Gesellschaft & Politik
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FILE - In this Monday, Nov. 9, 2009, file photo, an Iraqi worker operates valves at the Rumaila oil refinery, near the city of Basra, 550 kilometers (340 miles) southeast of Baghdad, Iraq. Iraq’s prime minister says his country will agree to cut production to boost oil prices. OPEC members will try to complete a production-cut deal when they meet Wednesday, Nov. 30, 2016, in Vienna. The long slump in crude prices is hurting many producers. (AP Photo/Nabil al-Jourani, File)

Ein Ölfeld in der nähe der irakischen Stadt Basra. Bild: NABIL AL-JURANI/AP/KEYSTONE

Schreckgespenst «Peak Demand»: Brauchen wir bald kein Öl mehr?

Ein neues Wort verunsichert die Erdöl-Industrie: Peak Demand. Was das bedeutet und worum es geht, erfahrt Ihr hier.



Vor zehn Jahren kannte der Erdölpreis nur eine Richtung: nach oben. Ein Barrel des schwarzen Goldes kostete mehr als 150 Dollar, und die Experten sprachen bereits davon, dass bald die 200-Dollar-Grenze durchbrochen sein würde.  

«Wir fragen uns nicht mehr: ‹Wann haben wir kein Öl mehr?›, sondern: ‹Wie lange werden wir es noch brauchen?›»

Daniel Yergin

In diesen Zeiten machte der Begriff «Peak Oil» die Runde. Das bedeutet, dass der Höhepunkt der Entdeckung von neuen Ölfeldern erreicht ist und künftig mehr verbraucht als gefunden wird. Peak Oil wurde damals als einer der Gründe für die Ölpreis-Hausse angeführt.  

Bank of England governor Mark Carney pauses as he speaks during a news conference at the Bank of England in London, Britain July 5, 2016. REUTERS/Dylan Martinez/File Photo

Hat die Diskussion lanciert: Mark Carney. Bild: DYLAN MARTINEZ/REUTERS

Im September vergangenen Jahres hielt Mark Carney, der Gouverneur der Bank of England, an einem Dinner des Versicherer Lloyd’s eine Ansprache vor der britischen Finanzelite. Zuvor warnte er, er würde keine Witze machen. Dann führte er aus, dass wegen der zu erwartenden Klimaerwärmung der grösste Teil der bekannten Ölreserven gar nicht angezapft werden dürfe und die Ölmultis sich daher auf riesige Verluste vorbereiten müssen.  

Peak Demand ist keine akademische Frage

Carneys Rede war ein Wendepunkt in der Energie-Diskussion. Daniel Yergin, einer der bekanntesten Öl-Experten der Welt – sein Buch «The Price» ist wirklich lesenswert – formuliert es wie folgt: «Es gibt eine Kehrtwendung, wir fragen uns nicht mehr: ‹Wann haben wir kein Öl mehr?›, sondern: ‹Wie lange werden wir es noch brauchen?›». Damit war die Peak-Demand-Diskussion lanciert.  

Es ist jedoch alles andere als eine akademische Frage. Obwohl die Vereinigung der Erdöl produzierenden Länder OPEC eine Drosselung der Förderung beschlossen hat, wird der Ölpreis in absehbarer Zeit kaum wieder über die 100-Dollar-Grenze klettern. Auch die Ölindustrie ist inzwischen aufgewacht. So hat der ungarische Ölkonzern MOL Group seine Aktionäre kürzlich gewarnt, dass die Nachfrage nach dem schwarzen Gold auf den Schlüsselmärkten künftig fallen dürfte. Mit gutem Grund: Gemäss Angaben der OECD, dem Club der entwickelten Länder, ist der Energieverbrauch seit 2005 um drei, die Nachfrage nach Öl jedoch um neun Prozent gesunken.  

