Anekdoteles
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Anekdoteles

bild: watson

Anekdoteles

Als im Wilden Westen aus der Haut eines Banditen Schuhe wurden



Was ist Anekdoteles?

Abgesehen davon, dass es sich hier um einen ungemein gelungenen Wortwitz handelt, ist Anekdoteles unser Kurzformat für schmissige historische Anekdoten.

Am 16. August 1878 machte sich der Bandit Big Nose George gemeinsam mit seiner Räuberbande an den Gleisen nahe der Kleinstadt Medicine Bow in Wyoming zu schaffen. Der kommende Zug sollte entgleisen, auf dass sie ihn danach tüchtig ausrauben könnten.

Doch als die sieben Gesetzlosen in den Büschen versteckt des Zuges harrten, kamen zwei Bahnarbeiter des Weges. Sie kontrollierten die Schienen – und entdeckten die heimtückische Falle. Der eine lief sofort dem herannahenden Lokführer entgegen, um ihm noch rechtzeitig ein Warnzeichen zu geben. Der Zug stand still, bis die gefährliche Strecke wieder befahrbar war. Indes vermochten die Banditen nicht mehr zu tun, als verdriesslich in ihren Büschen zu hocken. 

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Die Direktoren der Union Pacific Railroad versammeln sich 1866 auf dem 100. Meridian, aus dem später Cozad, Nebraska, etwa 400 km westlich von Omaha, Nebraska Territory wird. bild: wikimedia

Der Vorfall wurde sofort den zuständigen Gesetzeshütern gemeldet. Dort hatte man die Männer schon geraume Zeit im Visier. Und bald gelang es zweien davon, die ruchlose Bande aufzuspüren. Diese versteckte sich im Rattlesnake Canyon, wo Hilfssheriff Robert Widdowfield und Tip Vincent, ein Beamter der Union-Pacific-Eisenbahngesellschaft, die Halunken aufspürten.

Ihr Lagerfeuer mochten sie zwar vorsorglich ausgestampft haben, doch die sterbenden Flammen hauchten ihre rauchige Seele verräterisch in den klaren Nachthimmel. Es dauerte nicht lange, bis der Hilfssheriff vor der ausgemachten Feuerstelle stand, und als er seine Hand darüber hielt, spürte er die Wärme eben noch glühenden Lebens. 

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Big Nose George Parrott – wegen seiner grossen Nase so genannt – war ein Viehdieb und Strassenräuber im Wilden Westen des späten 19. Jahrhunderts. bild: wikimedia

Plötzlich fiel ein Schuss, er kam aus einem der umliegenden Sträucher, und traf Widdowfield mitten ins Gesicht. Vincent rannte noch um sein Leben, bis auch ihn eine Kugel niederstreckte. Dann stoben die Banditen in alle Richtungen davon. 

Jetzt wurden 10'000 Dollar auf ihre Köpfe ausgesetzt. Denn die Männer waren keine gewöhnlichen Viehdiebe und Strassenräuber mehr, sie waren zu Mördern geworden.

Dem Gesetzlosen mit der grossen Nase gelang noch ein letzter Überfall auf einen stinkreichen Händler. Doch eines Tages im Jahre 1880 in Milestown (heute Miles City, Montana), berauscht vom Schnaps, der ihm noch mehr als sonst das Gefühl der Unbesiegbarkeit einzuflössen schien, brüstete er sich mit den Morden an den beiden Gesetzeshütern in Wyoming. Schon bald erreichte dieses forsche Selbstlob auch die Ohren des ortsansässigen Sheriffs, der den verbrecherischen Prahlhals daraufhin festnahm. 

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Rawlins, Wyoming, der Heimat- und Sterbeort des Banditen Big Nose George Parrott um 1880. bild: pre-prowhiskeymen

Man brachte ihn zurück nach Wyoming und steckte ihn in Rawlins ins Gefängnis. Selbstverständlich dachte Big Nose nicht daran, untätig seiner Strafe entgegenzusehen. Er wollte nicht am Galgen enden, und so befreite er sich mit einem Taschenmesser und einem Stück Sandstein aus den schweren Fussschellen. Dann versteckte er sich im Waschraum, bis der Gefängnisdirektor Rankin im Gang auftauchte. Big Nose schlug ihm den Schädel ein, doch dieser wehrte sich tapfer und rief verzweifelt nach seiner Frau Rosa. Sie kam. In der Hand einen Revolver, der den Banditen restlos davon überzeugte, sich stracks wieder in seine Zelle zu begeben. 

Die Geschichte seines Fluchtversuchs war schnell in aller Munde. Wann sollte endlich wieder Ruhe und Ordnung in Rawlins einkehren? Die wütendsten der Bewohner beschlossen, diese eigenhändig wiederherzustellen. Sie stürmten das Gefängnis, hielten dem noch immer zertrümmerten Rankin ein Gewehr unter die Nase, nahmen ihm die Schlüssel ab und zerrten Big Nose aus seiner Zelle. 

