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Die Rad-Welt in Braun – die Profis auf den Pflastersteinen in Richtung Roubaix.
Die Rad-Welt in Braun – die Profis auf den Pflastersteinen in Richtung Roubaix.Bild: keystone

Sonny Colbrelli gewinnt spektakuläres Paris-Roubaix – Küng nach Sturzpech chancenlos

Regen, Wind, Schlamm und viele Stürze prägten die 118. Ausgabe von Paris - Roubaix. Der Klassiker endete mit dem Sieg des Italieners Sonny Colbrelli. Die Schweizer hatten mit dem Ausgang des Rennens nichts zu tun.
03.10.2021, 17:2103.10.2021, 20:24

Die «Hölle des Nordens» hat es jedes Mal in sich. Doch in diesem Jahr war beim vielleicht prestigeträchtigsten Eintagesrennen nicht nur die Jahreszeit eine andere als üblich. Starker Regen vor allem im Vorfeld verwandelte die 30 Kopfsteinpflaster-Sektoren in regelrechte Rutschbahnen. Zahlreiche Defekte und Stürze waren die Folge und sorgten für einen spektakulären sowie teilweise dramatischen Rennverlauf mit einem emotionalen Sieger und sehr vielen Verlierern.

Die passende Szene dazu lieferten Sieger Colbrelli und der geschlagene Topfavorit Mathieu van der Poel nach dem Zielsprint. Am Ende ihrer Kräfte waren sie beide. Während sich der vom Schlamm verdreckte Italiener aber vor Freude schreiend und von den Emotionen überwältigt am Boden wälzte, blieb der geschlagene Niederländer im Innern der offenen Rennbahn von Roubaix minutenlang regungslos und bitter enttäuscht liegen.

Grösster Triumph der Karriere

Europameister Colbrelli hatte zuvor im Dreiersprint nach knapp 258 km durch den Nordosten Frankreichs den überraschenden, erst 22-jährigen Belgier Florian Vermeersch sowie van der Poel auf die Plätze 2 und 3 verwiesen und damit den grössten Triumph seiner Karriere gefeiert - notabene bei seiner ersten Teilnahme an der «Königin der Klassiker». «Das ist mein Jahr, ich bin einfach nur glücklich», stammelte Colbrelli ins Mikrofon.

Den 31-Jährigen vom Team Bahrain hatte man in der Tat nicht unbedingt zuoberst auf dem Podest erwartet. Zufällig kam der achte Saisonsieg Colbrellis dennoch nicht zustande. Der Sprintspezialist, der im Frühling auch eine Etappe der Tour de Romandie für sich entschieden hatte, erfreute sich zuletzt einer starken Form und gewann diesen Herbst nebst der EM auch die Benelux-Rundfahrt sowie ein kleineres Eintagesrennen in seiner Heimat.

Küng dreimal gestürzt

Während Colbrelli mit dem ersten italienischen Sieg in Roubaix seit 1999 (Andrea Tafi) seine starke Saison krönte, endete diese für zahlreiche andere Profis mit Enttäuschungen und nach Stürzen schmerzhaft. Kaum einer der 174 gestarteten Profis kam bei der Schlammschlacht ohne Probleme durch den Tag. Auch Colbrelli rutschte im frühen Stadium des Rennens einmal aus.

Stefan Küng, der schwierige Bedingungen eigentlich mag, lag bereits vor dem ersten Pavé-Abschnitt zweimal am Boden. Der zum Abschluss der Saison mit Ambitionen gestartete Thurgauer hatte den Sprung in die gut 30-köpfige Fluchtgruppe geschafft und sich damit eine vermeintlich gute Ausgangslage geschaffen. Doch nach einem dritten Sturz, auf einer der ersten Kopfsteinpflaster-Passagen, fiel Küng endgültig und frühzeitig aus den Traktanden. Er gab auf, Roubaix bracht dem Ostschweizer wie schon so oft kein Glück.

Als bester Schweizer klassierte sich Silvan Dillier mit zwölfeinhalb Minuten Rückstand im 47. Rang. Der Zweite von 2018 durfte als Teamkollege van der Poels nicht auf eigene Rechnung fahren. Lange Zeit sah es für Stefan Bissegger nach einem Spitzenplatz aus. Wie Küng hatte auch er der Ausreissergruppe angehört. Gut 60 Kilometer vor dem Ziel zollte er den Anstrengungen bei seiner Roubaix-Premiere Tribut. Am Ende wurde er 60.

Das Drama des Gianni Moscon

Die geschlagenen Schweizer waren in guter Gesellschaft. Van der Poel verpasste den grossen Sieg in diesem Jahr auch in Roubaix, nachdem er im olympischen Mountainbike-Rennen gestürzt war. Seinem Rivalen und Mitfavoriten Wout van Aert fehlte nach der anstrengenden Saison schlichtweg die Kraft für den Triumph. Der Belgier musste sich mit Platz 7 begnügen.

Bitter endete das Rennen insbesondere für Gianni Moscon. Gut 30 Kilometer vor dem Ziel lag der Italiener nach einem zuvor souveränen und starken Auftritt solo an der Spitze. Dann kostete ihn ein Defekt und ein Sturz innerhalb von drei Kilometern fast den gesamten Vorsprung von gegen eineinhalb Minuten. Er wurde schliesslich vom Spitzentrio ein- und überholt. Mit Platz 4 blieb auch ihm nur der Frust. (dab/sda)

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Das Kopfsteinpflaster ist bereit: Staubige Bilder des Velo-Klassikers Paris – Roubaix

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