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Weltweite Wissenschaftsdemo auch in Genf gestartet



Wie in zahlreichen anderen Städten weltweit folgen in Genf hunderte Menschen dem «March of Science». Der weltweite Protestaufruf zielt gegen die zunehmende Einschränkung der Wissenschaft und gegen US-Präsident Donald Trump.

Rund 600 Demonstranten haben sich in Genf versammelt, wie Daphne Donis, ein Mitglied des Organisationskomitees des Genfer «March of Science» sagte. Gemeinsam wollen sie Menschen auf der ganzen Welt an die zentrale Rolle der Wissenschaft in der Politik und der Wirtschaft erinnern.

Die Kundgebung in Genf sei einmalig, sagte Donis, weil sich rund um Genf besonders viele weltweit angesehene Organisationen konzentrierten, die sich für eine fortschrittliche und menschliche Wissenschaft einsetzten.

Zur Kundgebung und dem Umzug ist auch die Bevölkerung eingeladen, vor allem aber auch zu einem «Fest der Wissenschaft» nach der Demo, bei dem es Einblicke in die wissenschaftliche Arbeit Schweizer Forscherinnen und Forscher gibt.

Ein wichtiges Anliegen der Aktion ist laut Organisationskomitee, den Austausch zwischen Bevölkerung und Forschenden zu fördern und damit auch das Vertrauen in die Wissenschaft zu stärken.

Weltweiter Aufruf

Am Anfang stand der Satz «There needs to be a Scientists' March on Washington», der im Januar im Onlineforum Reddit gepostet wurde. Anlass waren Aussagen und Personalentscheide des neuen US-Präsidenten Trump, die nichts Gutes für die Wissenschaft in den USA ahnen liessen.

Der Vorschlag traf einen Nerv. Nicht nur in den USA organisierten sich Wissenschaftlerinnen und Befürworter von Fakten und einer freien und unabhängigen Wissenschaft, um am 22. April in Washington zu demonstrieren. Daraus entstand eine weltweite Aktion in hunderten Städten.

In Sydney trugen viele Demonstranten weisse Laborkittel. Auf Spruchbändern war zu lesen: «Ohne Wissenschaft ist alles nur Fiktion» sowie «Wir brauchen Denker, keine Leugner». Weitere Kundgebungen wurden unter anderem aus Melbourne, Brisbane und Perth sowie aus den neuseeländischen Städten Wellington und Auckland gemeldet. Weltweit sind Demonstrationen in mehr als 500 Städten geplant.

Nach dem Amtsantritt von Trump wächst vor allem in den USA die Angst vor einer neuen Ära der «alternativen Fakten». Aber auch in anderen Ländern wie beispielsweise der Türkei und Ungarn wird die freie Wissenschaft immer stärker eingeschränkt. In Australien wandten sich die Demonstranten ebenfalls gegen politische Einflussnahme durch die derzeitige konservative Regierung.

Bewusstsein für Wichtigkeit von Forschung schaffen

Nach den Worten des Geophysikprofessors Peter Schlosser von der New Yorker Columbia Universität soll der weltweite «March for Science» ein Bewusstsein dafür schaffen, wie wichtig Forschung für die Zukunft der Gesellschaft ist.

Die von der neuen US-Regierung geplanten Budgetkürzungen, die noch vom Parlament beschlossen werden müssen, würden in gravierendem Ausmass sowohl Klima- und Umweltforschung als auch Forschung im Bereich der Gesundheit betreffen, warnte der Leiter des Department of Earth an Environmental Engineering im Deutschlandradio Kultur.

Laut Schlosser will die US-Regierung bei der Gesundheitsbehörde 18 Prozent einsparen und bei der Umweltbehörde sogar 31 Prozent. Das schlage sich unmittelbar auf die Stärke der Forschung nieder, sagte der Wissenschaftler. Er rechne damit, dass die Forschung «über Jahre bis Jahrzehnte daran knabbern» werde. (sda/dpa/afp)

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