Russland
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Unidentified armed man patrols a square in front of the airport in Simferopol, Ukraine, Friday, Feb. 28, 2014. Dozens of armed men in military uniforms without markings patroled the airport in the capital of Ukraine's strategic Crimea region on Friday as tensions in the country's Russian-speaking southeast escalated. (AP Photo/Andrew Lubimov)

Bild: AP

Ukraine

Kiew entgleitet die Kontrolle über die Krim



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Daniel Huber
Kian
23:21 Ukraine-Krise verunsichert US-Anleger
Ganz unter dem Eindruck der Krise in der Ukraine haben sich die US-Börsen ins Wochenende verabschiedet und uneinheitlich geschlossen. Der Dow-Jones- und der S&P-Index verzeichneten am Freitag Gewinne, letzterer schloss sogar auf einem Allzeithoch. Im Minus beendete dagegen die Technologiebörse Nasdaq den Handel.
«Das Gerede über das russische Engagement in der Ukraine (...) macht die Leute ganz nervös», sagte Miachel James, Chef von Wedbush Securities in Los Angeles. Niemand wisse, was über das Wochenende geschehe, daher hätten viele erzielte Gewinne eingestrichen.
23:12 Obama warnt vor Destabilisierung
Jeder Eingriff in die Souveränität der Ukraine würde sich destabilsierend auswirken, auch für die EU. «Es würde gegen internationales Recht sprechen», sagte der Präsident im Presseraum des Weissen Hauses in Washington. «Die Ereignisse der letzten Monate haben uns gezeigt, dass Menschen ein Recht darauf haben, ihre Zukunft zu bestimmen

Weiter führte der Präsident aus, die USA ständen für die Demokratie, die Souveränität und die Unverletzbarkeit der Grenzen der Ukraine ein. «Wir werden mit unseren Verbündeten über weitere Schritte beraten, und auch mit der Führung in Moskau sprechen.» (Bild: AP)
Obama Ukraine
23:10 Präsident Obama äussert sich zur Lage in der Ukraine
US-Präsident Barack Obama zeigte sich in einer kurzen Ansprache «zutiefst besorgt» über die Entwicklung in der Ukraine.
21:31 13 Flugzeuge mit je 150 Soldaten
Nach ukrainischen Angaben landeten 13 russische Flugzeuge mit jeweils 150 Soldaten in der Nähe von Simferopol, der Hauptstadt der autonomen Teilrepublik. Der Luftraum sei daraufhin geschlossen worden, sagte der Sondergesandte Sergej Kunizyn.
Übergangspräsident Alexander Turtschinow forderte den russischen Präsidenten Wladimir Putin auf, die «Aggression» auf der Krim zu stoppen.

