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Was fällt auf diesem Bild auf? Genau, keine Laptops. Es sind offensichtlich Ethnologie-Studenten.
Was fällt auf diesem Bild auf? Genau, keine Laptops. Es sind offensichtlich Ethnologie-Studenten.Bild: KEYSTONE
Der Enthüller
Satire – (fast) kein Wort ist wahr
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10'000 potentielle Arbeitslose haben gestern das Studium begonnen

16.09.2014, 12:0516.09.2014, 15:13

Zürich (den) – Gestern war nationaler Studienbeginn für zehntausende Studenten an hiesigen (Fach-)Hochschulen und anderen Bildungseinrichtungen. Somit werden auch in drei Jahren wieder tausende Studenten direkt nach dem Bachelorstudium einen Platz bei der lokalen Arbeitsvermittlung in Anspruch nehmen. «Studiumsbeginn ist für uns immer eine herausfordernde Zeit», sagt Marianne Zbinden vom Zürcher RAV. «Es tut uns im Herzen weh, wenn wir mitansehen müssen, wie junge Menschen ihre berufliche Zukunft durch ein falsch gewähltes Studium aufs Spiel setzen. Besonders die Studienrichtungen Ethnologie, Psychologie, Geographie, Publizistik, Philosophie und Soziologie sind Garanten für ein Leben voller schlecht bezahlter Praktika oder eben einen Stammplatz in der RAV-Datenbank.»

«Immer mehr Studis hängen nach dem Bachelor noch den Master an, in der Hoffnung, das Unheil abzuwenden.»
Marianne Zbinden

Laut Zbinden können einige Studenten das drohende Schicksal noch ein wenig hinauszögern. «Immer mehr Studis hängen nach dem Bachelor noch den Master an, in der Hoffnung, das Unheil abzuwenden. Wir begrüssen diesen Schritt ganz und gar nicht. Diese Absolventen landen somit zwei Jahre später bei uns und wir müssen ihnen dann aufgrund des höheren Abschlusses mehr Arbeitslosengeld bezahlen.» Zbinden sieht jedoch auch Lichtblicke. «Einige HSG-Absolventen haben immerhin die Möglichkeit eine Politkarriere bei der FDP zu starten. Da gewinnt man zwar keine Wahlen, aber als Strohmann diverser Lobbyisten hat man wenigstens einen angenehmen Lohn.»

Studenten lernen besser den Namen ihres zukünftigen Arbeitgebers auswendig.
Studenten lernen besser den Namen ihres zukünftigen Arbeitgebers auswendig.Bild: KEYSTONE

McDonald's führt Recruiting Day durch

An der Uni Zürich sieht man die Tragik nicht so eng. «Wir können die Studenten doch nicht zwingen, ein sinnvolles Studium in Angriff zu nehmen», sagt Uni-Rektor Fritz Schaller. «Wir decken mit unserem Angebot lediglich die Nachfrage ab. Wenn jedes Jahr 300 Menschen Psychologie studieren wollen, nur um in drei Jahren die gleiche Arbeit zu machen wie ein Sozialarbeiter, dann ist dies ihre Entscheidung. Schliesslich leben wir in einem freien Land

Einige findige Firmen machen sich die Misere auch zu Nutze. McDonalds war gestern in verschiedenen Schweizer Aulas mit Infoständen präsent. «Wir haben wie jedes Jahr unseren Recruiting Day durchgeführt», sagt McDonald’s-Sprecherin Laura Brüllmann. «Dabei wollen wir den neuen Studenten zeigen, welche Optionen sie in drei Jahren mit ihren Abschlüssen haben. Besonders für den Drive-in oder für die Kasse sind wir immer auf der Suche nach Talenten.»

Um Studenten anzuwerben, setzen Firmen auf, sagen wir mal, kreative Job-Titel. Im Bild: Subway, die im vollen Ernst nach Artists suchen. ARTISTS!!
Um Studenten anzuwerben, setzen Firmen auf, sagen wir mal, kreative Job-Titel. Im Bild: Subway, die im vollen Ernst nach Artists suchen. ARTISTS!!
Der Enthüller
Hart recherchierte Fakten, fundierte Kritik und realistische Analysen? Die gibt es anderswo. Chefredaktor Buzz Orgler und sein Praktikant Pavel Kulicka decken auf, was keiner wissen will. Ob Berichte über tote Eskimos wegen der Ice Bucket Challenge oder glückliche Lottogewinner, die beiden gescheiterten Journalisten sind sich für keine satirische Schlagzeile zu schade. Und schneller als die Wahrheit sind sie noch dazu.



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Putin: «Ich bin nicht untergetaucht, ich musste mich lediglich um Krim-Krams kümmern»
Mehr als eine Woche fehlte vom gloriosen Führer des russischen Reiches jede Spur. Jetzt ist er aufgetaucht und steht dem Enthüller Red und Antwort. Im Interview spricht er über seine Träume, seine Ängste und seinen «Schweizer» Nachwuchs.

Herr Putin, Sie waren für ein paar Tage weg und die ganze westliche Welt stand Kopf. Es kursierten Gerüchte über Ihren Tod, ein Attentat oder gar einen Putsch im Kreml. Wie erklären Sie sich die Faszination an Ihrer Person?
Nun ja, ich bin der letzte Rockstar der globalen Politik. Nachdem mit Gaddafi und Jong-il die letzten beiden internationalen Exzentriker von uns gegangen sind, bin ich plötzlich der letzte der drei Musketiere, wie wir uns scherzhaft nannten. Schauen Sie, Merkel hat das Charisma einer trockenen Pflaume, Hollande erinnert mich immer an Inspector Clouseau und Obama sieht aus, wie der wesentlich uncoolere Bruder von Dennis Rodman. Da reicht es, wenn ich einmal pro Jahr mein Hemd ausziehe oder mich für ein paar Tage nicht blicken lasse, um das Bild eines starken, kompromisslosen Führers zu zementieren.

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