Gesellschaft & Politik
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A WEF logo is pictured on a window of the Congress Center in front of snow covered trees two days prior to the 49th Annual Meeting of the World Economic Forum, WEF, in Davos, Switzerland, Sunday, January 20, 2019. The meeting brings together entrepreneurs, scientists, corporate and political leaders in Davos under the topic

Bild: KEYSTONE

Trump kommt nicht ans WEF – dafür andere kontroverse Persönlichkeiten

US-Präsident Donald Trump kommt wegen des teilweise Stillstandes seiner Regierung nicht ans WEF. Umstrittene Gäste gibt es trotzdem reichlich. Der «Tages-Anzeiger» hat eine Liste von kontroversen Autokraten erstellt. 



Jair Bolsonaro (Brasilien)

Brazil's President Jair Bolsonaro smiles during a ceremony where he signed a decree loosening restrictions on owning a firearm at Planalto presidential palace in Brasilia, Brazil, Tuesday, Jan. 15, 2019. Before, non-military or police who wanted to own a gun had to justify their interest as part of the process, and now wide categories of people will qualify, like those in rural areas, or urban areas with high levels of homicide, business owners, gun collectors and hunters. (AP Photo/Eraldo Peres)

Bild: AP/AP

Dem neuen Präsidenten Brasiliens wird eine gewisse Ähnlichkeit zu Trump nachgesagt, weshalb er auch der «Tropen-Trump» genannt wird. Die Staatsoberhäupter empfinden Respekt für einander – und beide gelten als sehr umstritten. 

Beim Amtsantritt versprach er einen radikalen Neuanfang mit der Absicht, die Regierung zu «säubern». Aufgefallen ist Bolsonaro bislang fast nur negativ mit rassistischen, frauen- und schwulenfeindlichen Äusserungen. Sympathie empfindet er auch für die Militärdiktatur der Jahre 1964 bis 1985. Laut dem «Tages-Anzeiger» hat Bolsonaro bereits den Erwerb von Waffen erleichtert – angeblich zum Schutz der Frauen. 

Mit Umweltschutz kann der Rechtsextreme nicht viel anfangen. Er stellt die Bedürfnisse der Wirtschaft über Naturschutz und will das Umweltministerium in ein Agrarministerium umwandeln. Aktivisten fürchten, dass damit die Abholzung des Regenwaldes weiter vorangetrieben wird.

Adel al-Ahmad al-Jubeir (Saudiarabien)

FILE - In this Tuesday, Oct. 23, 2018, file photo, Saudi Arabia's Foreign Minister Adel al-Jubeir speaks to journalists during a joint press conference with Indonesian Foreign Minister Retno Marsudi after their meeting in Jakarta, Indonesia. Al-Jubeir says the global outcry over the killing of Saudi journalist Jamal Khashoggi has become

Bild: AP/AP

Zu den Gästen am WEF zählt auch Adel al-Ahmad al-Jubeir, der bis vor Kurzem Aussenminister des Wüstenstaates war. Er bezeichnete Ermittlungen und Berichterstattungen rund um die Ermordung des saudischen Dissidenten Jamal Khashoggi als «hysterisch».

Ebenso nahm er den Kronprinzen Mohammed bin Salman wiederholt in Schutz: «Wir im Königreich wissen, dass solche Behauptungen gegen den Kronprinzen völlig falsch sind, und wir weisen sie entschieden zurück.» Wer bin Salman mit dem Mord in Verbindung bringt, überschreite eine rote Linie. 

Ilham Alijew (Aserbeidschan)

epa07177570 Azerbaijan's President Ilham Aliev looks on during his meeting with Belarussian President Alexander Lukashenko (unseen), in the Palace of Independence in Minsk, Belarus, 19 November 2018. Azerbaijan's President Ilham Aliev is on an official visit in Belarus.  EPA/VIKTOR TOLOCHKO / POOL

Bild: EPA/SPUTNIK POOL

­Ilham Alijew regiert Aserbeidschan bereits sein 16 Jahren – er folgte auf seinen Vater, der 10 Jahre Staatsoberhaupt war. Alijew führte eine Reihe von eigennützigen Reformen durch: Zuerst liess er die Amtszeitbeschränkung aufheben. Nach einem Referendum im Jahr 2016 verlängerte Alijew die Amtsdauer von drei auf sieben Jahre. Zudem schuf er das Amt des Vizepräsidenten und betraute seine Frau mit dieser Aufgabe.

Alijew wurde vom Journalistenkonsortium OCCRP, das Verbrechen und Korruption aufzudecken versucht, zum «Mann des Jahres 2012» gewählt. Seine Familie besitzt grosse Anteile an staatsnahen Betrieben. 