Bewaffnete beim Flughafen von Simferopol (Bild: Reuters):
UKRAINE-CRISIS/
21:07 2000 russische Soldaten gelandet?
Auf einer Militärbasis nahe Simferopol auf der Halbinsel Krim sind laut der ukrainischen Regierung mehr als 2000 russische Soldaten gelandet. Der Sondergesandte Sergej Kunizyn sprach am Freitagabend im Fernsehen von einer «bewaffneten Invasion».
20:55 Kiew protestiert gegen «Verletzung des Luftraums» durch Russland
Kiew hat offiziell Protest gegen eine «Verletzung des Luftraums» der Ukraine durch Russland eingelegt. Das ukrainische Aussenministerium forderte in einer Erklärung am Freitagabend den «sofortigen Rückzug» der Soldaten auf ihre Stützpunkte.
Auf der Krim hatten zuvor Bewaffnete in einheitlichen Uniformen ohne Erkennungszeichen die Kontrolle über zwei Flughäfen übernommen.
Die Fluggesellschaft Ukraine International Airlines strich nach eigenen Angaben alle Verbindungen auf die Krim, weil der Luftraum gesperrt ist.
18:54 Ukraine beantragt Sondersitzung des Uno-Sicherheitsrates
Wegen der explosiven Lage in der Ukraine hat das Land eine Sondersitzung des Uno-Sicherheitsrates beantragt. Die offizielle Anfrage ging am späten Freitagvormittag (Ortszeit) in New York ein.
Dies gab die derzeitige Präsidentin des mächtigsten Uno-Gremiums, Litauens Uno-Botschafterin Raimonda Murmokaite, bekannt. Eine Sitzung noch am Freitag sei möglich.
«Wir arbeiten daran, das Treffen noch in unserer Präsidentschaft abzuhalten», sagte eine Sprecherin der Mission. Mit dem Ende des Monats geht die Präsidentschaft auf Luxemburg über. Beobachter erwarteten allerdings ein Treffen der 15 Ratsmitglieder am Samstag. (sda)
18:14 Russische Pässe für Berkut-Mitglieder?
Laut der russischen Nachrichtenagentur Itar-Tass hat die russische Botschaft auf der Krim die Ausgabe von russischen Pässen an die Mitglieder der ukrainischen Spezialeinheit Berkut angeordnet. Die Spezialeinheit hatte während der Proteste auf dem Maidan in Kiew in die Menge geschossen. Sie ist von der ukrainischen Übergangsregierung aufgelöst worden. Viele Mitglieder der Einheit haben sich auf die mehrheitlich russische Krim zurückgezogen.