epa04538516 An undated artistic sketch handout picture released by Google on 23 December 2014 shows a prototype of a self-driving car. Google unveiled its first 'fully functional' self-driving car on 22 December 2014, the company said. 'Today we're unwrapping the best holiday gift we could've imagined: the first real build of our self-driving vehicle prototype,' the statement on the company's Google Plus social media site said. Google announced in May 2014 it would develop its own self-driving vehicles, which would use an array of sensors and computers to navigate streets without a driver at the controls.  EPA/Google  HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Braucht kein Benzin: Das Google-Auto. Bild: EPA Google

Immer effizientere Motoren, das Aufkommen von Elektroautos und das Internet der Dinge sind Gründe für diese Entwicklung. Sie wird sich noch verstärken. Fast die Hälfte des gesamten Erdöls wird für den Transport verbraucht. Es besteht also allein in diesem Bereich ein gewaltiges Sparpotenzial.  

«Bis zum Ende dieses Jahrzehnts will China eine Solarkapazität von 150 Gigawatt zubauen, rund drei Mal so viel, wie es an bestehenden Kapazitäten hat.»

Economist

Selbst bei den führenden Öl-Multis wird deshalb laut über Peak Demand nachgedacht. So hat Simon Henry, Finanzchef bei Shell, spekuliert, dass der Zeitpunkt bereits in 15 Jahren erreicht werden könnte. BPS Vize Dominic Emery lässt sich im «Wall Street Journal» wie folgt zitieren: «Es geht nicht mehr um ob, sondern um wann wir den Peak Demand erreichen.»  

1,6 Millionen Chinesen sterben jährlich wegen Feinstaub

Auch in China, dem mittlerweile grössten Öl-Importeuer, wachsen die Bäume nicht mehr in den Himmel. Die staatliche China National Petroleum Corp hat kürzlich bekannt gegeben, dass der Ölkonsum wahrscheinlich ab 2030 fallen würde.  

Gerade China hat allen Grund, den Verbrauch von Öl zu drosseln. Im Land der Mitte sterben wegen verschmutzter Luft jährlich rund 1,6 Millionen Menschen. Auch in den indischen Städten hat der Feinstaubgehalt in der Luft Werte erreicht, die weit jenseits von Gut und Böse liegen.  

Selbst in Saudi Arabien ist Peak Demand ein Thema

Gleichzeitig gibt es vermehrt Alternativen zum Öl. «Die Kosten für saubere Energie fallen», schreibt der «Economist». «Autobatterien sind 80 Prozent billiger als 2008; in Nord-Europa ist der Preis für Wind-Energie innerhalb von drei Jahren um mehr als die Hälfte gesunken. Solarenergie als attraktive Energiequelle schliesst zu Gas und Kohle auf. Bis zum Ende dieses Jahrzehnts will China eine Solarkapazität von 150 Gigawatt zubauen, rund drei Mal so viel, wie es an bestehenden Kapazitäten hat.»

Selbst in Saudi-Arabien ist Peak Demand ein Thema geworden. Nach dem Vorbild von Norwegen ist die Regierung im Begriff, einen riesigen Fonds zu äufnen, mit dem sie Alternativen zur Erdölindustrie finanzieren will. Die Saudis wollen auch den staatlichen Ölkonzern Aramco – das wertvollste Unternehmen der Welt – teilweise privatisieren. Die erwarteten rund 150 Milliarden Dollar aus dieser Privatisierung sollen in den Fonds fliessen.