Draussen wartete der Lynchmob, 200 äusserst aufgebrachte Menschen. Vor deren Augen knüpfte man den Banditen an einem Telegraphenmast auf, zwei Mal nicht ordentlich. Erst beim dritten Versuch fuhr er nach ungestümen Herumzappeln endlich in Richtung Hölle. Seine Ohren liess er auf dem Boden, das Seil hatte sie während des langen Todeskampfes von seinem Kopf gescheuert. Ein paar Stunden hing er noch da, der leblose Big Nose, bis sich die Ärzte Tomas Maghee, dessen 15-jährige Assistentin Lillian Heath und John Osborne seiner annahmen.

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Dr. Osborne auf einem Jagdausflug. bild: carboncountymuseum

Sie sägten dem Toten unsanft die Schädeldecke auf, um an das kranke Gehirn zu kommen, in welchem solch kriminelle Kräfte gewaltet hatten. Sie fanden indes keine besonderen Spuren seiner Bösartigkeit. 

Dr. Osborne formte eine gipserne Totenmaske von Big Noses ohrenlosem Gesicht und ging dann dazu über, dem Toten die Haut von den Schenkeln und der Brust zu schneiden. Sie ging mitsamt einer Reihe sonderbarer Anweisungen an eine Gerberei in Denver. Zurück kam eine aus der verbrecherischen Haut gefertigte Medizintasche und ein Paar Schuhe.

Death mask of Big Nose George Parrott and shoes made from his skin, on display at the Rawlins National Bank, 1949. Historical Reproductions by Perue.

Die ohrenlose Totenmaske von Big Nose George Parrott und die Schuhe aus seiner Haut, ausgestellt in der Rawlins National Bank, 1949.  bild: 

Zu Osbornes Leidwesen hatten die Gerber Big Noses Nippel nicht wie aufgetragen ins Schuhwerk eingearbeitet. Das hielt ihn indes nicht davon ab, sie mit Stolz geschwellter Brust an seinem Eröffnungsball zu tragen – 1892 wurde der Arzt zum ersten demokratischen Gouverneur von Wyoming gewählt. 

Den Rest der Banditenleiche bewahrte er in einem mit Salzlösung gefüllten Whiskeyfass auf. Ein Weilchen noch experimentierte er an Big Noses armen Überresten herum, bis er ihrer überdrüssig wurde und sie der Erde hinter Dr. Maghees Büro übergab. 

Die Schädeldecke aber bekam die junge Assistentin Lillian Heath. Und als sie die erste Ärztin des Bundesstaates wurde, diente ihr Big Noses halber Knochenkopf mal als Türstopper, mal als Aschenbecher oder Stifthalter auf ihrem ausladenden Bürotisch. 

Carbon County Museum in Rawlins

Dr. Lillian Heath, Wyomings erste Ärztin. bild: carboncountymuseum

Erst am 11. Mai 1950 wurde ein mit menschlichen Knochen gefülltes Fass von Bauarbeitern ausgegraben. Den Einheimischen war sofort klar, dass es sich hierbei um die Überreste von Big Nose handeln müsste.

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Ein lokaler Zeitungsartikel berichtet über die Entdeckung der Überreste von Big Nose George im Jahr 1950 in Rawlins. bild: Carboncountymuseum

Carbon County Museum in Rawlins

Das Whiskeyfass mit Big Noses Überresten. bild: CarbonCountyMuseum

Dr. Lilian Healths Mann brachte die noch immer im Besitze seiner Frau befindlichen Schädeldecke an den Fundort – und siehe da, sie passte perfekt zum unteren Teil, der sich im Whiskeyfass befand. Ein nachfolgender DNS-Test räumte jeden noch verbliebenen Zweifel aus: Bei dem Toten im Fass handelte es sich definitiv um den grossnasigen Banditen George Parrott. 

The two halves of Big Nose George Parrott's skull were briefly reunited in 1950. Lou Nelson, left, was the husband of Dr. Lillian Heath, who had kept the top half since the time of Dr. Thomas Maghee's original post-mortem investigation of Parrott's brain. The bottom half of the skull turned up in a buried whiskey barrel with the rest of the outlaw's bones. On the right is Ben Sturgis. Carbon County Museum.

Die beiden Hälften des Schädels von Big Nose George Parrott wurden 1950 kurzzeitig wiedervereinigt. Lou Nelson, links, der Ehemann von Dr. Lillian Heath, der die obere Hälfte von Parrotts Schädel an den Fundort brachte. bild: Carboncountymuseum

Nur die Medizintasche wurde bis heute nicht gefunden. 

Wahrheitsbox

Die Geschichte von Big Nose George Parrott ist, so schrecklich sie auch anmutet, wahr. Wer sich restlos davon überzeugen will, der mag das Carbon County Museum in Rawlins, Wyoming, besuchen, wo die Schuhe aus Big Noses Haut, der untere Teil seines Schädels und ebenso seine ohrenlose Totenmaske ausgestellt sind. 
Das Seil, mit dem er erhängt wurde, befindet sich zusammen mit der Schädeldecke im Union Pacific Railroad Museum in Omaha, Nebraska.