18:03 Putin will keine Eskalation in der Ukraine
Der russische Präsident Wladimir Putin hat dazu aufgerufen, eine weitere Eskalation der Lage in der Ukraine zu vermeiden. Der Kreml teilte mit, Putin habe bei Telefongesprächen mit dem britischen Premier David Cameron, der deutschen Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy betont, es sei extrem bedeutend, keine weitere Eskalation der Gewalt zu erlauben. Putin habe sich für eine rasche Normalisierung der Lage ausgesprochen.
Russia Putin
17:50 Transkription von Janukowitschs Pressekonferenz
Die Transkription der Pressekonferenz des abgesetzten ukrainischen Präsidenten Janukowitsch kann hier nachgelesen werden (englisch).
Hier auch noch das Video dazu:
17:37 Video: Kampfhubschrauber auf der Krim
Ein Youtube-Video zeigt mehrere Kampfhubschrauber, die über der Krim patroullieren.
17:32 Ost-Experte sieht keine Gefahr für russische Intervention
Der SPD-Politiker Egon Bahr, einst einer der entscheidenden Vordenker und Mitgestalter der Ostpolitik der Regierung Brandt, sieht aktuell keine Gefahr einer russischen Militärintervention in der Ukraine. «Das sind alles Spielchen, aber ich nehme sie nicht ernst», sagte der 91-Jährige hr-Info.
17:19 Ukrainischer Zoll gibt Schweizer Hilfsgüter frei
Nach einem Jahr hat der ukrainische Zoll zehn Tonnen Hilfsgüter aus der Schweiz freigegeben. Auch eine zweite Ladung stehe kurz vor der Freigabe, teilte das Thuner Hilfswerk Hilfe für Mensch und Kirche (HMK) mit.
Diese Lieferung sei über 15 Monate festgehalten worden. Alle Verhandlungen «auf höchster diplomatischer Ebene» seien bisher ergebnislos geblieben. (sda)
17:04 Timoschenko unterwegs in Kiew
Die ukrainische Oppositionsführerin Julia Timoschenko hat sich heute in Kiew mit Anhängern getroffen, die ihre Freilassung gefordert hatten. (Bild: Reuters)
UKRAINE-CRISIS
16:52 Russische Verstärkung in Sewastopol eingetroffen
Der Sender Radio Liberty berichtet, Hunderte russische Soldaten seien als Verstärkung in Sewastopol eingetroffen. Russisches Militärgerät soll auf der Strasse nach Simferopol unterwegs sein. Der ukrainische Innenminister Arsen Awakow spricht von «bewaffneter Invasion und Besatzung», von «Provokation». (sda)
16:45 Video zeigt Checkpoint beim Zugang zur Krim
Die Halbinsel Krim ist nur über einen schmalen Landstreifen mit dem ukrainischen Festland verbunden. Der Zugang zur Krim wird von gemäss diesem Video auf Youtube von prorussischen Milizen kontrolliert.
16:26 Russische Kriegsschiffe vor der Balaklava-Bucht
Die ukraninische Zeitung «Kyiv-Post» meldet auf ihrer Website, dass sich russische Kriegsschiffe am Eingang der Balaklava-Bucht auf der Krim befinden. In Balaklava ist auch der Posten der ukrainischen Grenzwache, der von russischen Truppen umstellt wurde.
16:21 Klitschko tritt gegen Timoschenko an
Der ukrainische Politiker und Ex-Boxprofi Vitali Klitschko tritt bei der Präsidentenwahl auch gegen die frühere Regierungschefin Julia Timoschenko an. Die aus der Haft entlassene Timoschenko habe ihm selbst vor zwei Tagen bei einem persönlichen Gespräch mitgeteilt, dass sie kandidieren wolle.
Das sagte Klitschko am Freitag bei einer Parlamentssitzung in Kiew. Die Abstimmung ist für den 25. Mai geplant. Zuletzt hatte es widersprüchliche Aussagen um Timoschenkos Pläne gegeben. (sda)
16:11 Russische Marinesoldaten
Die Soldaten, die den Posten umstellt haben, sollen Maschinengewehre tragen.
16:10 Verschanzte ukrainische Grenzschützer
Ukrainische Grenzschützer haben sich in ihrem Posten verbarrikadiert, das Gebäude ist umstellt von russischen Marinesoldaten. (Foto: Reuters)
Lastwagen mit Truppen der russischen Schwarzmeerflotte.
15:59
Russische Marinesoldaten haben laut Nachrichtenagentur Reuters einen Posten des ukrainischen Grenzschutzes umstellt. Es seien mindestens 20 Soldaten in Uniformen der russischen Schwarzmeerflotte. Die ukrainischen Grenzwachen hätten sich in dem Gebäude verschanzt.
15:57 Rumänisches Staatsoberhaupt «zutiefst besorgt»
Der rumänische Staatspräsident Traian Basescu ist «zutiefst besorgt» über die «separatistische Bewegung» auf der Krim. Die «internationalen Akteure» sollten diese weder unterstützen noch ermutigen. Die Integrität, Souveränität und Unabhängigkeit der Ukraine müsse erhalten bleiben. Die Ukraine ist ein Nachbarland Rumäniens.
15:47 IWF gibt Entwarnung
Der Internationale Währungsfonds (IWF) sieht die Ukraine nicht unmittelbar vor dem Bankrott. Die finanzielle Lage des Landes ist laut IWF-Chefin Christine Lagarde nicht kritisch. Die Politik solle sich mit weiteren Prognosen für den unmittelbaren Finanzbedarf zurückhalten, sagte sie.
15:43 Video auf Youtube zeigt russische Truppentransporte
Wann und wo genau die Aufnahmen entstanden, geht aus dem Begleittext nicht hervor. Dort steht ungefähr: «Russland auf der Krim im Bandera-Schock». Stepan Bandera war ein ukrainischer Nationalist, der im Zweiten Weltkrieg mit den Nazis kollaborierte. Im Westen der Ukraine wird er als Freiheitskämpfer verehrt, im Osten als Kriegsverbrecher verachtet.
15:12 Was soll Russland tun?
Wiktor Janukowitsch betont zum Abschluss der Pressekonferenz noch einmal, er sei der legitime Präsident der Ukraine. Er wolle Russland nicht vorschreiben, was es tun solle. Es könne aber nicht einfach abseits stehen, wenn es um die Interessen eines Nachbarstaats geht. Russland müsse auf «das Chaos und den Terror in der Ukraine reagieren». Eine Intervention lehne er aber ab, betonte Janukowitsch erneut.
15:00 Janukowitsch bestreitet Schiessbefehl
Janukowitsch zeigt sich erstaunt darüber, dass der russische Präsident Wladimir Putin bislang zu den Vorgängen in der Ukraine geschwiegen hat. Er betont erneut, dass es nur eine friedliche Lösung für die Ukraine geben kann. Er habe der Polizei nie einen Schiessbefehl gegeben. Die ganze Verantwortung für das Blutvergiessen liege bei den Kräften des Maidan. Die Polizei sei von diesen massiv angegriffen worden. Der Ex-Präsident verlangt eine unabhängige Untersuchung der Vorgänge. Die Wahrheit werde sich eines Tages durchsetzen. Er habe alles getan, um ein Blutvergiessen zu vermeiden.
14:52 Was sagt er zu den Toten in Kiew?
Es folgt die Frage, auf die viele gewartet haben: Fühlt er sich verantwortlich für die Toten in Kiew? Janukowitsch entschuldigt sich für die Toten - allerdings primär für jene unter den Sicherheitskräften. Die Reaktionen auf Twitter bleiben nicht aus.


