US-Sports
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FILE - In this Sept. 21, 2018, file photo, Washington Nationals' Bryce Harper bats during a baseball game against the New York Mets, in Washington. A person familiar with the negotiations tells The Associated Press that Bryce Harper and the Philadelphia Phillies have agreed to a $330 million, 13-year contract, the largest deal in baseball history. The person spoke to the AP on condition of anonymity Thursday, Feb. 28, 2019,  because the agreement is subject to a successful physical. (AP Photo/Nick Wass, File)

Baseballer Bryce Harper hat bei den Philadelphia Phillies einen neuen 13-Jahre-Vertrag für 330 Millionen Dollar unterschrieben – Rekord im US-Sport. Bild: AP/FR67404 AP

Darum schmeissen die Sportteams in Nordamerika mit Geld um sich

Die grossen US-Profiligen sind Gelddruckmaschinen – für die Spieler wie für die Besitzer. Es vergehen kaum noch Monate ohne gebrochenen Rekord. Der neueste Bestwert: Der Baseballer Bryce Harper erhält einen mit 330 Millionen Dollar dotierten Vertrag.

nicola berger / ch media



Am vergangenen Donnerstag war es wieder so weit: Auf Twitter meldeten Journalisten im Sekundentakt atemlos Details zu einem Rekordvertrag: Der Baseballer Bryce Harper, 26, wird von den Philadelphia Phillies mit einem Vertrag über 13 Jahre und 330 Millionen Dollar vergoldet. Hochgerechnet wird er pro «plate appearance», pro Mal, bei dem ein gegnerischer Pitcher ihm Bälle zuwirft, 44'929 Dollar erhalten. Es ist der lukrativste Kontrakt in der Geschichte der fünf grossen nordamerikanischen Profiligen NLF, NBA, MLB, NHL und MLS, ein echter Albatros. Zum Vergleich: Das durchschnittliche jährliche Haushaltseinkommen in Philadelphia beträgt 41'500 Dollar.

Spitzenverdiener in der NFL im Jahr 2018

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Jahreslohn in Millionen Dollar. Bild: watson, infogr.am

Die Ligen gleichen in diesen Tagen Gelddruckmaschinen, für die Mehrzahl der Athleten, und vor allem für die Inhaber. Gigantische Verträge für Übertragungsrechte haben aberwitzige, fast inflationäre Summen in die Kassen gespült. Alleine die Verträge der Basketball Profiliga NBA bringen zwischen 2016 und 2025 satte 24 Milliarden Dollar ein. Die bis 2022 gültigen Abkommen der NFL sind 22 Milliarden wert. Ted Leonsis, dem in Washington die NBA- und NHL-Franchise gehört, sagte kürzlich: «Es hat noch nie einen besseren Zeitpunkt gegeben, um ein Sportteam zu besitzen.»

Stephan Anliker, der Präsident der Grasshoppers, würde ihm vermutlich widersprechen, aber auf Nordamerika reduziert, trifft die Einschätzung zu, es herrscht eine Art Goldgräberstimmung: Leonsis, ein Amerikaner, der seine ersten Millionen im Medienbereich scheffelte, zahlte im Jahr 2000 den Betrag von 551 Millionen Dollar für die Washington Wizards. Der Wert des Basketballteams hat sich inzwischen verdreifacht, obwohl die Wizards eine der dysfunktionalsten Organisationen der NBA sind, sportlich chronisch erfolglos. Wirtschaftlich prosperiert das Unternehmen dennoch, und die Entwicklung bei den Wizards steht exemplarisch für einen beispiellosen Boom.

Spitzenverdiener in der NBA im Jahr 2018

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Jahreslohn in Millionen Dollar. Bild: watson, infogr.am

Das NFL-Team Dallas Cowboys, das wertvollste Sportunternehmen der Welt, wird inzwischen mit drei Milliarden Dollar kotiert – auch das ist, natürlich, Rekord. Und Seattle, das ab 2020/21 die 32. NHL-Organisation stellen wird, zahlt eine Aufnahmegebühr von 650 Millionen Dollar. Beim Eintritt der Nashville Predators von 1998 waren noch 80 Millionen fällig geworden – selbst inflationsbereinigt sind das lediglich 124 Millionen.

Die US-Ligen sind Big Business

Ein Ende der Spirale ist nicht in Sicht. «Forbes» schrieb kürzlich: «Die Sport-Blase platzt nicht.» Denn die Ligen sind Big Business, gewaltige Unterhaltungsmaschinen, die nie ruhen. Ihr Aufregungszyklus wird 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche, 365 Tage im Jahr bedient. Die Übertragungs- und Medienrechte sind entsprechend gefragter denn je. Neben den traditionellen TV-Stationen bieten auch Streamingdienste und Wirtschaftsschwergewichte wie Amazon mit. Selbst Facebook versucht, Fuss zu fassen: 2018 zahlte die Plattform mehr als 30 Millionen, um 25 Baseball-Partien streamen zu können.