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Die Schuhe aus Big Noses Haut. bild: carboncountymuseum

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Die untere Schädelhälfte von Big Nose. bild: carboncountymuseum

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13Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Ya Nick 24.07.2018 20:04
    Highlight Highlight Famos geschrieben!
  • Mia_san_mia 23.07.2018 05:57
    Highlight Highlight Ich liebe solche Geschichten 👍🏻
  • Sheez Gagoo 23.07.2018 01:14
    Highlight Highlight Schuhe und Taschen aus der Haut seiner Feinde. Hat Stil.
  • McStem 23.07.2018 00:54
    Highlight Highlight Auch sehr schön der Eintrag in der Eglischen Wikipedia:
    Known for
    Banditry, Murder, being made into a pair of shoes
  • c_meier 22.07.2018 23:00
    Highlight Highlight um es ganz authentisch wie ennetdem Teich zu sagen: Eww...
    aber merci wieder mal für diese Chronik
  • Joe Smith 22.07.2018 21:34
    Highlight Highlight Prahlhans, nicht Prahlhals.
    • Anna Rothenfluh 22.07.2018 21:56
      Highlight Highlight Gefällt dir meine Wortschöpfung nicht? 😉
  • Tekk 22.07.2018 21:26
    Highlight Highlight "Dr. Lilian Healths Mann brachte die noch immer im Besitze seiner Frau befindlichen Schädeldecke an den Fundort – und siehe da, sie passte perfekt zum unteren Teil, der sich im Whiskeyfass befand. Ein nachfolgender DNS-Test räumte jeden noch verbliebenen Zweifel aus"
    Liest sich so als wäre der DNA Test 1950 gemacht worden, was mit Sicherheit nicht stimmen kann.
  • niklausb 22.07.2018 21:01
    Highlight Highlight Brutale Storry, aber interessant.
    Kleine Bemerkung am Rande, jemand wird aufgeknüpft nicht aufgeknöpft.
    • Anna Rothenfluh 22.07.2018 21:05
      Highlight Highlight In der Tat, ist korrigiert, hab Dank!
  • Klangkartoffel 22.07.2018 20:58
    Highlight Highlight "Sie sägten dem Toten unsanft die Schädeldecke auf, um an das kranke Gehirn zu kommen, in welchem solch kriminelle Kräfte gewaltet hatten."

    Das hätten sie später beim Doktor vermutlich auch machen sollen..
    • Frausowieso 23.07.2018 10:55
      Highlight Highlight Die Hirnforschung steckte damals noch in Kinderschuhen. Man dachte damals verständlicherweise noch, dass stark ausgeprägte Charaktereigenschaften durch sichtbare Veränderungen am Hirn entstehen. Einsteins Gehirn wurde auch entnommen, da man dachte, es müsse sich doch von den eines normalen Menschen unterscheiden. So weit ich weiss, wurden davon sogar Stücke davon verkauft. Auch seine Augen wurden entnommen und in einem Tresor gelagert.

      Das mit den Schuhen und der Tasche ist schräg. Aber denk mal daran, dass in gewissen Kirchen Körperteile in den Altaren lagern.
  • lilie 22.07.2018 20:24
    Highlight Highlight Die Geschichte ging übrigens noch weiter: Vor 100 Jahren fand Charlie Chaplin diese Schuhe, nahm sie mit Richtung Klondike und muss sie leider verspeisen, weil er nichts mehr zu essen hatte. Deshalb gibts die Schuhe unterdessen nicht mehr.

    (Das war jetzt ein Eintrag für die "Legendenbox" 😁😉).

    Unglaubliche Geschichte wieder einmal! Die spinnen einfach, diese Amis (schon damals und immer noch...). 😟

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Wer glaubt, für Fremdenfeindlichkeit brauche es Menschen aus fremden Ländern, irrt. Nach dem verlorenen Krieg drängten sich Millionen Flüchtlinge und Vertriebene aus den deutschen Ostgebieten in Rest-Deutschland. Heute gilt ihre Aufnahme als vorbildlich – doch in Wahrheit schlugen ihnen damals Hass und Verachtung entgegen und der offen ausgesprochene Gedanke, nicht nach Westdeutschland, sondern nach Auschwitz zu gehören.

Der Volkszorn kocht, und der Redner weiss genau, was die Leute hören wollen: «Die Flücht­lin­ge müs­sen hin­aus­ge­wor­fen wer­den, und die Bau­ern müs­sen da­bei tat­kräf­tig mit­hel­fen», ruft Josef Fischbacher. Der Kreisdirektor des bayerischen Bauernverbandes giesst kräftig Öl ins Feuer und nimmt sogar das Nazi-Wort «Blutschande» in den Mund.

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