14:49 Schweigen zu den Schweizer Konten
Nun fragt ein Reporter nach den eingefrorenen Konten in der Schweiz und dem Verfahren der Genfer Staatsanwaltschaft. Janukowitsch geht aber nicht auf die Frage ein, sondern fordert die neuen Machthaber in Kiew auf, ihn wieder einzusetzen und zusammen mit dem Westen eine neue Richtung einzuschlagen.
14:44 Russland soll nicht eingreifen
Er wolle Russland nicht um militärische Hilfe bitten, sagt Janukowitsch. Die Ukraine müsse vereint und ungeteilt bleiben. Er werde aber nicht an den Präsidentschaftswahlen am 25. Mai teilnehmen, denn diese seien illegitim.
14:36 «Ich werde in die Ukraine zurückkehren»
Janukowitsch erklärt, er werde in die Ukraine zurückkehren, sobald seine Sicherheit und die seiner Freiheit gewährleistet sei. In Rostow befinde er sich, weil ein alter Freund von ihm hier lebe, der ihm Zuflucht gewährt habe. Wladimir Putin habe er nicht getroffen, aber mit ihm telefoniert.

UKRAINE-CRISIS/YANUKOVICH
14:33 Krim muss Teil der Ukraine bleiben
Was heute auf der Krim geschehe, sei «eine natürliche Reaktion auf die Machtübernahme in Kiew durch Banditen», sagt der Ex-Präsident. Er bezeichnet die Truppen auf der Krim als Selbstverteidigungskräfte und ruft diese auf, sich zurückzuhalten und eine Konfrontation zu vermeiden. Die Krim müsse bei der Ukraine bleiben, mit grösstmöglicher Autonomie.
14:30 Nach Charkiw und weiter auf die Krim
Janukowitsch erklärt, wie er nach Russland kam: Er sei am letzten Freitag von Kiew nach Charkiw gereist. Auf dem Weg zum Flughafen sei er beschossen worden. Er sei aber nicht geflohen, er habe sich in Charkiw mit Aktivisten getroffen, die dort eine Konferenz abhielten. Danach sei er nach Donezk und weiter auf die Krim gereist, sagt Janukowitsch, weil seine Familie bedroht worden sei. Selbst seine Enkelkinder seien nicht verschont worden.
14:24 Westen war zu nachgiebig
Der gestürzte Präsident beschuldigt den Westen, eine unverantwortliche Politik verfolgt zu haben, indem er gegenüber dem Maidan nachgiebig gewesen sei.
14:20 Janukowitsch hatte Angst um sein Leben
Janukowitsch gibt ein relativ kurzes Statement ab. Er kündigt an, den «Kampf um die Zukunft der Ukraine» weiterführen zu wollen. Die Macht sei von «faschistischen Hooligans» an sich gerissen worden. Er sei «aufgrund von Bedrohungen» gezwungen worden, die Ukraine zu verlassen, sagt Janukowitsch. Er habe Angst um sein Leben gehabt.
13:54 Liechtenstein blockiert Konten
Nach Österreich und der Schweiz hat offenbar auch das Fürstentum Liechtenstein beschlossen, die Bankkonten von Wiktor Janukowitsch, seinem Sohn und 18 weiteren Ukrainern einzufrieren. Dies erklärte eine hoher Regierungsvertreter der Nachrichtenagentur Reuters.
13:38 Flughäfen wieder unter Kontrolle
Die ukrainische Regierung hat nach eigenen Angaben die volle Kontrolle über die Flughäfen auf der Halbinsel Krim. Es habe einen Versuch gegeben, die Airports zu besetzen, sagte der Chef des Nationalen Sicherheitsrates, Andrej Parubij, am Freitag in Kiew. Die mutmasslichen Angreifer hätten allerdings Checkpoints auf den Zufahrtsstrassen eingerichtet. «Aber faktisch kontrollieren ukrainische Sicherheitskräfte die Flughäfen», sagte Parubij nach Berichten örtlicher Medien.