Erdöl

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    Alle Leser-Kommentare
  • Share 02.12.2016 11:14
    Highlight Highlight Was interessiert das Erdöl mein fliegender Tesla? Können wir uns auf eine gemeinsame Faktenlage einigen? Hat jemand die Müllkippe hinter dem Check-in Schalter im Film das fünfte Element gesehen?
  • Stromer5 02.12.2016 06:31
    Highlight Highlight Es leuchet mir ein, fass dank Elektroautos und Wärmepumpe zukünftig weniger Öl verbraucht wird.
    Was ist aber mit allen anderen auf Öl basierenden Produkte, Kosmetika, sämtlicher Kunststoff usw. Gibts da auch ernsthafte Alternativen?
    • Daniel Kunz 02.12.2016 08:31
      Highlight Highlight Wie vielleicht auch schon mit skimmed hast, falls du dich ab und zu informierst, sind die Erdölbedtandteile in Kosmetika sehr bedenklich und stehen häufig im Verdacht, krebserregend zu sein - ja, es gibt Alternstiven - pflanzliche. Beim Kunststoff ähnlich - vom Plastik im Meer gehört? Ein Megaproblem. Kunststoff geht nicht aus, man könnte ihn nämlich recyceln.
      Gut fragst du. Aber mich besorgt es, dass da die Antwort nicht einfach schon klar ist..
    • JackMac 03.12.2016 14:58
      Highlight Highlight Für Kunststoff würde es genügen Bio-Alternativen auf Ester Basis geben.
      Allerdings machen die Kunststoffe am Gesammtverbrauch gerade mal 4% aus .
  • Döst 01.12.2016 16:08
    Highlight Highlight China setzt nebst Solar auch auf neue AKW's.
    Die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen ist leider immer noch enorm hoch, auch in der CH ist der Energieanteil Öl+Gas fast 2/3 der Gesamtenergie. Ganz so schnell wird man nicht davon wegkommen.
    Allerdings stagniert/sinkt in den westlichen Industrieländern (Europa/USA/Japan) der Ölverbrauch schon seit vielen Jahren.
    Der Wechsel weg von Treibstoffen wird im Individualverkehr IMO schneller gehen als gedacht. In 5 Jahren wird es normal sein, einen Plugin-Hybrid zu kaufen, und in 10 Jahren ein reines E-Auto.
    • Mr. Impartial Pants 01.12.2016 18:23
      Highlight Highlight Der Anteil von Öl,Gas und Kohle am Primärenergiemix der Schweiz liegt bei knapp 50% und nicht bei zwei Drittel, zumindest sagt das die letzte Statistik der IEA.
    • Posersalami 01.12.2016 21:45
      Highlight Highlight @Imerpial Pants: Laut UVEK machen Gas und verschiedene Produkte aus Öl rund 65% (also rund 2/3tel) der verbrauchten Energie in der Schweiz aus: https://www.uvek.admin.ch/uvek/de/home/energie/energiestrategie-2050/infografiken.html
      Wer übrigens günstigen Strom möchte, muss für die dezentrale Produktion von Energie eintreten. 50% des Strompreises beim Endkunden entstehen durch den Transport in Form von Netznutzungsgebühren. Sieht man im Link wenn man in den unteren Drittel scrollt. Da kann man wirklich sparen!
    • Döst 01.12.2016 22:41
      Highlight Highlight @Mr...: Bundesamt für Energie: Erdöl Brennstoffe + Treibstoffe 51%, Gas 13% = 64%
    Weitere Antworten anzeigen
  • blinddursland 01.12.2016 15:16
    Highlight Highlight Ja wir sind schon viel zu lange abhängig vom Öl. Viele Kriege wurden geführt wegen dem Öl und viele Anschläge und Aufstände (IS) wurde mit dem schwarzen Gold finanziert.
    Wenn doch nur alle wüssten das wir für den Flüchtlingsstrom verantwortlich sind und Öl ein hauptgrund ist. Doch unser Handeln ändert sich erst wenn alles zu spät ist.
  • purpletrain 01.12.2016 15:15
    Highlight Highlight Öl ist viel zu wertvoll um es weiterhin zu verbrennen.
    • w'ever 01.12.2016 16:00
      Highlight Highlight hmmmm...
      ist es nicht eben genau darum so wertvoll, denn sonst kann es ja nicht viel anderes.
    • LaRage95 01.12.2016 17:04
      Highlight Highlight Rohöl findet sich in sämtlichen Produkten. Es kann weitaus mehr als man denkt...
    • Fafnir 01.12.2016 17:45
      Highlight Highlight Hmmmm aus was für Material besteht dein Smarthphone, TV oder eine Petflasche?
      Kunststoff wird aus Erdöl gewonnen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • dmark 01.12.2016 15:00
    Highlight Highlight Und was hat "das Internet der Dinge" damit zu tun, dass wir weniger oder gar kein Öl mehr brauchen würden?
    Alles allein auf Strom auf zu bauen, ist auch nicht unbedingt der Stein der Weisen.
    • FrancoL 01.12.2016 15:11
      Highlight Highlight Ist ja auch nicht vorgesehen diese "Strommonokulter", aber man sollte sie nun ernsthaft fördern und Entwicklungen rund im den Strom vornehmlich die Speicherung vermehrt forcieren.

