Italien
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A coastguard boat approaches the German humanitarian group's rescue boat Sea Watch 3, to deliver food and blankets for the cold, off the coast of Syracuse, Italy, Sunday, Jan. 27, 2019. The Italian coast guard is bringing socks, shoes, bread and fruit to 47 migrants who have been stranded at sea for nine days aboard a German ship. (AP Photo/Salvatore Cavalli)

Die Sea-Watch vor dem Hafen von Syracus.  Bild: AP/AP

Endlich helfen EU-Länder Italien und damit den 47 Flüchtlingen des Schiffs «Sea-Watch» 



Nach zwölf Tagen auf dem Mittelmeer dürfen die 47 Migranten an Bord des vor der Küste Sizilien blockierten NGO-Rettungsschiffes «Sea Watch 3» an Land gehen.

Die Migranten sollen noch am Mittwochnachmittag im Hafen der sizilianischen Stadt Syracus landen und per Bus zu den Hotspots in Pozzallo und Messina gebracht werden. Danach soll ihre Umverteilung beginnen.

Sieben europäische Staaten - Italien, Deutschland, Malta, Frankreich, Portugal, Rumänien und Luxemburg - werden sich an der Umverteilung der Migranten beteiligen, erklärte der italienische Premier Giuseppe Conte am Mittwoch in Mailand. Die Hilfsorganisation Sea Watch hatte die 47 Migranten vor der libyschen Küste von einem Schlauchboot an Bord genommen. Die Regierung Conte hatte dem Schiff jedoch die Einfahrt in italienische Häfen verweigert.

«Endlich setzt sich Europa in Bewegung. Dies bedeutet, dass unsere Linie zu Resultaten führt»

Innenminister Matteo Salvini

Der maltesische Premier Joseph Muscat bestätigte, dass Malta einige Migranten aufnehmen werde. Zugleich forderte er die Hilfsorganisationen auf, die Regeln zu respektieren. «Jeder muss die Regeln respektieren, die NGO müssen Verantwortung zeigen», sagte Muscat bei einem Besuch auf Sardinien am Mittwoch.

Der italienische Innenminister Matteo Salvini begrüsste die Einigung zur Umverteilung der Migranten an Bord der «Sea Watch 3». «Endlich setzt sich Europa in Bewegung. Dies bedeutet, dass unsere Linie zu Resultaten führt», so Salvini, der seit Juni NGO-Schiffen die Landung in italienischen Häfen verweigert.

«Wir sind glücklich, dass der Leidensweg unserer Gäste zu Ende geht, doch heute bleibt ein schandhafter Tag für Europa. Menschenrechte sollten nicht Gegenstand von Verhandlungen sein»

Johannes Bayer, Sea Watch

EU-Parlamentspräsident Antonio Tajani meinte, eine Reform des Dubliner Asylsystems sei dringend notwendig, um weitere Fälle wie jene der «Sea-Watch 3» zu vermeiden. Zugleich rief Tajani die EU zu einem «Marshall-Plan» zur Förderung des Wirtschaftswachstums afrikanischer Länder auf. Der Vizepräsident der EU-Kommission Frans Timmermans meinte, Europa müsse «Solidarität mit den Flüchtlingen» mit einer Reform des Dubliner Asylsystems verbinden.

Der Präsident der deutschen NGO Sea Watch, Johannes Bayer, begrüsste das Abkommen zur Umverteilung der Migranten an Bord des Rettungsschiffes. «Wir sind glücklich, dass der Leidensweg unserer Gäste zu Ende geht, doch heute bleibt ein schandhafter Tag für Europa. Menschenrechte sollten nicht Gegenstand von Verhandlungen sein», sagte Bayer. (sda/dpa/apa)

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5Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • murrayB 31.01.2019 19:28
    Highlight Highlight Ich finde es richtig und wichtig, dass die Schiffbrüchigen gerettet werden, denn das ist Menschlichkeit...

    Aber weshalb muss man alle nach Europa bringen? Weshalb bringt man sie nicht wieder zurück nach Libyen?
  • Fairness 30.01.2019 18:36
    Highlight Highlight „Sie holte Wirtschaftsmigranten mit dem Schlepper-Taxi ab „ wäre im Text zutreffender und ehrlicher.
  • Angelo C. 30.01.2019 16:40
    Highlight Highlight Salvini hat völlig recht : Europa bzw. die EU bewegt sich nur unter grossem Druck und die Haltung der italienischen Regierung hat sich nun endlich ausbezahlt.

    Man kann Italien und Griechenland, mittelfristig auch Spanien, nicht mit dem Flüchtlingswesen - und schon gar nicht mit der grassierenden illegalen Migration - im Stich lassen. Die Devise wäre demnach verteilen, was bisher die meisten Staaten ablehnten. Und auch die bedingt Aufnahmewilligen werden da nicht kontinuierlich und ewig beistehen.

    Es wird der Tag kommen, wo nur noch in Richtung Afrika gerettet und angelandet werden kann....
  • dorfne 30.01.2019 15:11
    Highlight Highlight Menschliches Handeln ist Pflicht nicht Kür! Die Würde des Menschen ist unantastbar. Wer andere entwürdigt, entwürdigt letztendlich sich selbst. Aber das kann doch nicht ewig so weiter gehen - auf dem letzten Zacken die Leute vor dem Ertrinken retten. Es braucht eine ganze Palette von Massnahmen: Einerseits Botschaftsasyl, Abklärungen des Anspruches vor Ort, sichere Wege in die Zielländer, Bekämpfung der Fluchtursachen und des Schlepperwesens, mehr Geld für die Flüchtlingslager, für Integration. Andererseits aber auch Rücknahmeabkommen mit den Herkunftsländern usw..
    • chäsli 30.01.2019 15:54
      Highlight Highlight Stimmt menschliches Handeln ist Pflicht, diese Einwanderer wurden vor der lybischen Küste von einem Schlepperboot aufgenommen und nicht vor dem letzten Zacken gerettet. Diese Einwanderung muss aufhören, man muss niemand integrieren, man muss diese Leute an die nordafrikanische Küste zurück bringen. Es darf niemand mehr aufgenommen werden.

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