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FILE - In this Aug. 30, 2013 file photo, Americans for Prosperity Foundation Chairman David Koch  speaks in Orlando, Fla. Democratic Senate candidates are gambling they can turn voters against two obscure billionaire brothers who are funding attacks on them and the president’s health care law. Democrats are denouncing Charles and David Koch two of world’s richest people. The pair’s political network is spending millions on TV ads hitting Democrats in North Carolina and several other states. Senate Majority Leader Harry Reid says the Kochs are paying huge sums to try to “buy” elections and advance a self-serving agenda of low taxes and less regulation. (AP Photo/Phelan M. Ebenhack, File)

David Koch Bild: AP

US-Oligarchen bestimmen Politik

Obama-Feinde David und Charles Koch: Die Paten der Republikaner

Geld regiert die Welt, vor allem in der US-Politik: Dort versuchen die erzkonservativen Industriellen-Brüder Charles und David Koch durch Millioneninvestitionen und Lobbying, Präsident Obama die letzten Jahre seiner Amtszeit zur Hölle zu machen.

Ein Artikel von

Spiegel Online

Marc Pitzke, Spiegel Online, New York

David Kochs Name ist überall. Das New York City Ballet residiert im David H. Koch Theater des Lincoln Centers. Der Dinosaurier-Flügel im American Museum of Natural History ist auch nach ihm benannt. Ebenso der Platz vor dem Metropolitan Museum of Art an der Fifth Avenue, für dessen Renovierung er 65 Millionen Dollar hingeblättert hat.

Ob Krebszentren, Kliniken, Forschungsinstitute oder Universitäten: Die oft in goldenen Lettern annoncierte Grosszügigkeit des Grossindustriellen kennt anscheinend kaum Grenzen. Mit einem Vermögen von 40,3 Milliarden Dollar schwerreich, kleidet Koch seine Philanthropie gerne in demonstrative Bescheidenheit: «Es ist mir eine Ehre.»

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Charles Koch Bild: Koch Industries

Wichtiger aber als solche Prestigeprojekte sind dem 73-Jährigen ganz andere, anonymere Investitionen: Gemeinsam mit seinem Bruder Charles, 78, hat Koch den Aufstieg vieler konservativer Republikaner und vor allem der ultrarechten Tea Party finanziert - und damit den wachsenden Widerstand gegen US-Präsident Barack Obama.

Koch Brothers? Noch nie gehört!

Seit mehr als drei Jahrzehnten sind die Kochs hinter den Kulissen der Politik aktiv. In dieser Zeit haben sie ihren politischen Schützlingen Hunderte Millionen Dollar zukommen lassen, meist über versteckte Kanäle und ein Netzwerk aus Tarnfirmen, Denkfabriken und «Stiftungen». Allein in die letzten US-Präsidentschaftswahlen vor zwei Jahren investierten sie rund 400 Millionen Dollar - nur um Obama dann trotzdem erneut siegen zu sehen.

Ein umstrittenes Spendenurteil des Supreme Courts öffnet den Geldhahn nun noch weiter. Das wiederum wirft ein neues, grelles Schlaglicht auf die Macht der Reichen in der US-Politik - und namentlich auf die Koch-Brüder.

Politischen Insidern sind die Koch Brothers (ausgesprochen «Coke») schon lange bekannt. Dem gemeinen Amerikaner dagegen weniger: In einer Umfrage gaben 52 Prozent der US-Bürger an, noch nie von den beiden gehört zu haben.

Breitseiten gegen Geldgeber

Das wollen die Demokraten jetzt aber ändern. In einer konzertierten Kampagne feuern sie Breitseiten gegen die Kochs ab, porträtieren sie als Symbole eines bösen Kapitalismus - «spleenige», «stinkreiche» und «machthungrige Tycoons», die die Politik für ihre Zwecke manipulierten.

«Würden die Koch-Brüder nicht existieren, müssten die Linken sie erfinden», schreibt das (linke) Magazin «Rolling Stone». «Sie sind Plutokraten wie aus der Casting-Agentur - Öl- und Gas-Milliardäre, die willens sind, jeden Abgeordneten zu kaufen, jede Lüge zu finanzieren, jedes Gesetz zu bekämpfen, jede Gewerkschaft zu zerschlagen, jede Landschaft zu verschandeln oder jede Steuerlast zu meiden.»

Auch Demokraten haben grösszügige Gönner

Doch auch die Demokraten haben prominente und solvente Geldgeber - darunter den legendären Investor George Soros und seinen Sohn Jonathan, Ex-Rüstungsmagnat Bernard Schwartz sowie Silicon-Valley-Stars wie Sean Parker und Marc Benioff. Die sind nicht minder spendabel, treten nur nicht so koordiniert auf wie die rechten Paten.

Chairman of Soros Fund Management George Soros, left, talks with  U.S. Senator John McCain, right,  during the World Economic Forum in Davos, Switzerland, Thursday, Jan. 23, 2014.. (AP Photo/Michel Euler)

George Soros (links) redet mit US-Senator John McCain (Republikaner) am WEF in Davos Bild: AP/AP

Und sind auch nicht ganz so reich. Auf der «Forbes»-Rangliste aller Milliardäre teilen sich die Koch-Brüder den Platz sechs - noch vor den Google-Gründern Larry Page und Sergey Brin sowie Facebook-Chef Mark Zuckerberg.

Imperium Koch Industries

Koch Industries ist ein Konglomerat mit 115 Milliarden Dollar Jahresumsatz. Klopapier, Küchenrollen, Teppichböden: Die Produkte der beiden Brüder sind allen Amerikanern geläufig - im Gegensatz zum Namen Koch selbst. Der Dachkonzern besitzt ausserdem Ölraffinerien, Pipelines, Chemie- und Düngefabriken, Rohstoffhändler, Gasproduzenten sowie Rinderfarmen.

Koch Industries hält noch andere, eher unrühmliche Rekorde. So gilt das Konglomerat als einer der grössten US-Umweltverpester und «grösster Klimawandel-Leugner» (Greenpeace). Kein Wunder, dass die Koch-Brüder nun «im Epizentrum der Anti-Obama-Bewegung» stehen, wie es der demokratische Stratege Rob Stein im «New Yorker» formulierte.

Im anstehenden US-Kongresswahlkampf zielen die Brüder nun vor allem darauf ab, den Republikanern die Mehrheit im Senat wiederzubeschaffen, die sie 2007 verloren haben. Dann hätten sie den gesamten Kongress in der Hand - und könnten Obama seine letzten zwei Amtsjahre endgültig zur Hölle machen.

Diese Superreichen bewegen die US-Politik:



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