Ukraine
13:27 Janukowitsch in Rostow angekommen
Der gestürzte ukrainische Präsident Wiktor Janukowitsch ist mit dem Flugzeug in der südrussischen Stadt Rostow am Don eingetroffen. Seine angekündigte Pressekonferenz dürfte demnächst beginnen. Bereits warten gemäss der BBC zahlreiche Journalisten auf ihn.


13:21 Denkanstoss an die Adresse der Schweiz

13:08 Schirinowski auf der Krim
Der umstrittene russische Rechtsaussen-Politiker Wladimir Schirinowski ist laut ukrainischen Medien auf dem Flughafen von Sewastopol eingetroffen. Er sei von einer Motorrad-Eskorte abgeholt worden. Der Parteipräsident der rechtsnationalen Liberaldemokraten hatte diese Woche verlangt, russische Pässe an die russischstämmigen Ukrainer zu verteilen, damit deren Rechte geschützt seien.

Weiter hatte Schirinowski betont, Wiktor Janukowitsch sei nach wie vor der legitime Präsident der Ukraine. Russland habe das Recht, auf sein Ersuchen Truppen in das Nachbarland zu entsenden.

RUSSLAND WAHLEN
12:49 Zentralbank begrenzt Abhebesumme
In der Ukraine dürfen künftig pro Tag höchstens umgerechnet 1300 Franken von Bankkonten abgehoben werden. Das ordnete die ukrainische Zentralbank am Freitag angesichts der schweren Krise im Land an. Die ukrainische Währung Hrywnja verlor seit Jahresbeginn ein Viertel ihres Werts, die Ukraine befindet sich am Rande des Staatsbankrotts, und die Sorge der Investoren wächst.

Der neue Chef der Übergangsregierung der nationalen Einheit, Arseni Jazenjuk, gab die Staatsschulden mit 75 Milliarden Dollar an – das sei das Doppelte der Summe von «2010, als Janukowitsch an die Macht kam». Am Donnerstag hatte die Ukraine offiziell ein Hilfegesuch beim Internationalen Währungsfonds (IWF) eingereicht. IWF-Chefin Christine Lagarde teilte daraufhin in Washington mit, dass Experten des Währungsfonds in den kommenden Tagen zu einem «vorbereitenden Dialog» nach Kiew reisen würden.
12:36 Uhr Strafverfahren in Genf gegen Janukowitsch und Sohn eröffnet
Die Genfer Staatsanwaltschaft hat eine Strafuntersuchung gegen den Clan des ehemaligen ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch eingeleitet. Janukowitsch und sein Sohn Alexander würden der schweren Geldwäscherei verdächtigt, teilte die Staatsanwaltschaft am Freitag mit.

