf eine persönliche Initiative des Präsidenten zurückgehe.

Wladimir Putin am Steuer – ohne Sicherheitsgurt, wohlgemerkt. 

Ukraine verurteilt Einweihung der Brücke

Die ukrainische Regierung hat die Einweihung der neuen Brücke zwischen der Krim und dem russischen Festland als Verstoss gegen das Völkerrecht verurteilt. «Die russischen Besatzer (...) treten weiter das Völkerrecht mit Füssen», sagte der ukrainische Ministerpräsident Wolodimir Groisman der Nachrichtenagentur AFP. Russland werde dafür «einen sehr hohen Preis bezahlen» müssen.

Parliament speaker Volodymyr Groisman attends a parliamentary session in Kiev, Ukraine, Tuesday, March 15, 2016. Ukraine's president is considering the country's finance minister as a possible replacement for embattled Prime Minister Arseniy Yatsenyuk amid talks to end a drawn-out political crisis and the parliament may consider this issue after a break in sessions later today.  (AP Photo/Sergei Chuzavkov)

Wolodimir Groisman: Der ukrainische Ministerpräsident verurteilt den Bau der Brücke. Bild: AP/AP

Die Brücke, welche die Krim mit der gegenüberliegenden südrussischen Halbinsel Taman verbindet, ist länger als die Vasco-da-Gama-Brücke in Lissabon und damit nun die längste Brücke Europas.

Gebaut wurde sie von dem Konzern Stroigasmontasch, der dem Milliardär Arkadi Rotenberg gehört - ein enger Vertrauter und Ex-Judo-Partner Putins. Im Februar 2016 hatte die russische Regierung 228,3 Milliarden Rubel (damals 3,4 Milliarden Franken) für das Grossprojekt bereitgestellt. Die Eröffnung sollte spätestens Ende 2018 erfolgen.

Tourismus ankurbeln

Bisher war die Krim von Russland aus nur per Fähre und Flugzeug zu erreichen gewesen. Lebensmittel und andere Waren mussten über die Meerenge von Kertsch auf die Halbinsel gebracht werden, was zu Preissteigerungen und bei schlechtem Wetter auch immer wieder zu Versorgungsengpässen führte. Die Brücke soll auch den Tourismus auf der Krim wieder ankurbeln.

Die Krim war im März 2014 nach einem umstrittenen Referendum von Russland ins eigene Staatsgebiet eingegliedert worden. Die Regierung in Kiew und der Westen sprechen von einer völkerrechtswidrigen Annexion und betrachten die Krim weiter als Teil der Ukraine. Die EU und die USA verhängten wegen der Annexion Sanktionen gegen Moskau. (cma/sda/afp)

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    Alle Leser-Kommentare
  • äti 15.05.2018 21:46
    Highlight Highlight In Russland fehlen weit über 10'000* Brücken. Für das Geld dieser einen hätte man viele bauen können.
    (*10'000 ist meine Schätzung)
  • meliert 15.05.2018 20:27
    Highlight Highlight Eins muss man den Russen lassen; das ging sehr schnell! In dieser Zeit wäre in der Schweiz nicht mal die Baubewilligung gesprochen.
    • Fabio74 16.05.2018 07:03
      Highlight Highlight Das ist halt das Ärgerliche an Demokratie und Rechtsstaat. Projektieren, Finanzierung klären, Grundstücke beschaffen, Planfeststellverfahren, Ausschreibungen machen etc usw
  • Raphael Stein 15.05.2018 19:14
    Highlight Highlight Was für ein unmöglicher Kommentar betreffend den Sicherheitsgurten die Putin nicht umgeschnallt hat.

    Bei Putin gibt es nie Gegenverkehr!
    • Ueli der Knecht 16.05.2018 00:53
      Highlight Highlight Der FSB räumt auch immer erst alle Hindernisse weg. ;)
  • El Vals del Obrero 15.05.2018 18:01
    Highlight Highlight Völlig unabhängig von den streitbaren politischen Hintergründen:

    Zweieinhalb Jahre von Beschluss bis zur Fertigstellung einer 19-km-Brücke sind schon ziemlich schnell.

