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Menschenrechte: NGO: Weltweit 128 Journalisten wurden 2015 getötet



Für Journalisten neigt sich ein weiteres verheerendes Jahr dem Ende zu. 2015 seien 128 Medienschaffende in 31 Ländern getötet worden, schreibt die Nichtregierungsorganisation Press Emblem Campaign (PEC) in ihrem am Montag in Genf veröffentlichten Jahresbericht.

Zu zwei traurigen Höhepunkten kam es bereits zu Beginn des Jahres: Am 7. Januar verübte der jemenitische Ablegers des Terrornetzwerks Al-Kaida einen Anschlag auf die französische Satirezeitung «Charlie Hebdo» in Paris. Nur wenige Tage später enthauptete die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien den japanischen Journalisten Kenji Goto.

Die Gewalt gegen Medienschaffende sei nicht im Rückgang begriffen, sagte PEC-Generalsekretär Blaise Lempen am Montag. Im Gegenteil: die vergangenen vier Jahre seien für Journalisten die tödlichsten der letzten zehn Jahre gewesen.

Als Gründe für die hohe Opferzahl unter Medienschaffenden nennt die Organisation bewaffnete Konflikte in zahlreichen Ländern des Nahen Ostens, kriminelle Gewalt in einem halben Dutzend Länder in Lateinamerika und Morde durch Terroristen. Mehr als die Hälfte der Opfer wurden gemäss der PEC in Kriegsgebieten getötet.

Syrien, Irak, Mexiko

Gefährlichstes Land war dieses Jahr Syrien mit 11 getöteten Journalisten, gefolgt von Irak und Mexiko, wo je 10 Medienschaffende getötet wurden. Zu den zehn gefährlichsten Ländern gehörten dieses Jahr zudem Frankreich, die Philippinen und Libyen (jeweils 8) sowie Brasilien, Indien, Südsudan und Jemen (jeweils 7).

Bereits 2014 kamen 128 Medienschaffende bei ihrer Arbeit ums Leben. Die PEC hat ihre Zählung im Jahr 2006 begonnen. In zehn Jahren hat sie 1177 getötete Medienschaffende verzeichnet - dies entspricht einer Opferzahl von über zwei pro Woche.

Es dürfe nicht sein, dass Journalisten ihre Arbeit in Kriegsgebieten und anderen gefährlichen Gegenden nicht mehr ausüben könnten, sagte PEC-Generalsekretär Lempen. Er rief die internationale Gemeinschaft dazu auf, die an Journalisten begangenen Verbrechen sorgfältig zu untersuchen und stärker gegen Straflosigkeit vorzugehen. (sda)

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