      Oel werden wir auch in Zukunft mit Sicherheit brauchen.

      Man sollte nicht die eine Energiequelle gegen die andere ausspielen, das ist für nichts förderlich und hemmt den Fortschritt.
    • DerTaran 01.12.2016 16:21
      Highlight Highlight Das "Internet der Dinge" wird dafür sorgen, dass viele unnötige Transporte wegfallen. Es ist eigentlich nichts anderes als Prozessoptimierung im grossen Stil und Optimierung bedeutet immer Ressourcen sparen.
    • Posersalami 01.12.2016 21:48
      Highlight Highlight Vom Öl weg müssen wir irgendwann eh, da es ein endlicher Rohstoff ist. Daher ist jeder einzelne Prozess zum Öl sparen Gold wert. Ob das Internet der Dinge irgendwann einmal etwas dazu beitragen wird werden wir sehen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Velowerfer 01.12.2016 14:17
    Highlight Highlight Auf die Frage im Titel: Nein. Wir werden auch in Zukunft Öl brauchen. In der Ausführung des "Peak Demand" wird auch schon darauf hingewiesen. Die Hälfte der Nachfrage könnte durch die alternativen Antriebstechniken für Fahrzeuge aller Art eingespart werden. Ein weiterer Teil durch alternative Heizmethoden. Doch wird Öl auch zur Herstellung verschiedenster Produkte verwendet. z.B. Plastik. Bis da ein Umdenken stattfindet, wird Öl immer noch gebraucht.

