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Flüchtlinge: Papst Franziskus auf Ägäis-Insel Lesbos eingetroffen



Papst Franziskus ist am Samstag auf der griechischen Ägäis-Insel Lesbos angekommen. Gemeinsam mit dem griechisch-orthodoxen Patriarchen Bartholomaios I. und dem orthodoxen Erzbischof Hieronymus II. will der Pontifex Hunderte Asylsuchende treffen.

Griechenlands Regierungschef Alexis Tsipras empfing das Kirchenoberhaupt am Flughafen Mytilini, wie das Fernsehen zeigte. Der Besuch des Papstes auf der Insel soll fünf Stunden dauern.

Im Aufnahmelager von Moria will der Argentinier etwa 250 Asylbewerber persönlich begrüssen und mit acht von ihnen zu Mittag essen. Hilfsorganisationen nennen die Unterbringung der rund 3000 Flüchtlinge in dem sogenannten Hotspot menschenunwürdig.

Zudem wollen die drei Kirchenführer eine gemeinsame Erklärung unterzeichnen und für die Menschen beten, die auf der Flucht ihr Leben in der Ägäis verloren haben.

«Es ist eine traurige Reise. Wir treffen auf die grösste humanitäre Katastrophe seit dem Zweiten Weltkrieg», sagte das katholische Kirchenoberhaupt während des Fluges nach Lesbos. Er erwarte auf der Insel «viele Menschen, die leiden, die nicht wissen, wohin, die fliehen mussten», sagte der 79-Jährige.

Zum Abschluss der Reise wird der Papst am Hafen von Mytilini gemeinsam mit Tausenden Menschen an die Flüchtlinge erinnern, die die Überfahrt aus der Türkei nicht überlebt haben. Dort sind auch eine Schweigeminute und ein Gebet geplant.

Papst nimmt zehn Flüchtlinge mit

Auf der Rückreise von Lesbos nach Rom wird Franziskus schliesslich zehn Flüchtlinge mitnehmen. Wie das griechische Staatsfernsehen berichtete, handelt es sich bei den Menschen um acht syrische und zwei afghanische Staatsbürger. Die Betreffenden sind demnach bereits in Griechenland angekommen, bevor der EU-Flüchtlingspakt mit der Türkei in Kraft getreten ist. Deshalb werden die Schutzsuchenden nicht in die Türkei zurückgeführt.

Seit seinem Amtsantritt im März 2013 hat sich Papst Franziskus immer wieder für die Flüchtlinge eingesetzt und Europa zu mehr Engagement und Solidarität aufgerufen. Nur wenige Monate nach seinem Amtsantritt besuchte der 79-Jährige die italienische Insel Lampedusa, zuletzt wusch er in Rom am Gründonnerstag mehreren Flüchtlingen die Füsse.

Mehr als eine halbe Million Flüchtlinge war vergangenes Jahr über Lesbos nach Griechenland eingereist. Seit Beginn des Jahres trafen nach UNO-Angaben bereits knapp 90'000 Menschen auf der Ägäis-Insel ein, davon ein Drittel Kinder.

Laut dem Flüchtlingspakt mit der Türkei werden seit dem 20. März aber sämtliche Flüchtlinge in die Türkei zurückgeschickt, deren Asylantrag in Griechenland nicht angenommen wurde. Im Gegenzug für die Rücknahme der Flüchtlinge haben die EU-Länder zugesagt, für jeden zurückgeschickten Syrer auf legalem Wege einen anderen syrischen Flüchtling aus der Türkei aufzunehmen. (sda/dpa/afp)

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