Gesellschaft & Politik
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Erich von Däniken mit seinem Tweet über «Homos»

Erich von Däniken mit seinem Tweet über Homosexuelle. Bild: Keystone/Twitter/watson

Erich von Däniken entschuldigt sich nach «Homo-Tweet» – weil ein SP-Politiker einschritt

Nach seinem Tweet über Homosexuelle fegte ein Shitstorm über Pseudowissenschaftler Erich von Däniken. Jetzt entschuldigt er sich mit einem Statement. Auslöser dafür war ein Jungpolitiker, der interveniert hatte.



«Ein Sturm im Wasserglas! Ich freute mich über die vielen Inserate, in denen speziell für Festivals der Homos, Lesben etc. geworben wird. Und fragte mich eher belustigt: Dürfen Normale eigentlich auch kommen? Dabei hatte ich das Wort ‹Norm› im Kopf wie ich es als alter Lateiner in der Schule gelernt hatte. Die ‹Norm› ist eingeengt. Man möge mir verzeihen, wenn ich jemanden verletzt habe. Ich bin mit Schwulen und Lesben genauso Freund wie mit ‹Normalen›. Sehr herzlich – Erich von Däniken»

Diese Nachricht erreichte den Jungpolitiker Dimitri Rougy am Montagnachmittag per Mail. Der 19-Jährige, der für die Sozialdemokraten im Interlaker Grossen Gemeinderat sitzt, hat sich am vergangenen Samstag furchtbar über Erich von Däniken geärgert. Dieser war in Zürich offenbar Zaungast des Pride-Umzugs in Zürich. Als die Schwulen, Lesben, Bisexuellen und Transpersonen an ihm vorbeizogen setzte er einen Tweet ab und erntete dafür einen Shitstorm

Der Tweet des Anstosses

«So etwas geht einfach nicht», sagt Rougy, der selber auch am Pride-Umzug teilnahm. Er ist noch immer empört über von Dänikens unbedachte Aussage. Zuerst habe er prüfen wollen, ob er gegen ihn Anzeige erheben kann. Dann habe er ihn angerufen und zur Rede gestellt. Zuletzt konnte er von Däniken eine schriftliche Entschuldigung abringen.

Dimitri Rougy, Grosser Gemeinderat der SP

Dimitri Rougy

Bild: twitter

Doch so richtig zufrieden ist Rougy damit nicht. Er sagt: «Seine Erklärung des Wortes ‹Norm› und dessen lateinische Herkunft, finde ich nicht gerade überzeugend.» Wenn er auf Twitter nicht falsch verstanden werden möchte, solle er auch nicht unverständliche Aussagen verfassen. Für Rougy bleibt von Dänikens Aussage verletzend, auch wenn er ihm dafür dankt, sich entschuldigt zu haben. Ich möchte von Däniken keine böse Absicht zuschreiben. «Ich glaube, er wusste es einfach nicht besser.»

Von Däniken, vor allem bekannt durch seine pseudowissenschaftlichen Thesen und dem Mystery Park in Interlaken, ist heute 82 Jahre alt. Seine Bücher über sogenannte «Prä-Astronautik» waren teilweise Bestseller und bis heute unterhält er eine grosse Fangemeinde. Derzeit schreibt er wieder an einem neuen Buch und hat für ein Statement zum «Homo-Tweet Vorfall» nur wenig Zeit. Dass es einen Shitstorm gab, habe er gar nicht mitbekommen, sagt er. Er habe es sich abgewöhnt, die Reaktionen auf seine Aussagen zu lesen. Dazu habe er schlichtweg keine Zeit. «Mein Tweet war aber auf jeden Fall nicht diskriminierend gemeint», sagt er und erläutert nochmals, wie er das Wörtchen «Norm» für sich definiert. Mehr Zeit für eine Erklärung bleibt nicht. Er sagt: «Nun muss ich aber zurück an die Arbeit. Ich habe den Kopf gerade ganz woanders.»

Gay Pride in Istanbul

Das könnte dich auch interessieren:

Magic Johnson vs. Larry Bird – ein College-Final als Beginn einer grossen Sportrivalität

Link zum Artikel

Corona International: EU beschliesst Einreisestopp ++ Italien mit 345 neuen Todesopfern

Link zum Artikel

So lief Tag 1 nach Bekanntgabe der «ausserordentliche Lage» für die Schweiz

Link zum Artikel

4 Gründe, weshalb die Corona-Zahlen des BAG wenig mit der Realität zu tun haben

Link zum Artikel

Die Fallzahlen steigen wieder leicht an – so sieht's in deinem Kanton aus

Link zum Artikel

Der Mann, der es wagt, Trump zu widersprechen

Link zum Artikel

Die Schweiz befindet sich im Notstand – die 18 wichtigsten Antworten zur neuen Lage

Link zum Artikel

Qantas will Impfpflicht für Flugreisende

Link zum Artikel

Das iPad kriegt Radar? Darum ist der Lidar-Sensor eine kleine Revolution

Link zum Artikel

Wie ich nach 3 Stunden Möbelhaus von Wolke 7 plumpste

Link zum Artikel

Wie ansteckend sind Kinder wirklich? Was die Wissenschaft bis jetzt dazu weiss

Link zum Artikel

Lasst meinen Sex in Ruhe, ihr Ehe- und Kartoffel-Fanatiker!

Link zum Artikel

Ein Virus beendet Jonas Hillers Karriere: «Es gäbe noch viel schlimmere Szenarien»

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com (umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Analyse

3 Hauptargumente der KVI-Gegner auf dem Prüfstand

Der Kampf um die Konzernverantwortungsinitiative (KVI) tobt unerbittlich. Dabei argumentieren die Gegner auch mit Vorwürfen, die sich bei genauerer Betrachtung als falsch herausstellen. Drei Argumente im Prüfstand.

Im Abstimmungskampf zur KVI gehen die Wogen hoch. Ja-Fahnen zieren jeden zweiten innerstädtischen Balkon, die Initianten machten diese Abstimmung zur teuersten aller Zeiten. Auf der anderen Seite werden die Initianten auf Facebook in einer Verleumdungskampagne als «linke Krawallanten» verunglimpft und Ueli Maurer wird «bei der Arroganz, die hinter dieser Initiative steckt, fast schlecht».

So hart die Bandagen in diesem Kampf sind, so knapp wird wohl auch das Ergebnis werden. Momentan liegen …

Artikel lesen
Link zum Artikel