    Erfreulich ist aber das die Aussicht besser ist im Bezug auf nicht erneuerbare Energien.
    • Maragia 01.12.2016 20:21
      Highlight Highlight Soweit ich weiss, macht das ganze industriell verarbeitete Erdöl gerade mal 1% des gesamten Bedarfs aus (Also 95% zum heizen und fahren)
    • Philipp Löpfe 01.12.2016 21:15
      Highlight Highlight #Maragia: Es ist schon deutlich mehr. Etwa die Hälfte geht für den Transport drauf, die Landwirtschaft und die Chemie teilen sich in den Resten.
  • Ohniznachtisbett 01.12.2016 14:03
    Highlight Highlight Dass wir langfristig gesehen vom Erdöl wegkommen ist doch klar. Schon heute wird Öl kaum noch für die Stromproduktion genutzt (Kohle und Gas schon noch). Elektroautos sind auch auf dem Vormarsch. Öl ist ein wunderbarer Rohstoff, aus dem wir fast alles herstellen können. Eigentlich ist es viel zu wertvoll, um es als Brennstoff in Motoren oder Kraftwerken zu nutzen. So gesehen werden wir Öl wohl "ewig" nutzen, aber nicht mehr verbrennen. Ich frage mich dann nur, was die Grünen dann für Argumente gegen den individuellen Personenverkehr bringen, wenn das Dreckschleuder Argument nicht mehr gilt.
    • FrancoL 01.12.2016 15:20
      Highlight Highlight Verstehe nicht was dieser Seitenhieb gegen die Grünen darstellen soll. Wenn die Mobilität auf Grund der neuen Energien wieder zunehmen sollte, werden sich auch andere Parteien ihre Gedanken zur erneut ansteigenden Stresssituation machen.
      Die Mobilität ist nicht nur ein Segen, das Herumkarren von Gütern und Menschen quer durch die Welt nur weil irgendwo die Arbeitslöhne zur Verarbeitung günstiger sind, ist ein Uebel dass auch bei Elektroantrieben bestehen bleibt und das Gefälle zwischen den Ländern weiter erhalten oder gar vergrössern wird. Die verheerenden Folgen sind ja hinlänglich bekannt.
    • Ohniznachtisbett 01.12.2016 15:42
      Highlight Highlight Von welchen verheerenden Folgen sprichst du? Etwa davon, dass wir in Europa seit über 70 Jahren Frieden haben? Dass Brasilien in nur 20 Jahren 50Mio. aus der Armut brachte. Dass in China mehrere 100 Mio. aus der Armut in den Mittelstand kamen? Für Indien gilt ähnliches. Wir haben gerade hier, seit nunmehr 60 Jahren quasi Vollbeschäftigung. Ich will nicht alles schönreden, aber so verheerend wie du sagst ist es nicht.
    • DerTaran 01.12.2016 16:30
      Highlight Highlight Ich habe auch herzlich über die Argumente gegen die zweiter Gotthard Röhre gelacht. Bis 2030 beide Tunnel für den Verkehr zur Verfügung stehen, gibt es viel weniger oder gar keine Benzinautos mehr in Europa.
      Aber die europäischen Grünen waren die wichtigsten Parteien des letzten Jahrhunderts, sie habe viel bewirkt, auch wenn ich vieles was sie machen nicht gut finde.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Oberlehrer 01.12.2016 13:44
    Highlight Highlight Vor dem "Peak Oil" wie auch der "Stromlücke" warnen nur ökonomische Analphabeten. Knappheit führt zu höheren Preisen, dadurch werden alternative Energieträger relativ billiger, es findet eine Substitution weg von Strom / Öl statt und die Nachfrager gehen sparsamer mit Strom / Öl um. Die Frage ist, ob wir unseren Nachfahren hohe Strom- und Ölpreise (und damit hohe Güterpreise) hinterlassen wollen. Weder wird je "das Öl aufgebraucht" sein. Noch werden wir je eine "Stromlücke" erleben.
    • Firefly 01.12.2016 13:59
      Highlight Highlight "Weder wird je "das Öl aufgebraucht" sein" theoretisch ist dies möglich. Da Öl nicht in entsprechender Zeit "nachwächst" und es endlich viel davon gibt. Ob wir wirklich den letzten Tropfen verbrauchen werden weiss ich nicht. Möglich wärs.
    • Oberlehrer 01.12.2016 14:55
      Highlight Highlight Wenn nur noch wenig davon vorhanden ist, dann wird der Ölpreis so hoch sein, dass Verbrennungsmotoren unwirtschaftlich werden. Gleichzeitig wird die Förderung von schwierig erschliessbaren Ölvorräten sowie das Recycling von Ölprodukten rentabel sein, die heute ein massives Verlustgeschäft wären. Die zentrale Frage lautet also: Wollen wir unseren Nachfahren einem exorbitanten Ölpreis hinterlassen? Und nicht: Wann ist der letzte Tropfen Öl aufgebraucht?
    • Share 01.12.2016 15:52
      Highlight Highlight Selbstbeschraenkung, das waere mal etwas total Neues. Da sind eher Interessen im Spiel. Vielleicht jenes Interesse, die Abwertung des Euros zu erzwingen, im Sinne, wir machen jetzt jemand anderen reich. Oder eventuell der grosse Präsidentenwechsel, der ansteht, da der-noch-im-Amt-ist seinen Segen fuer das Fracking an der Ostküste entzogen hat und bei dem der-noch-das-Amt-antreten-muss nur die schwarzen Zahlen zählen. Und last but not least der Umstand, dass die Raketen so effizient werden, dass sich ein Shuttle zum Mond lohnen wird. Ich tippe auf das Letzte.
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