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Ein Minirock erregt Saudi-Arabien – doch vor 50 Jahren war der Westen nicht viel weiter

bild: flickr

In Saudi-Arabien dürfen Frauen nicht die Kleider tragen, die sie wollen. In Europa schon. Aber noch nicht sehr lange.



Saudi-Arabien gilt als das konservativste Land der Welt. Da gibt es viel Potential, worüber sich die westliche Welt echauffieren kann. Dinge, die hier scheinbar selbstverständlich sind, werden dort mit Füssen getreten. Aktuelles Beispiel: Kleidernormen.

Es ist 2017 und im Land am Persischen Golf empört sich die Sittenpolizei über eine Frau, die in Top und Minirock durch die Gassen eines Städtchens schlendert. Das wiederum empört die westliche Digitalwelt. Eine «Hier und dort»-Kluft der Kulturen reisst auf.

Doch auch die libertäre Haltung, der wir uns im Westen verschreiben, kennt zum einen ihre Grenzen und ist zum anderen ein junges Phänomen, das sich seine Selbstverständlichkeit hart erkämpfen musste. 

Jeder Zentimeter eine Schlacht – der lange Weg zum Minirock

Seit die Frauen zum ersten Mal Hosen trugen, wurde die Mode zeitweise immer wieder zum politischen Instrument der Frauenbewegung. Von der Hose zurück zum Zweiteiler und schliesslich zum immer kürzer werdenden Rock. Was sich hier wie ein Kindervers anhört, war in der Tat ein harter Ringkampf um Selbstbestimmung. Und niemals auf Anhieb eine Selbstverständlichkeit.  

«Kleider verändern unsere Sicht auf die Welt und die Sicht der Welt auf uns ebenso.»

Virginia Woolf, britische Schriftstellerin
(1882–1941)​

1. Episode Nähte platzen

Als erster Schritt der kleidsamen Revolution musste das Korsett weg. Coco Chanel war eine der ersten Modeschöpferinnen, die die Torsi der Frauen von jenen eng geschnürten Zwangsjacken befreite. Die kratzigen Korsett-Schnüre ersetzt sie durch leichten, elastischen Jersey-Stoff. Endlich können Frauen atmen, Sport treiben, arbeiten. Und vor allem: Grenzen überschreiten. Was im Endeffekt den Graus des Patriarchats – sprich, den Graus der damaligen Mehrheitsgesellschaft – darstellte.

Sich zu grausen lag zu Beginn des 20. Jahrhunderts aber nicht wirklich drin. Der Erste Weltkrieg brach aus und die Todesangst überstieg die Furcht vor einer weiblichen Emanzipation – logischerweise. So trugen Frauen während des Krieges «sogar» Hosen, um die Arbeit, die sie stellvertretend für die Männer verrichteten, zuverlässig zu bewerkstelligen.

Der Erste Weltkrieg hinterliess Schreckliches: Zehn Millionen Tote, 21 Millionen Verletzte und acht Millionen Vermisste. Und dennoch brachte er der weiblichen Identität ein neues, optimistisches Selbstverständnis. Eines, das massgebend zu dessen Emanzipation beitrug. Zumindest mittelfristig.

Die kurzweilige Emanzipation der Frau in den 1920ern:

Mittelfristig, das heisst bis zum 24. Oktober 1929, als die Weltwirtschaft zusammenbrach und sich die ersten Züge eines weiteren Weltkrieges bemerkbar machten. 

Marlene Dietrich, die bekannte Filmschauspielerin, welche sich augenblicklich in Paris aufhält, wurde von dem Polizeipräfekten von Paris, Chiappe, unter Androhung der Verhaftung, verboten sich öffentlich in Männerkleidern zu zeigen!
Marlene Dietrich bei ihrer Ankunft in Europa in Männerkleidern.

Marlene Dietrich anfangs der 30er-Jahre in Hosenkleid und Krawatte. Damals provokant – zehn Jahre später undenkbar. bild: wikimedia

2. Episode: Abwarten und konform bleiben

Zwar übernahmen Frauen auch während des Zweiten Weltkriegs die Aufgaben der Männer während ihrer Abwesenheit. Und wieder verlangte der Krieg zahlreiche Opfer. Dieses Mal gehört aber auch die Emanzipationsbewegung dazu.

Viele Frauen mussten nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs ihre Arbeitsstellen, die sie von den in den Krieg gezogenen Männern übernommen haben, wieder räumen. Ihren Platz sah man(n) in der Kindererziehung und der Haushaltsarbeit. Falls sie doch arbeiteten, wurden sie hauptsächlich mit Hilfsstellen oder Jobs im Sozialbereich abgespeist.

Bis in die 60er-Jahre war an dieser Stellung nicht viel zu rütteln. Das Kleid sass eng um die Hüften geschmiegt, und die Form des Büstenhalters endete in einer unnatürlichen Spitze. Die Frau war das dekorative Sextoy des Mannes. Aber auf biedere Art und Weise. 