Zuvor hatte der Schweizer Bundesrat eine Verordnung erlassen, mit der die Gelder von Janukowitsch und seiner engsten Vertrauten in der Schweiz gesperrt werden. Die meisten der 20 Betroffenen sind ehemalige Minister der gestürzten Regierung. Auf der Liste befindet sich auch Janukowitschs Sohn.

Banken in der Schweiz, die Gelder dieser Personen halten oder verwalten, werden unter Strafandrohung verpflichtet, diese unverzüglich der Direktion für Völkerrecht im Eidg. Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) zu melden.
12:20 Uhr Genfer Staatsanwaltschaft eröffnet Verfahren gegen Janukowitsch
Die Genfer Staatsanwaltschaft hat eine Strafuntersuchung gegen den Clan des ehemaligen ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch eingeleitet. Janukowitsch und sein Sohn Alexander würden der schweren Geldwäscherei verdächtigt, teilte die Staatsanwaltschaft am Freitag mit.

11:27 Uhr Kiew will Bestätigung von Sicherheitsgarantien
Angesichts der wachsenden Spannungen auf der Halbinsel Krim forderte das ukrainische Parlament die USA und Grossbritannien auf, die Souveränität des Landes zu garantieren. In einem Beschluss forderten die Abgeordneten in Kiew am Freitag die Unterzeichnerstaaten des Budapester Memorandums auf, ihre Sicherheitsgarantien für die Ukraine zu «bestätigen» und mit sofortigen Verhandlungen zu einem Abbau der Spannungen beizutragen.

Im Budapester Memorandum von 1994 hatten sich die USA, Grossbritannien und Russland verpflichtet, die Unabhängigkeit und die bestehenden Grenzen der Ukraine zu garantieren. Im Gegenzug verzichtete die Ukraine auf die nach dem Zerfall der Sowjetunion im Land verbliebenen Atomwaffen und unterzeichnete den Atomwaffensperrvertrag.
11:15 Uhr Ukrainische Justiz stellt zweiten Timoschenko-Strafprozess ein
Nach dem Machtwechsel in der Ukraine hat die Justiz der Ex-Sowjetrepublik einen zweiten umstrittenen Strafprozess gegen Ex-Regierungschefin Julia Timoschenko eingestellt. Die Vorwürfe der Steuerhinterziehung und Veruntreuung würden aus Mangel an Beweisen fallengelassen. Dies teilte Richter Konstantin Sadowski am Freitag in Charkow mit. In dem Prozess drohten Timoschenko zwölf Jahre Gefängnis. In einem ersten Prozess war sie 2011 wegen Amtsmissbrauchs zu sieben Jahren Haft verurteilt worden.



UKRAINE REGIERUNG PROTEST
10:57 Uhr Russland will Eingliederung neuer Mitglieder fördern
Die russische Staatsduma (Parlamentsunterhaus) will nicht nur die Einbürgerung von Ukrainern, sondern auch die Eingliederung neuer Mitglieder der Föderation erleichtern, schreibt die Zeitung «Ria Novosti» am Freitag unter Berufung auf die Zeitung «Kommersant».

Nach jetzigem Stand kann der Beschluss über die Eingliederung eines anderen Landes beziehungsweise eines Teils davon nach gegenseitigem Einverständnis erfolgen und durch einen völkerrechtlichen Vertrag bestätigt werden. Bei einem vereinfachten Verfahren würde für die Eingliederung allein der Wille des Volkes in Form eines Referendums ausreichen.
10:32 Uhr Österreich friert Konten ein
Vor dem Hintergrund möglicher Menschenrechtsverletzungen rund um den blutigen Machtkampf in der Ukraine und Korruptionsverdacht friert Österreich auf Ersuchen der neuen Regierung in Kiew die Konten von 18 Ukrainern bei österreichischen Banken bis auf Weiteres ein. Das teilte das Aussenministerium am Freitag der APA mit.