Paul Kagame (Ruanda)

epa07238478 Rwanda's President and chairman of the African Union (AU), Paul Kagame, speaks during a press conference within the High-Level Forum Africa-Europe at the Austria Center Vienna (ACV) in Vienna, Austria, 18 December 2018. The forum is an event to provide a space for European and African leaders, together with CEOs of major global companies, innovation champions, start-ups and other stakeholders, to reflect and act on what needs to be done to secure prosperity and competitiveness on both continents as well as to deepen the relationship in all its aspects with a specific focus on taking their cooperation to the digital age.  EPA/FLORIAN WIESER

Bild: EPA/EPA

Der Staatspräsident von Ruanda pilgert regelmässig zum WEF. Er regiert das Land schon seit 2000 und darf dank einer Verfassungsänderung das Amt bis 2034 ausüben. 

Für einen Skandal sorgte der ehemalige Rebellenführer letzten Sommer. Für 30 Millionen Pfund wurde Kagame Trikotsponsor beim FC Arsenal. Dadurch erhofft er sich, den Tourismus in Ruanda – mehr als die Hälfte der Bevölkerung lebt in extremer Armut – anzukurbeln. 

Andrej Babis (Tschechien)

epa07184015 Czech Prime Minister Andrej Babis delivers a speech as he attends a no-confidence vote within a session in the Czech Parliament in Prague, Czech Republic, 23 November 2018. According to reports, the Czech opposition parties have called for Babis' resignation and a confidence vote following reports on his son in Switzerland, who claims he had been held in Crimea to prevent him giving evidence in a fraud case into the politician. Babis is suspected of alleged misuse of EU subsidies in a total of 50 million Czech crowns (1.9 milion euro) which were invested into the Capi hnizdo (Stork's Nest) farm in Central Bohemia. The EU's fraud office OLAF is investigating the case. According to reports, Babis denies allegations and said that his son suffers from mental illness.  EPA/MARTIN DIVISEK

Bild: EPA/EPA

Der tschechische Regierungschef ist in einen Subventionsskandal verstrickt. So soll Babis angeblich zwei Millionen EU-Fördergelder in einen Wellness-Palast investiert haben. Tschechische Ermittler vermuten, dass dieser zu seinem eigenen Konzern gehört, wie der «Tages-Anzeiger» berichtet. Auch das europäische Amt für Betrugsbekämpfung ist ihm wegen dieser Angelegenheit auf den Fersen. 

Um die Untersuchungen zu verhindern, soll Babis angeblich seinen Sohn gegen dessen Willen ausser Landes geschafft haben. Somit konnten die Behörden keine Befragung durchführen. Der Sohn ist im November nach zwei Jahren in Genf aufgetaucht und belastet seinen Vater schwer.

(vom mit Material von reu/dpa/sda/afp)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Rolf Meyer 22.01.2019 07:55
    Highlight Highlight Die Frage ist, ob es Sinn macht solche Persönlichkeiten einzuladen. Positiv kann sein, dass man sie durch Gespräche etwas beeinflussen und von anderen Ansichten überzeugen kann. Negativ, dass man ihnen eine Plattform bietet, um ihre Ansichten zu verbreiten. Schwierig.
    • Nagur 22.01.2019 12:41
      Highlight Highlight Also möchtest du die Meinungsfreiheit einschränken?
  • Linus Luchs 22.01.2019 07:49
    Highlight Highlight Dass es diesen Autokraten (ich würde sie kriminell nennen, nicht kontrovers) ein Anliegen ist, nach Davos zu kommen, zeigt doch vor allem eines: Das Blahblah über die dringenden Probleme dieser Welt ist nichts als Blendwerk, Alibiübung, Fassade für die Beobachter. In den Hinterzimmern geht es um das Wesentliche: Deals, geschäftliche Beziehungen, losgelöst von ethischen, sozialen oder ökologischen Anforderungen. Und wir Steuerzahlen müssen noch mit Millionenbeträgen die Sicherheitsvorkehrungen dieses verlogenen Forums bezahlen.
  • Ichsagstrotzdem 22.01.2019 07:07
    Highlight Highlight Ich wusste gar nicht, dass an einem Meeting der Wirtschaftselite, wo ein Austausch mit dem gemeinen Fussvolk ausdrücklich unerwünscht ist, humastische Attribute eine Anforderung an die Teilnehmenden darstellt.
  • N. Y. P. 22.01.2019 07:07
    Highlight Highlight Herr Schwab

    Vor Wochen lese ich, dass wir Steuerzahler die Sicherheit des WEF finanzieren.

    Kleines p.s. : Das WEF sitzt auf einem Cashberg von rund einer halben Milliarde Franken.

    Und heute führen wir uns die Teilnehmerliste zu Gemüte mit dem saudi arabischen ex-Aussenmimister als Höhepunkt der der Liste.

    Herr Schwab, was ist bloss aus ihrem WEF geworden ?
    • Ichsagstrotzdem 22.01.2019 11:25
      Highlight Highlight Ich bin dafür, dass die Sicherheitskosten durch die Teilnahmegebühr finanziert wird. Sonst noch wer?

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