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«Und woher kommen die Drogen?»

Künstler malt Bild aus Kokain – Zürich versinkt im Rausch



Onur Dinc ist nicht gerade der klassische Künstler. Seine Arbeit wird auf Neudeutsch gern «Street Art» genannt: Der 35-Jährige hat schon mit Kool Savas gearbeitet, Wände mit grossformatigen Gemälden überzogen und fotorealistische Bilder gemalt. Und eigentlich hat der Solothurner in einer Werbeagentur Grafikdesign gelernt.  

Ist es also wirklich verwunderlich, dass Onur Dinc jetzt Gemälde aus Kokain angefertigt hat?

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Kunst in der Entstehung. bild: onur dinc

Mitnichten!

Nicht weil alle Werber ohnehin Kokser wären – oder etwa alle (Street-Art-)Künstler. Dinc wird angesichts des Themas mit Medieninteresse gerechnet haben und hat gleichzeitig eine Botschaft für deren Publikum parat. Der deutschen Website «Urban Shit» erklärt er sein Vorgehen folgendermassen: 

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Corpus delicti. bild: onur dinc

«Ich wollte ein sehr prüdes Kunstwerk malen, das wie ein Klassiker aussieht, den man in Grosis Wohnzimmer findet. Die Arbeit bekommt seine Botschaft erst, wenn du weisst, was ich in die Farbe gemischt habe.»

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Bitte keine Zoten über die Linienführung! bild: onur dinc

«Es ist wie im echten Leben: Auf den ersten Blick sieht Zürich sehr hübsch und perfekt aus, aber auf den zweiten findest du heraus, das nicht alles Gold ist, was glänzt.»

Onur Dinc bei «Urban Shit»

Das so entstandene Werk heisst «Snowing in Zurich» und ist in der Berner «Soon»-Galerie zu sehen. Schon seit dem 10. Januar, weiss der «Blick». Und bemerkt: «Probleme mit der Polizei gab es offenbar noch nicht» 

Und fragt: «Woher kommen die Drogen

Immerhin, Kunst im «Blick», der Punkt geht an Dinc!

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«Snowing in Zurich». bild: onur dinc

Ein Bild aus Kokain: Darf man das?

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