    Man vergleiche das mal mit gewissen Flughäfen.
    • Fabio74 15.05.2018 19:06
      Highlight Highlight und man vergleiche Diktaturen mit demokratischen Rechtsstaaten
    • The Destiny // Team Telegram 16.05.2018 08:06
      Highlight Highlight @fabio74, billige Ausrede, Der neue Flughafen in Berlin wird nicht fertig weil DE eine Demokratie ist??

      Im Schnitt ist eine Autokratie schneller als eine Demokratie, da der Diskurs Prozess für ein Projekt viel kürzer ist in einer Autokratie.
    • Fabio74 16.05.2018 14:54
      Highlight Highlight @destiny der Flughafen wird nicht fertig aus vielen Gründen.
      Aber in einem Rechtsstaat kommen vor dem Bau diverde Verfahren und Beschlüsse etc zum Zug. Darum sind kann nur eine Diktatur aus dem Nichts was bauen
  • TanookiStormtrooper 15.05.2018 17:54
    Highlight Highlight Wer kann es besser?
    Benutzer Bild
  • Julian Roechelt 15.05.2018 17:02
    Highlight Highlight Wir leben in Zeiten, wo das Bauen einer Brücke als Völkerrechtsbruch eingestuft wird, während das Bombardieren eines Staates ohne Kriegsgrund und -erklärung (Syrien) als etwas völlig Normales gilt.
    Ich zumindest freue mich auf die Eisenbahnverbindung, vor allem der September soll sehr schön sein für Ferien auf der Krim.
    • El Vals del Obrero 15.05.2018 18:27
      Highlight Highlight Die (topografisch einfachere) Eisenbahnverbindung zur Ukraine, welche durch die politischen Ereignisse stillgelegt wurde, wäre für den Anreiseweg aus Westeuropa vorteilhafter gewesen :)
    • Evan 15.05.2018 18:32
      Highlight Highlight Ich denke nicht, dass das was als Völkerrechtsbruch eingestuft wird der Bau der Brücke ist/war...
    • Hierundjetzt 15.05.2018 18:38
      Highlight Highlight Wir leben in einer Zeit, in der auch 4 Jahre nach Annektion eines fremden Staarsgebietes es immer noch Menschen gibt, die keine Ahnung davon haben, wem das Land nach wie vor gehört.
    Weitere Antworten anzeigen
  • m. benedetti 15.05.2018 16:42
    Highlight Highlight Im Gegensatz zu den Golanhöhen und dem Westjordanland, welche von Israel völkerrechtswidrig annektiert wurden, notabene ohne Sanktionen befürchten zu müssen, hat die autonome Krim, welche schon früher zu Russland gehörte, immerhin darüber abgestimmt, ob sie sich von der Ukraine lösen möchten, nachdem deren gewählte Regierung weggeputscht wurde. Da hat der imperialistische veranlagte Westen den Bären zu stark gereizt.
    • Hierundjetzt 15.05.2018 18:42
      Highlight Highlight 😂😂😂

      100% Propaganda. Ist Dir das nicht peinlich?

      Der Golan gehört Syrien
      Die Krim gehört der Ukraine

      Zum 1‘000x nur die Zentralregierung kann Staatsgebiet an einen anderen Staat übertragen. Nicht eine Abstimmung mit 1 Antwortmöglichkeit

      Was denkst Du den warum es den Kanton Jura gibt?

      Erst als die Eidgenossenschaft (Zentralregierung) ja sagt, konnte die Abspaltung von Bern durchgeführt werden
    • Fabio74 15.05.2018 19:10
      Highlight Highlight Die Krim gehörte vor Russland den Türken. Wem die Krim vorher gehörte ist IRRELEVANT. Die Krim wurde mit der Ukraine zusammen souverän und unabhängig. Auch von Russland anerkannt.
      Das Referendum war genau so eine Farce wie jenes in Österreich 1938.
      Auch ein Putsch in der Ukraine durch wen auch immer legitimiert Putin nicht sich Land unter den Nagel zu reissen
      Aber Spannend wie viele sich in Diktaturen wohl fühlen aber hier im bösen verhassten Westen leben (müssen)
    • Yusuke Urameshi 15.05.2018 19:17
      Highlight Highlight Wurde die Krim nicht erst 1783 ein Teil des Russischen Kaiserreiches? Das würde ja bedeuten, dass die Türkei eher Anspruch darauf hat...und vorher waren dort die Mongolen, Skythen oder doch die Tauren?!

