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Krankenkassenprämien: Bundesrat will Zahl der Franchisen und die Rabatte senken



Der Bundesrat räumt bei den Krankenkassenprämien und ihren Rabatten auf: Er will die Zahl der Wahlfranchisen von fünf auf drei senken. Zugleich will er zu hohe Prämienrabatte nach unten korrigieren. Damit steigen die Prämien für Versicherte mit hohen Franchisen.

Im Sinn einer Vereinfachung will der Bundesrat die Franchisen von 1000 und von 2000 Franken streichen, weil diese nur von wenigen Versicherten in Anspruch genommen werden, wie das Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Montag mitteilte. Neben der für Erwachsene ordentlichen Franchise von 300 Franken stünden nach der geplanten Verordnungsänderung nur noch die Franchisen von 500, 1500 und 2500 Franken zur Auswahl.

Bei Kindern sollen neben der ordentlichen Franchise von 0 Franken nur noch zwei statt sechs Wahlfranchisen zur Verfügung stehen: diejenige von 400 Franken und diejenige von 600 Franken. Betroffen von den Änderungen sind gemäss BAG ungefähr 590'000 Erwachsene (rund 9 Prozent) und 66'600 Kinder (gut 4 Prozent).

Anpassen will der Bundesrat auch die Höhe des maximalen Prämienrabatts, den die Krankenkassen für die Wahlfranchisen erteilen. Der Rabatt darf nur den Einsparungen entsprechen, die wegen der höheren Kostenbeteiligung der Versicherten entstehen und allenfalls auch weil der Versicherte weniger medizinische Leistungen in Anspruch nimmt. «Kostenunterschiede aufgrund eines günstigeren Risikobestandes dürfen dagegen keinen Einfluss auf die Prämienermässigung haben», erklärt das BAG.

Der heutige Rabatt sei höher als die risikobereinigten Einsparungen der Leistungskosten zulasten der obligatorischen Krankenpflegeversicherung, die auf die einzelnen Wahlfranchisen zurückzuführen seien, hält das BAG fest.

Konkret bedeutet dies: Bei einer Franchise von 2500 Franken sinkt der Rabatt von 1540 Franken auf 1100 Franken oder um 20 Prozentpunkte auf 50 Prozent des zusätzlich übernommenen Risikos.

Bei einer Wahlfranchise von 1500 Franken sinkt der Rabatt um 10 Prozentpunkte auf 60 Prozent oder von 840 auf 720 Franken. Bei der 500er-Franchise schliesslich bleibt der Rabatt bei 70 Prozent oder 140 Franken gegenüber der Franchise von 300 Franken.

Die Anhörung zur Verordnungsänderung dauert bis am 12. November 2015. Die Neuerungen sollen per 1. Januar 2017 in Kraft treten, und sie werden sich 2017 erstmals auf die Prämien auswirken. (sda)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Joseph Dredd 18.08.2015 07:29
    Highlight Highlight Offenbar streichen einige krankenkassenfinanzierte Politiker im Kuppelkindergarten zu Bern immer noch zuwenig Tantiemen ein, weshalb nun kurzerhand all jene (Einelternfamilien, Niedriglohnhaushalte und andere sozial Benachteiligte), die (aus finanziellen Gründen, nicht aufgrund besonders stabiler Gesundheit) die höchste Franchise gewählt haben, um jährlich weitere 440 Franken gebracht werden. Diese kommen wiederum den tapferen Mannen und Frauen in den Wandelhallen zugute, was aber eigentlich nur recht und billig ist, da die sich ja tagtäglich für das Wohl unseres Landes aufopfern.