Bild

bild: via imgur

Denn alles, was zu viel Haut durchscheinen liess, oder in irgendeiner Form Komfort oder gar Selbstbestimmung für die Frau bedeutete, war verpönt. So zum Beispiel der Bikini.

der erste bikini

bild: wikimedia

Schon der Fakt, dass das Model, das den ersten Bikini in Paris vorführte, eine Nackttänzerin war, weil sich keine andere Frau auf solch obszöne Weise in der Öffentlichkeit zeigen wollte, ist sehr bezeichnend für jene Ära.

Bild

Ein italienischer Polizist gibt einer Frau einen Strafzettel, weil sie verbotenerweise einen Bikini trägt (1950). bild: rarehistoricalpictures

Das «anrüchige» Badekleid war nach seiner Einführung an Stränden und öffentlichen Plätzen an der französischen Atlantikküste, in Spanien, Italien, Portugal, Australien und einer Reihe von US-Bundesstaaten verboten. Die Trägerinnen des Bikinis konnten von der Justiz bestraft werden. Sitten-Polizei, ahoi!

3. Episode: Rücksichtslos provozieren

Rock 'n' Roll, Hippies und die zunehmende Erholung vom Krieg läuteten die 60er-Jahre mit einem frischen Groove ein. Der Grundtenor jener Melodie tönte eindeutig nach Fortschritt und somit auch nach einer neuen Chance für den Kampf um weibliche Selbstbestimmung. Die Revolution, die in diesem Zuge eingeläutet wurde, endete zehn Zentimeter über dem Knie und machte jeden Spiessbürger zum Sittenpolizisten: der Minirock.

Bild

bild: flickr

Die Erfinderin des Minirocks war die britische Schneiderin Mary Quant, die zeitlebens eigentlich niemals einen Skandal hervorrufen wollte. Sie trug ihren Rock kurz, weil das einfach angenehmer war, um auf den Bus zu rennen. Doch laut ihrer Aussage ist nicht sie, sondern «das Mädchen aus der Kings' Road», die wahre Erfinderin. Jene junge Frau stand im Geschäft der Schneiderin an der Londoner Kings' Road und wünschte eine Änderung an ihrer Garderobe. Sie hätte gerne dieselbe Rocklänge wie die Schneiderin selbst. Einfach nochmals ein Stück kürzer. «Und noch ein Stück, ja bis übers Knie», verlangte die zielstrebige Frau und inspirierte Quant bereits 1955, eine Mini-Kollektion zu produzieren.  

Bild vom 25. Oktober 1968 zeigt die britische Designerin Mary Quant, rechts, mit den Models Amanda Tear, Rory Davis und Penny Yates, von links, bei einer Praesentation ihrer Mod-Kreationen in Little Rock, US-Bundesstaat Arkansas. Die Karriere der Mary Quant begann 1955 in einer kleinen Boutique in Chelsea. Weil sie keine Ware fand, die ihr gefiel, entwarf sie selbst Modelle, die im

Mary Quant (r.) mit drei Models. Bild: AP

Es dauerte sieben Jahre, bis es das «vulgäre» Kleidungsstück in die deutsche «Vogue» brachte. Drei weitere Jahre, bis der Minirock zum weltweiten Verkaufsschlager avancierte, und nochmals fünf Jahre, bis man in der Schweiz mit dem Minirock Zugang zu jedweder öffentlichen Örtlichkeit erhielt.   

Bild

Um die provokante Wahrnehmung ihrer Kreation zu mildern, brachte Quant unmittelbar nach dem Mini die erste Strumpfhose auf den Markt und löste so die unbequemen und unhandlichen Strumpfbänder ab. bild: Durene Association of America
via wikicommons

So war – auch in der Schweiz – noch bis in die frühen 70er hinein Frauen, die Minis trugen, der Eintritt zu Zoos, Hotels und Kirchen verboten. In vielen weiteren Räumen, wie in bestimmten Restaurants, auf Ämtern und Gerichten, war das Tragen zwar nicht verboten, wurde aber mit Häme und vorwurfsvollem Blick missbilligt. Miniröcke galten bei vielen Leuten als Symbol einer zunehmenden Respektlosigkeit.

Bild

In den USA wurde der Minirock zur Demo-Uniform feministischer Proteste. bild: theminiskirtrevolution

Auf den Erfolg des Minis kam der «Mini-Mini» und gleich danach der «Mikro-Rock», die der bürgerlichen Bestimmungshoheit über den weiblichen Körper (in der Öffentlichkeit) den endgültigen Knockout verpassten.

4. Episode: Alles immer neu einordnen

Heute profiliert sich der Westen als die «freie Welt». Viele Stimmen aus Politik und Wissenschaft behaupten jedoch, dass in ebendieser freien Welt der weibliche (aber auch der männliche) Körper – und damit auch die Art, wie er auszusehen hat und gekleidet werden soll – immer noch unterdrückt wird. Verantwortlich dafür seien nicht mehr traditionelle Wertvorstellungen, sondern Diktate der Wirtschaftsbranchen. Unter anderem auch der Modebranche, die das Wort «Mini» ganz anders als noch vor 40 Jahren interpretiert. Der Zero-Size-Wahn, so die feministische Haltung, sabotiere mit Mini-Grössen die hart erkämpfte Selbstbestimmung und ersetze sie durch eine Schlankheits-Diktatur.

