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Die einen sagen Tee (blau), die anderen Chai (rot). Aber warum? (Handy-Nutzer können die Grafik durch Antippen vergrössern.) grafik: quartz

Warum die Welt nur zwei Wörter für Tee hat

19.01.18, 17:26 20.01.18, 18:12

Mit ganz wenigen Ausnahmen gibt es weltweit nur zwei Arten, Tee zu sagen.

Die eine klingt wie der deutsche Begriff Tee. Das französische thé, das spanische und das englische tea sind weitere Beispiele. Die anderen sind Abwandlungen von Cha. Die Portugiesen etwa sagen chá, die Russen Chay und die Japaner Ocha.

Die unterschiedlichen Verbreitungswege der chinesischen Begriffe Te und Cha zeigt die folgende Grafik des Newsportals Quartz.

Te oder Cha? Beide Begriffe für Tee haben ihren Ursprung in China.

Cha gelangte über den Landweg von China nach Arabien, Russland und Osteuropa. Das chinesische Te hat sich über holländische Seefahrer verbreitet. grafik: quartz

Das chinesische Cha gelangte über die Seidenstrasse in den Westen. In Indien wurde daraus Chay und in arabischen Ländern Shay. Die Russen sagen Chay, die Türken çay.

In Westeuropa, Südafrika und Indonesien hat sich hingegen der Begriff Te aus der südchinesischen Sprache Min Nan eingebürgert. Te entstammt dem Amoy-Dialekt, der in Südchina in Küstenregionen gesprochen wird. Das Schlüsselwort heisst Küste. 

Te entstammt der südchinesischen Sprache Min Nan, die in der Provinz Fujian an der Küste gesprochen wird. grafik: quartz

Holländische Händler brachten die Teeblätter auf dem Seeweg nach Europa. Ihre Haupthäfen in China lagen in der Provinz Fujian und auf Taiwan, wo viele Menschen Min Nan sprechen, also Te statt Cha sagen. In Europa wurde daraus tea, thé oder eben Tee.

Die Holländer brachten die Teeblätter nach Europa. Aus dem südchinesischen Te wurden das niederländische thee, das englische tea und das italienische . grafik: quartz

Eine Ausnahme in Westeuropa stellt Portugal dar, wo sich chá eingebürgert hat

In allen gelb gefärbten Ländern hat sich die chinesische Herkunft Te aus dem Amoy-Dialekt eingebürgert, der in Küstennähe gesprochen wird – und daher von den europäischen Seefahrern übernommen wurde. bild: imgur / bezbojnicul

Die Portugiesen waren bereits vor den Holländern in Asien. Ihr Stützpunkt war Macau in der Nähe von Hongkong, wo die Menschen Cha sagen. Deshalb ist Portugal heute beim Begriff Tee ein Sonderfall in Europa.

Übrigens: Warum die Polen mit herbata oder die Litauer mit arbata weder Te noch Cha sagen, erklärt dieser Artikel.

(oli via quartz)

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10Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • flv 20.01.2018 21:29
    Highlight Dieser Artikel kommt für mich wie bestellt!:)

    Letzte Woche war ich mit einem Arbeitskollegen, der am Arabisch lernen ist, in einem libanesischen Restaurant zu Mittag. Er hat dann auf auf arabisch Tee bestellt, ich habe irgendwie "shay" herausgehört und mich einfach angeschlossen ohne zu wissen, wie Tee auf arabisch heisst. Anschliessend habe ich halbwissend angefügt, dass es weltweit wahrscheinlich nur zwei Wörter für Tee gibt: Tee und Chay/Shay...

    Danke für die Bestätigung!:)
    15 0 Melden
  • Silent Speaker サイレントスピーカー 20.01.2018 08:06
    Highlight Tea if by sea, cha if by land...

    Japan ist eine Inselkette. Es muss also über das Meer nach Japan gelangt sein.
    1 2 Melden
  • Siebenstein 20.01.2018 07:55
    Highlight Danke, dass war wieder einmal sehr lehrreich 🙂👍
    6 0 Melden
  • Hades69 19.01.2018 18:58
    Highlight Die Briten haben Ihre Tee Rituale von Indien abgeschaut in Ihrer Kolonialherrschaft.
    15 7 Melden
    • Hans Franz 20.01.2018 00:03
      Highlight Das ist nicht ganz korrekt. Es war die portugiesische Katharina welche die Teekultur nach England brachte.

      "Ebenfalls überliefert ist, so schreibt es die Biografin Karls II. (König von England) Antonia Fraser, die Bitte von Katharina von Braganza, Infantin von Portugal. Tatsächlich war es Katharina von Braganza, die den Tee nach England bringen ließ. Da sie selbst gerne Tee trank, wurde Tee aus Indien nach England eingeführt und wurde dort zum Getränk der feineren Gesellschaft."
      9 0 Melden
    • daol 20.01.2018 00:30
      Highlight Stimmt nicht. Tee wurde von einer Portugiesin in Grossbritannien eingeführt.
      https://de.m.wikipedia.org/wiki/Katharina_von_Braganza
      4 0 Melden
    • Hades69 20.01.2018 13:16
      Highlight Oh mist hab da was verwechselt.. sorry.
      5 0 Melden
  • Caturix 19.01.2018 18:08
    Highlight Auf französisch ist "un thé" schwarz. Bei grün ist es "thé vert". Alle anderen Kräuter oder Früchte-Tees sind "infusion" ausser in einigen Regionen auch in der CH ist es auch immer "thé" für alle Tees.
    33 2 Melden
    • Silent Speaker サイレントスピーカー 20.01.2018 08:03
      Highlight Früchte- bzw. Kräuter-"Tees" sind streng gesehen auch keine Tees, sondern Aufgüsse aus zerkleinerten Pflanzenteilen (mmmh, appetitliche Formulierung). Steht auch so im Kleingedruckten auf jeder Packung. Da sie aber teeähnlich zubereitet werden, hat sich das so im deutschen Sprachraum so eingebürgert. Ist aber grundsätzlich eine falsche Bezeichnung. Kräuteraufguss oder Früchteaufguss wäre also korrekt. Ich find's noch cool, jemanden zu fragen, ob er/sie einen Pfefferminzaufguss will. 😁
      9 0 Melden
  • ARoq 19.01.2018 17:52
    Highlight Ich habe mir passenderweise beim Lesen ein Aufgussgetränk einverleibt.
    69 1 Melden

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