Papst
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«Ein Tempo, das einem Angst macht» – das war Papst Franziskus' Besuch in der Schweiz

Papst Franziskus hat mit einem Besuch beim Weltkirchenrat in Genf die Verbundenheit der römisch-katholischen Kirche mit der Einheit der Christen verdeutlicht. Von der Schweiz forderte er, sich für Konfliktlösungen einzusetzen.



Papst Franziskus betonte am Donnerstag bei seiner Visite des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) in Genf mehrmals seine Botschaft: Ziel des gemeinsam zu gehenden Weges sei die Einheit der Christen. Dazu brauche es Bescheidenheit und Demut, sagte das Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche in einer Rede in der ÖRK-Kapelle.

Der Papst-Besuch in Genf stand im Zeichen des 70-jährigen Bestehens des Ökumenischen Rates. Franziskus war nach Paul VI. (1969) und Johannes Paul II. (1984) der dritte Papst, der dem Weltkirchenrat einen Besuch abstattet. Johannes-Paul II. war zudem 2004 der letzte Papst, der die Schweiz besucht hatte.

Swiss Federal Councillor Doris Leuthard, right, and Swiss President of the National Council Dominique De Buman await Pope Francis who will celebrate the Holy Mass at Palexpo hall in Geneva, Switzerland, Thursday, June 21, 2018. Pope Francis visits the World Council of Churches as centrepiece of the ecumenical commemoration of the WCC's 70th anniversary. (KEYSTONE/POOL/Martial Trezzini)

Auch Bundesrätin Doris Leuthard und Nationalratspräsident Dominique De Buman lauschten andächtig. Bild: KEYSTONE

Der Ökumenische Rat der Kirchen vereint in fast 350 Kirchen mehr als 500 Millionen Christen weltweit, darunter Anglikaner, Baptisten, Lutheraner, Methodisten sowie orthodoxe und reformierte Kirchen. Die römisch-katholische Kirche mit ihren 1,3 Milliarden Mitgliedern gehört nicht dazu.

«Unsere Unterschiede dürfen keine Ausrede sein, unser Weg hat ein klares Ziel: die Einheit», sagte der Papst. ÖRK-Generalsekretär des Olav Fykse Tveit sagte bei der Begrüssung des Papstes: «Dies ist ein Tag, den viele Menschen in aller Welt herbeigesehnt haben und für den sie gebetet haben.» Im Vorfeld des Treffens sprach Tveit von einem «historischen Meilenstein im Streben nach der Einheit der Christenheit».

Angst machendes Tempo

Bei der Messe in den Palexpo-Hallen zum Abschluss seines Besuchs rief Papst Franziskus die Menschen dazu auf, wieder ein einfacheres Leben zu führen. «Viele Menschen verbringen heute ihr Leben in einem Tempo, das einem Angst macht», sagte er.

Der Papst kritisierte unter anderem die Informationsflut, die in Form von Anrufen, Mitteilungen und sozialen Medien über viele Menschen täglich hereinbreche. Darunter litten die Beziehungen unter den Menschen. Er appellierte an die Gläubigen, den Menschen dem technischen Gerät wieder vorzuziehen.

An der Messe in den Palexpo-Hallen nahmen nach Schätzungen der Genfer Polizei rund 30'000 und gemäss Diözese 37'000 Gläubige teil, also weniger als erwartet. Im Vorfeld hatten die Organisatoren mit 41'000 Personen gerechnet. Die Menschen waren teils schon Stunden vor Beginn der Zeremonie zu den Expo-Hallen gekommen, wo sie an den zahlreichen Sicherheitsschleusen zeitweise lange warten mussten.

epa06828276 Pope Francis greets the audience before celebrating the Holy Mass at Palexpo hall in Geneva, Switzerland, 21 June 2018. Pope Francis visits the World Council of Churches as centerpiece of the ecumenical commemoration of the WCC's 70th anniversary.  EPA/CIRO FUSCO

Bild: EPA/ANSA

Der Papst war am Morgen bei seiner Ankunft in Genf von einer Delegation des Bundesrats und der Genfer Behörden empfangen worden. Mit Bundespräsident Alain Berset traf er dann zu einem offiziellen Gespräch zusammen.

Dabei habe das Kirchenoberhaupt die Schweiz aufgerufen, das zu tun, was sie könne, nämlich Konflikte durch Dialog lösen zu helfen. Die Schweiz habe ihre Verantwortung zu tragen, könne dies aber nicht alleine tun, sagte dazu Bundespräsident Berset vor den Medien in Genf.

Müder Papst

Der Papst, der im Dezember 82 Jahre alt wird, zeigte sich zu Beginn seiner Visite erschöpft. Ohne zu winken kam er aus dem Flugzeug und stieg langsam die Treppe hinab.