Die Kontensperren erfolgen demzufolge nach Absprache sowohl mit dem Europäischen Auswärtigen Dienst (EAD) in Brüssel als auch mit dem Bundeskanzleramt und dem Finanzministerium in Wien. «Diese Massnahme ist eine vorläufige Sicherungsmassnahme konzipiert sein, bis entsprechende EU-Massnahmen in Kraft treten», erklärten die Behörden.
von Kian
10:18 Uhr Strasse zum Flughafen Belbek blockiert?

10:16
Ukraine ruft UN-Sicherheitsrat an
Das ukrainische Parlament in Kiew bittet laut BBC den UN-Sicherheitsrat, sich mit der Krise zu befassen.
10:15 Russische Flotte streitet Beteiligung ab
Ein Sprecher der russischen Schwarzmeerflotte bestreitet, dass russische Truppen am Flughafen von Sewastopol präsent seien. Die Sicherheitsvorkehrungen rund um die Militärbasen seien aber verstärkt worden. Der Flughafen ist derzeit geschlossen. Auf dem Gelände sollen sich rund 300 bewaffnete Männer aufhalten.
10:05 Uhr Sorgen wegen der Ukraine drückt Aktienkurse
Die Krise in der Ukraine und der anhaltend starke Yen haben die Tokioter Börse am Freitag den dritten Tag in Folge ins Minus getrieben. Die Spannungen auf der Halbinsel Krim drückten die Risikobereitschaft der Anleger, hiess es. Davon profitierten Staatsanleihen sowie die japanische Währung. «Die Investoren gehen Risiko aus dem Weg, weil sie wegen der Lage in der Ukraine und der Gefahr für andere Schwellenländer vorsichtig bleiben», erklärte Hikaru Sato von Daiwa Securities. Angesichts dieser Sorgen fanden die Anleger wenig Trost in den Worten von Fed-Chefin Janet Yellen, die eine längerfristig lockere US-Geldpolitik in Aussicht stellte. (sda)
9:51 Uhr Ukraine beschuldigt Russland der Provokation
Der ukrainische Innenminister Arsen Awakow hat Russland einen «militärischen Einmarsch und Besatzung» auf der Krim vorgeworfen. Angehörige der auf der Halbinsel stationierten russischen Schwarzmeerflotte hätten den Flughafen in Sewastopol blockiert und würden sich zudem auf dem Gelände des Airports der Hauptstadt Simferopol aufhalten.

Das schrieb Awakow am Freitag bei Facebook. Keine Seite habe Waffen eingesetzt. Es handle sich um eine «direkte Provokation» auf dem Territorium eines unabhängigen Staates, betonte Awakow. Russland verfügt über eine Marinebasis in Sewastopol. Die Krim ist mehrheitlich von ethnischen Russen bewohnt.

Über den Rückzug der Bewaffneten herrschte am Freitagmorgen Unklarheit. Ein Augenzeuge sagte der Nachrichtenagentur AFP, es scheine, als hätten die Bewaffneten weiter die Kontrolle über den Flughafen. Die Bewaffneten stünden vor dem Passagier-Terminal, liessen aber Flugreisende ungehindert passieren.
9:30 Uhr Betrieb des Flughafens nicht beeinträchtigt
Wie der Sender Russia Today unter Berufung auf den Pressedienst des Flughafens im Kurznachrichtendienst Twitter berichtete, verliessen die Eindringlinge das Gelände wieder, nachdem sie keine ukrainischen Soldaten angetroffen hätten. Sie hätten sich sogar entschuldigt, hiess es bei Russia Today. Der Betrieb des Flughafens sei nicht beeinträchtigt worden.

Ein Bild des BBC-Reporters Daniel Sandford lässt darauf schliessen, dass die Eindringlinge immer noch auf dem Flughafengelände sind.