Spitzenverdiener in der MLB im Jahr 2018

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Jahreslohn in Millionen Dollar. Bild: watson, infogr.am

Niemand profitiert vom Reibach mehr als die milliardenschweren Besitzer, in den meisten Fällen alte, weisse Männer. Doch auch die Gehaltsobergrenzen und somit in letzter Konsequenz die Einkommen der Spieler steigen kontinuierlich. In der NBA betrug das Durchschnittssalär 2017/18 7,71 Millionen Dollar, es war der global höchste Wert, was auch damit zusammenhängt, dass in einem NBA-Team nur 14 Spieler auf der Lohnliste stehen, substanziell weniger als in den anderen Sportarten. Zum Vergleich: In der MLB betrug der Durchschnitt 4,50, in der NFL 2,91, in der NHL 2,78 Millionen und in der erst 1994 gegründeten, aber beständig wachsenden MLS 375'257 Dollar.

Spitzenverdiener in der NHL im Jahr 2018

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Jahreslohn in Millionen Dollar. Bild: watson, infogr.am

Kaum jemand darbt, und zu den üppigen Entschädigungen der Spieler durch die Klubs kommen individuelle Werbeverträge hinzu. Bei Stephen Curry, dem bestbezahlten Basketballer der Welt, übersteigen die Sponsoringeinnahmen mit 42 Millionen sein eigentliches Salär. Und LeBron James, der Weltstar der Los Angeles Lakers, unterschrieb bei Nike einen lebenslangen Vertrag, der ihm bis zu eine Milliarde einbringen kann.

Spitzenverdiener in der MLS im Jahr 2018

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Jahreslohn in Millionen Dollar. Bild: watson, infogr.am

Der Gigantismus in der Glitzerwelt des US-Profisports kennt keine Grenzen. Scott Boras, der machiavellistische Agent von Bryce Harper, verhandelte monatelang, um den Vertrag des Baseballers Giancarlo Stanton von 13 Jahren und 325 Millionen zu toppen. Er erreichte das Ziel, Harper erhält 5 Millionen mehr, doch die Bestmarke wird nicht lange halten: Der nächste Rekord kommt bestimmt.

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6Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Pana 05.03.2019 01:09
    Highlight Highlight In dem Zusammenhang finde ich auch den Wachstum der MLS spannend. Eines Tages werden auch die besten Gehälter im Fussball vermehrt in Nordamerika bezahlt. Nur eine Frage der Zeit.
  • Chrigi-B 04.03.2019 23:47
    Highlight Highlight "Niemand profitiert vom Reibach mehr als die milliardenschweren Besitzer, in den meisten Fällen alte, weisse Männer. " Madonna, Madonna.....
  • Áfram GC Unihockey 04.03.2019 20:34
    Highlight Highlight Jetzt habe ich gelesen "Baselbieter Bryce Harper" und hab mir gedacht ein Schweizer wird topverdienender in der MLB und man hört fast nichts darüber.
    Bis ich gemerkt habe, dass es nicht der Baselbieter, sondern der Baseballer ist...
  • Freilos 04.03.2019 20:11
    Highlight Highlight Ted Leonsis, dem in Washington die NBA- und NHL-Franchise gehört, sagte kürzlich: «Es hat noch nie einen besseren Zeitpunkt gegeben, um ein Sportteam zu besitzen.»

    Stephan Anliker, der Präsident der Grasshoppers, würde ihm vermutlich widersprechen,...😂😂😂
  • Reisender 3468 04.03.2019 19:56
    Highlight Highlight Schon krass wie die Entwicklung ist.

    Es wird aber auch extrem viel Werbung geschalten, zu mindest in der NHL (bei den anderen Ligen weiss ich es nicht), mit den ganzen Commercial breaks-> drei in jedem Drittel.
    Mit soviel Werbung ist es schon klar, dass die TV-Rechte immer teurer werden.
    • Oban 04.03.2019 20:40
      Highlight Highlight Beim Football nicht anders.
      Jeder Seitenwechsel, die two minute warning am ende von 2. Viertel und 4. Viertel. Dazu natürlich noch werbung in jedem Timeout, bei jeder Szene mit Videoschiedsrichter usw.
      Bei NASCAR gibt es komischweise öffters mal Teile auf der Fahrbahn, immer wenn dem Grossteil des Feldes das Benzin auzugehen droht und man schon ewig keine Werbung mehr schalten konnte.

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