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Avenir Suisse gegen Kontrollen bei Firmenkäufen durch Ausländer



Übernahmen von Schweizer Unternehmen durch ausländische Investoren werden auch hierzulande zunehmend kritisch gesehen. Der «Think Tank» Avenir Suisse stellt sich in einer Studie gegen Kontrollen für Investitionen. Reformbedarf bestehe bei der Fusionskontrolle.

Die Zunahme von Unternehmenszusammenschlüssen könne den Wettbewerb schwächen, konstatiert Avenir Suisse. Protektionismus sei nicht nur beim Handel, sondern auch bei ausländischen Direktinvestitionen auf dem Vormarsch, beobachtet Avenir Suisse in der am Freitag vorgestellten Studie.

Auch hierzulande gebe es Bestrebungen, flächendeckende Kontrollen für ausländische Investitionen einzuführen. So gaben in den Eidgenössischen Räten neben der Übernahme des Agrochemiekonzerns Syngenta durch die staatliche Chemchina auch die Käufe von Gategroup, Kuoni, Sigg oder Eterna Anlass für politische Vorstösse.

Ernüchternder Erfolgsausweis

Heute würden viele Länder Investitionskontrollen kennen: Der Erfolgsausweis sei allerdings «eher ernüchternd», so die Avenir Suisse-Studie. «Kontrollgremien sind selten unabhängig und stellen ein potenzielles Einfallstor für Aktivitäten von Interessenvertretern dar.»

Zudem wäre der Aufwand einer Schweizer «Screening-Behörde» beträchtlich: Wäre eine solche nach der von der EU-Kommission vorgeschlagenen Richtlinie vorgegangen, wären 2016/2017 nicht weniger als 180 oder 46 Prozent der grenzüberschreitenden Akquisitionen kontrollpflichtig gewesen, so die Studie.

China-Einfluss überschätzt

Auch unter den heutigen Regelungen sieht Avenir Suisse keinen «schrankenlosen Zugang» zur Schweizer Wirtschaft. Dem Staat stehe jederzeit die Möglichkeit einer Enteignung aus «Gründen der nationalen Sicherheit» offen, zudem gehöre die Lex Koller zu den international restriktivsten Bestimmungen überhaupt.

Bei der Debatte um die wachsende Investitionstätigkeit von China werde deren Gewicht zudem überschätzt. Der Löwenanteil der Investitionen in Schweizer Unternehmen stammte Ende 2016 laut der Studie aus Westeuropa (60%) sowie den USA und Kanada (24%). Asiatische Eigentümer lagen bei 12 Prozent, und nur 3 Prozent aller Transaktionen zwischen 2014 und 2017 gingen demnach auf chinesische Unternehmen zurück.

Hohe Bedeutung

Ausländische Direktinvestitionen seien zudem für die Wirtschaft sehr wichtig. Seit 1985 nahmen diese um den Faktor 24 zu, die Schweiz sei damit zum viertgrössten Investitionsstandort der OECD avanciert, heisst es. Weil innovative Sektoren einen höheren Anteil an ausländischen Direktinvestitionen anziehen, leisteten diese einen wichtigen Beitrag zu Steigerung der Produktivität, zur Beschäftigung und zum Steueraufkommen.

Auch wenn sich Avenir Suisse klar gegen Investitionskontrollen stellt, sieht sie ein «Level playing field» etwa mit China, das auch den Schweizer Unternehmen einen freien Marktzugang ermögliche, als erstrebenswertes Ziel. Die wahrscheinlichste Bedrohung für die Schweiz durch Übernahmen bestehe aber in der Einschränkung des Wettbewerbs - entsprechend sei vor allem die Fusionskontrolle wirksamer zu gestalten. (sda/awp)

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