Erst am frühen Abend bei der Fahrt im offenen Papamobil durch die Menschenmenge vor der Messe am Flughafen lachte er gelöst, winkte und segnete die Menge. Nach Ende der Messe hatte er für einen kurzen Moment eine Schwäche, konnte den Saal dann aber ohne Hilfe verlassen. Wenig später stand sein Heimflug auf dem Programm.

Der von einem grossen Sicherheitsdispositiv begleitete Besuch verlief reibungslos. Auch auf dem Strassennetz wurden keine nennenswerten Störungen festgestellt. «Es war eigentlich sehr ruhig», sagte der Genfer Polizeisprecher Silvain Guillaume-Gentil. (sda)

Der Liveticker zum Nachlesen:

Ticker: 2018-06-21 Papst in Genf

Papst-Besuch ist ein finanzieller Kraftakt

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Video: srf

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    Alle Leser-Kommentare
  • Pelegrino 22.06.2018 09:11
    Highlight Highlight Der Papst ist ein Mensch, gleich den Senioren in der Schweiz, und man nicht sagen, dass wenn er alt ist, dass er ausgelaugt und nichts mehr nütze ist. Die Leute die mit uns arbeiten, kommen nicht alle von der Werkbank, sondern auch aus den Büro, und da ist es fehl denken, um so älter umso Schrott.

    Wenn hingegen einem Trump-Ungeheuer denn Kniefall macht, das finde ich beschämend, der es wagt seine Hand an Flüchtlinge aus Mexiko zu vergreifen, indem er Kleinkinder von ihren Eltern gewaltsam trennt.
  • anju 22.06.2018 00:12
    Highlight Highlight Verstehe nicht wie man von sogenannten Stellvertreter irgendwelcher Götter huldigen soll, sei dies ein Papst oder ein anderes Lama. Das wie und warum werde ich wohl nie verstehen aber diese meist nicht armen "Glaubensführer" die mit den kriminellsten der Kriminellen dieser Welt per du sind und auch immer wieder einmal schmutzige Geschäfte aller Art tätigen ist nicht zu trauen, wie auch den Anhänger.
  • Oxymora 21.06.2018 21:27
    Highlight Highlight Schade, dass der Papst die sprechende Schlange nicht mitgebracht hat, bei dem prächtigen Reptilien-Wetter, das wir heute hatten.
  • Hardy18 21.06.2018 20:20
    Highlight Highlight Und das alles für einen alten Greis mit weißer Kutte. Was hat er nochmal nützliches für uns getan? Nichts. Das hat ja David Guetta auch 😂 und alle schreien.
  • Denk-mal 21.06.2018 13:36
    Highlight Highlight ...eso:
    Play Icon


    Darum wird erheute Abend mal abspecken müssen. "Kei Röschti, kei Chäs", aber Chäs darf er verzelle:-)
  • Pelegrino 21.06.2018 13:27
    Highlight Highlight Eigentlich hätte dem Papst sehr wahrscheinlich nicht die Sicherheitsmassnahmen geärgert, sondern das bluffende Drumherum, dass Er gleichentags wieder in den Vatikan zurückkehrte, und warum ein warum einen staatlichen Jet, wenn anders es auch geht, denn so ein Flugobjekt ist sehr teuer!
    • Pelegrino 21.06.2018 15:08
      Highlight Highlight Schweiz hat nebst Amerika die teuerste grösste Show -Maker Mentalität, die den Papst genervt haben könnte, was ihn dazu bewegt hat, nur einen Tagesausflug zu machen. Papst Franziskus kommt aus bescheidenen Umgebung, und mag diesen aufgemotzte Trara nicht, den der Staat mit den gläubigen Katholiken aufgezwungen organisierte, der Glaube in der Schweiz, ist halt auch Politik, und das gefällt nicht allen, auch mir nicht.
  • bullygoal45 21.06.2018 10:03
    Highlight Highlight Ja für dieses Theater mussten wir gestern Abend noch Jet‘s aufmunitionieren.. was erwarten die wer den Papst angreift? 🙈
    • Eskimo 21.06.2018 12:12
      Highlight Highlight Was ist dein Problem?
    • Alex_Steiner 21.06.2018 12:54
      Highlight Highlight Was sollen die Blitze? Was glaubt ihr wer den Papst angreift? Wohl kaum etwas das ein Jet benötigt.
    • bullygoal45 21.06.2018 16:53
      Highlight Highlight Wir haben vier F/A-18 (+2 Reserve)..
      ..mit je 560 U-Pad Patronen
      ..mit je 1x Amram Lenkwaffe
      ..mit je 1x Swia 9x Lenkwaffe
      ausgestattet.

      Was ist das Bedrohungsszenario, welches die 2 Luftpolizei Reserven nicht bodigen würden? Ganz ehrlich?
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