      Immer wieder interessant und aufschlussreich, wie man eine völkerrechtwidrige Aktion mit einer anderen legitimieren versucht...immerhin ging es auf der Krim mehr oder weniger unblutig über die Bühne, was man vom Donbass leider nicht sagen kann.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Stachanowist 15.05.2018 16:29
    Highlight Highlight Das ging ja flott. Der Bau der Brücke zeigt, dass RU grosse Aufgaben stemmen kann, wenn es im Interesse der Führung ist. Olympia 2014 und WM 2018 verdeutlichen das weiter.

    Schade nur, dass Annexionen strukturschwacher Territorien (Krim) und langfristig nutzlose Prestige-Events dieses Interesse des Kremls geniessen und nicht Gesundheit und Soziales.

    228.3mia Rubel sprach der Kreml für die Brücke 2016. Das war fast die Hälfte des kompletten Gesundheitsbudgets (2016: 506mia, 2018: 460mia). Für eine Brücke zu einem ohne Not annektierten Gebiet. Eine wahrlich traurige Prioritätensetzung.
    • The Destiny // Team Telegram 15.05.2018 17:43
      Highlight Highlight Die neuen Ziele die Putin bekannt gegeben hat im Mai(?) Dekret sind ziemlich ambitioniert. Denkst du er wird eines davon hinbekommen oder wenigstens eine 30% nachhaltige Verbesserung im Schnitt?
    • Juliet Bravo 15.05.2018 18:41
      Highlight Highlight Gerade autoritäre Führer und Diktatoren waren immer wieder zu grossen Bauvorhaben fähig. Das erstaunt nicht. Aber Gratulation zur Brücke!
    • Raffaele Merminod 15.05.2018 19:46
      Highlight Highlight Sewastopol ist strategisch von enormer Wichtigkeit für die Russen. Egal wie Strukturschwach die Krim ist.
      Die russische Flotte braucht Sewastopol.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Thomas Bollinger (1) 15.05.2018 16:27
    Highlight Highlight Na das sind ja mal gute Neuigkeiten. (Ehrlich)
    • Fabio74 15.05.2018 17:28
      Highlight Highlight Wie schnell man in Diktaturen bauen kann wenn man denn will?
  • Angelo C. 15.05.2018 16:26
    Highlight Highlight Well done...

    Immerhin hat die Krim - ohne Zwang und Gewehrläufen vor den Abstimmungslokalen (!) - ihre Zugehörigkeit zu Russland eigenständig gewählt.

    Kommt hinzu, dass die Bevölkerung der Krim ethnologisch grossmehrheitlich aus Russen und nicht aus Ukrainern besteht.

    Beim Donbass mag das natürlich etwas anders sein, was auch einen Teil der Sanktionen evtl. rechtfertigt.

    Dennoch : was man einst dem Kosovo zugestanden hat (und Katalonien zu wünschen bleibt) hat auch in der Krim mehrheitlich seine Berechtigung.
    • Fabio74 15.05.2018 17:27
      Highlight Highlight Immer noch falsch. Die Abapaltung war illegal. Das Referendum eine Farce und verfassungswidrig
      Im Kosovo ging Krieg voraus.
      Den Katalanen wünscht man klares und sachliches denken und eine einvernehmliche Lösung mit Madrid und keine einseitigen Aktionen
    • nickname2000 15.05.2018 18:20
      Highlight Highlight Kosovo ist eigenständig und nicht annektiert.
    • Fabio74 15.05.2018 19:11
      Highlight Highlight und gibt Putin dann Königsberg in Preussen den Deutschen zurück? Karelien den Finnen? Darf Tschetschenien unabhängig werden?
    Weitere Antworten anzeigen
  • BeatBox 15.05.2018 16:15
    Highlight Highlight So, und jetzt soll mal noch einer sagen, Trump hätte das auch so hingebracht... Trump am Lastwagenfahren, au weia ;-)
    • Fichtenknick 15.05.2018 19:05
      Highlight Highlight Hatten wir schon ;)
      Benutzer Bild

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