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bilder: shutterstock / montage: watson
Emma Amour

Wie ich beim Sex erwischt und fast verhaftet wurde – und dabei dem Tod ins Auge sah

Total «Jung, wild & sexy» fühle ich mich, als ich neulich abseits eines Open-Airs Freiluft-Vögeln zelebriere. Diese Rechnung mache ich aber ohne 2 Security-Männer und eine Todes-Bestie.
07.09.2018, 12:2008.09.2018, 06:56

Sex on the beach, Sex unter freiem Himmel, Sex im Wald, Sex in der freien Natur. Klingt ja alles wunderbar. Abenteuerlich. Romantisch. Aufregend.

Neulich fiel auch ich wieder einmal auf die Verlockung Outdoor-Sex herein. Ohne Happy End. Für ihn. Und für mich. Die Gründe sind vielfältig. Einerseits ist Sex draussen gar nicht so einfach. Im Stehen ist es oft ein Gemurks. Ein Bänkli hilft zwar für andere Variationen. Dann aber habe ich jeweils viele blaue Flecken an den Beinen.

Der Typ und ich jedenfalls treffen uns an einem Open-Air. Kennen tun wir uns schon länger. Scharf aufeinander sind wir auch schon länger. Nach ein paar Drinks knutschen wir auf irgendeinem Dancefloor rum. Ich bin es, die mehr will. Also verlassen wir das Gelände.

Er kennt sich hier besser aus als ich. Wir landen bei einem Spielplatz. Während unsere Hände jeweils in die Hose des anderen gleiten, fährt ein Zug vorbei. Er erschrickt. Ich nicht. Bin ja furchtlos und ausserordentlich abenteuerlustig.

Tschüss, Maulkorb! Adieu, Leben!

Wir verstecken uns hinter einem Baum. Während wir rummachen, vergessen wir alles um uns herum. Nach ausgiebigem Heavy Petting wollen wir nun aufs Ganze gehen. Wir wiegen uns dank der Tatsache, dass er ein Kondom dabei hat, in absoluter Sicherheit.

Es dauert eine Weile und ein paar Lacher, bis wir eine Stellung finden, die so halbwegs funktioniert. Wir legen also gerade – beziehungsweise endlich – los, als ich ein Geraschel höre. Zwei Sekunden später blendet uns das Licht von zwei Taschenlampen.

«Halloo!? HALLO!!??! Sofort aufhören!»

..., schreit der eine Mann an der einen Taschenlampe. Noch bin ich einigermassen souverän. Sie erklären, dass sie von der Security sind. Erst als sie ihre Taschenlampen aus unseren Gesichtern auf den Boden schweifen lassen, entdecke ich die Todes-Bestie.

Es ist ein Schäferhund. Mit Maulkorb. Er ist riesig. Und er fixiert mich. Vielleicht zerfleischt er mich in den nächsten 3 Sekunden. Tschüss, Maulkorb. Adieu, Leben. Gerade eben noch warst du fantastisch.

Natürlich ist der Schäferhund an der Leine. Und eben, er trägt einen Mundkorb. Er faucht nicht mal. Aber sag mal jemandem, der Panik vor Vogelspinnen hat, dass sie nicht nur nichts machen, sondern lästige Mücken wegfressen. Oder jemandem mit Flugangst, dass das Flugzeug das sicherste Verkehrsmittel ist.

Drei Männer und eine heulende Lady

Jedenfalls stehe ich immer noch mit heruntergelassener Jeans da. Ich möge mich doch endlich bitte mal anziehen und meinen Ausweis zücken, sagt Security-Mann 1. Es braucht viel, bis ich meine Stimme erhebe und ungemütlich werde. Angst aber gehört zu den Dingen, die aus mir einen anderen Menschen machen.

Also motze ich die Männer an. Die zurückmotzen. Der Typ, der mir soeben noch nicht hätte näher sein können, versucht mich zu beruhigen. Also zicke ich auch ihn an.

Nun droht mir der Security-Mann 2 mit «Wenn Sie sich jetzt nicht beruhigen, können Sie grad mit uns mitkommen!» Nun muss ich etwas lachen. Der Schäferhund schnüffelt nervös in der Gegend rum – und schaut mich wieder an. Also fange ich an zu weinen. Ich heule nicht nur ein bisschen. Ich schluchze. Mit offener Hose. Und zerzauster Frisur.

Nun schauen sich die drei Männer fragend an, bevor sie kollektiv versuchen, mich zu beruhigen. Sei ja alles nicht sooo schlimm. Sie bräuchten nur meinen Ausweis und dann seien sie weg. Keine Polizei, keine Busse, nichts. Wir hätten nämlich Glück gehabt: 

«Wo kein Kläger, da kein Richter.»

Ich heule dennoch weiter. Jetzt auch vor Erleichterung. Und auch ein bisschen aus Frust, weil ich um meinen wohlverdienten Sex gebracht wurde. Und weil mich die Bestie, die – zugegeben – brav neben Security-Mann 1 steht, immer noch anschaut.

Während ich mich sehr langsam beruhige, überreiche ich den uniformierten Herren meinen Ausweis. Sie leuchten einmal drauf, geben ihn mir zurück, fragen, «ob es wieder geht» und ziehen weiter.

Mein Schäferstündchen-Gschpusi und ich setzen uns auf die Bank, zünden eine Zigi an, nehmen einen tiefen Zug, schauen uns an und lachen. Ich muss wohl gerade wie Courtney Love zu ihren schlechtesten Zeiten aussehen. Das Gschpusi schreckt's nicht ab. Es will mir schon wieder unter das T-Shirt.

Ich schrecke hoch. Nach Sex ist mir nun wirklich nicht mehr. Im Gegenteil. Just in dieser Sekunde hasse ich Sex. Vor allem Outdoor-Sex. Mache ich nie wieder.

Suche nun ein neues Hobby.

Vielleicht fange ich an, Gartenkräuter zu züchten. Ich könnte aber auch Schnecken und Regenwürmer beobachten.

Oder ich investiere in ein Angstbewältigungsseminar.

PS: ÄRZTE, DIE MICH DATEN UND MICH IN DIE WELT DES G-PUNKTS EINFÜHREN WOLLEN, MELDEN SICH IMMER NOCH UNTER EMMA.AMOUR@WATSON.CH.

Adieu,

Apropos Schnecken beobachten: Diese Schnecke hat ein besseres Leben als du

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Das bin nicht ich, aber so würde ich als Shutterstock-Illustration aussehen. Öppe.
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bild: shutterstock/unsplash/watson

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