9:23 Uhr Kiew spricht von Invasion
Am Freitagmorgen besetzte eine Gruppe von etwa 50 Bewaffneten den Flughafen der Stadt Simferopol. Das Innenministerium in Kiew spricht von einer «bewaffneten Invasion» seitens der russischen Armee.

Die Eindringlinge sollen aber das Gelände nach kurzer Zeit wieder verlassen haben, wie der vom russischen Staat mitfinanzierte Sender Russia Today unter Berufung auf den Pressedienst des Flughafens berichtete. Die Bewaffneten sollen nach ukrainischen Soldaten gesucht haben, trafen aber keine an.

Video: Youtube/euronews

Die Nachrichtenagentur Interfax-Ukraine hatte geschrieben, die Männer hätten Militäruniformen getragen. Augenzeugen hätten erklärt, die Bewaffneten hätten dieselbe militärische Kleidung getragen wie die Männer, die am Donnerstagmorgen die Gebäude von Parlament und Regionalregierung auf der ukrainischen Halbinsel Krim besetzt hätten. 

Die Männer seien in Fahrzeugen ohne Kennzeichen am Flughafen vorgefahren. Ein Sprecher des Flughafens widersprach Berichten, dass es sich um eine Besetzung gehandelt habe.

Am Freitagmorgen lief der Betrieb am Flughafen normal, wie ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichtete. Der Zugang sei offen und Passagiere würden abgefertigt.

Uniformierte vor dem Flughafen postiert

Allerdings haben sich vor dem Gebäude Dutzende Uniformierte mit schwarzen Abzeichen aufgestellt. Auf die Frage nach ihrer Nationalität gaben sie keine Antwort. Auch ein Dutzend pro-russische Zivilisten war zugegen. «Wir sind alle Freiwillige und verhindern, dass Faschisten oder Radikale aus dem Westen der Ukraine hier landen», sagte einer von ihnen, der sich als Sprecher der Gruppe ausgab.

In der autonomen Teilrepublik der Ukraine leben überwiegend Menschen mit russischen Wurzeln. Sie fürchten infolge des Umbruchs in Kiew um ihre Autonomierechte. Die Konfrontation auf der Krim stellt die Ukraine zunehmend vor die Zerreissprobe.

Russland hatte am Donnerstag mit einem Militärmanöver auf die Spannungen reagiert und den Schutz für seine in der Krim-Stadt Sewastopol stationierte Schwarzmeerflotte erhöht.

Janukowitsch will Pressekonferenz abhalten

Knapp eine Woche nach seiner Entmachtung als ukrainischer Präsident will sich Viktor Janukowitsch am Freitagnachmittag erstmals öffentlich zu Wort melden. Nach Berichten russischer Agenturen plant der 63-Jährige eine Pressekonferenz in der Stadt Rostow am Don.

Am Wochenende war er vom Parlament in Kiew abgesetzt worden und geflohen. Janukowitsch beharrt darauf, dass er weiter der rechtmässige Präsident sei. Die Beschlüsse des Parlaments seien rechtswidrig.

epa03996095 Ukrainian President Viktor Yanukovych speaks with journalists during his meeting with Ukrainian media in Kiev, Ukraine, 19 December 2013. Russia and Ukraine this week signed a multi billion US dollar credit and gas deal, under which Kiev will pay more than 30 per cent less for the natural gas imports, and have access to 15 billion dollars in credit.  EPA/MYKHAYLO MARKIV

Janukowitsch, hier in einer Aufnahme vom Dezember 2013, befindet sich in Russland. Bild: EPA

Die NATO warnte vor einer Eskalation. Der deutsche Aussenminister Frank-Walter Steinmeier und US-Aussenminister John Kerry riefen Russland von Washington aus zu einer konstruktiven Rolle bei der Stabilisierung der Ukraine auf. (trs/sda)

Die Ereignisse vom Donnerstag im Ticker:

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