Die Frau, die in Saudi-Arabien 2017 einen Mini trug, sitzt nun in Haft. Das ist schlimm, keine Frage. Doch eine Ungerechtigkeit, die unserer Kultur nicht völlig fremd ist.    

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55Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • bruce 21.07.2017 06:46
    Highlight Highlight Viele der vorherigen Kommentatoren sagen, dass wir us weiterentwickelt haben und die muslimischen Länder nicht. Hat aber nichts mit dem Islam zu tun. Schaut euch mal Regionen, welche noch immer stark katholisch sind auf der Welt an, da gibt es genau die gleichen gesellschaftlich Normen. Zudem müssen die Bedingungen für eine Weiterentwicklung gegeben sein. Solange wir Länder wie SA unterstützen (Waffen verkaufen, Öl kaufen) können sich die antidemokratischen Strukturen und Regimes halten. Insofern trägt der Fortschrittliche Westen durch eine gewisse Gier am Stillstand in anderen Ländern bei.
  • Sharkdiver 20.07.2017 21:49
    Highlight Highlight Jaja vor 50 Jahre war Der Westen auch nicht viel weiter. GENAU. Jeder weis ja das im Westen bis 1967 die Frauen Komplet verschleiert wurden, nicht Autofahren durften, hie und da gesteinigt oder ausgepeitscht wurden etc. PP. Ein wirklich dummer Tittel.
  • Madmessie 20.07.2017 16:45
    Highlight Highlight Eben, vor 50 Jahren.
  • Vespa Timo 20.07.2017 00:52
    Highlight Highlight Fakt ist... Der Westen ist um Längen weiter! Verbietet endlich die Religionen! Da kommt nie etwas Vernünftiges bei raus...
  • Stachanowist 19.07.2017 22:11
    Highlight Highlight Historischer Whataboutism.
  • URSS 19.07.2017 17:18
    Highlight Highlight Es ist unnötig uns zu sagen bei uns war es vor 50 Jahren auch so Ätschi bätschi....
    Vor 50 Jahren hatten die Frauen schon Rechte die es heute noch nicht einmal im Andatz gibt in dieser Königskratie mit verwöhnten Prinzen und verzogenen Prinzessinnen.
  • bro heng mal :) 19.07.2017 15:12
    Highlight Highlight so toll, wie wir einen schritt nach hinten gehen ;-)
  • NWO Schwanzus Longus 19.07.2017 14:16
    Highlight Highlight Ich weiss nicht was der Artikel bezwecken will. Wir haben uns weiterentwickelt während Saudi Arabien im Mittelalter stehen geblieben ist.

    In Europa gab es viel mehr Gerechtigkeit trotz Normen als in Nah Ost heute ist es auch so. In Nah Ost gibt es sowas wie Demokratie und Menschenrechte nicht weil die Leute dort oft auch gar nix damit zu haben wollen weil sie ihre Gesetze ausführen wollen.

    Aber es gibt eine grosse Opposition in SA da man die Leute durch die Kriege die Milliarden kosten nicht mehr Ruhugstellen kann. Dieses Mädchen ist nur der Anfang, SA wird nicht mehr lange überleben.
  • DieWaage 19.07.2017 14:01
    Highlight Highlight Hach ja stimmt wir sind nicht besser! Mal ehrlich was bezweckt dieser Artikel? Das Verständnis für die Kultur in SA zu fördern? Smh
  • Nukular! Das Wort heisst Nukular. 19.07.2017 13:41
    Highlight Highlight Solche Artikel sind gefährlich, denn so wird die unmenschliche Behandlung von Frauen in Saudi-Arabien, meiner Meinung nach relativiert.
    Die heutige Lage in Saudi-Arabien mit Europa vor 50 Jahren zu vergleichen ist unnötig. Europäische Frauen hatten vor 50 Jahren schon mehr Rechte und die Gleichstellung war besser als in Saudi-Arabien heutzutage.

    Freundliche Grüsse aus Sektor 7G.
    • Jovin Barrer 19.07.2017 13:50
      Highlight Highlight @Nukular! Das Wort heisst Nukular.: Danke für den Hinweis. Ich bin froh, dass du genug abstrahieren kannst, um diese Verbindung nicht machen zu müssen. Es geht darum, dass das selbe Kleidungsstück auch schon hier ein Trigger war, sein Tragen aber für einen Fortschritt sorgte. Der Minirock als Symbol.
      Es geht jedoch nicht darum, die Bestrafungsmassnahmen in eine direkte Verbindung zu setzten.
    • pachnota 20.07.2017 00:08
      Highlight Highlight Barrer
      Vielleicht hättest du dein lustiges Geschichtlein über den Minirock, halt einfach nicht mit den Vorfällen in SA verknüpfen sollen.
      Dann wäre es vielleicht noch ok gewesen.
      So bleibt natürlich etwas der Verdacht, des relativieren wollen.
  • Firefly 19.07.2017 13:38
    Highlight Highlight Naja, wir haben uns seit damals weiterentwickelt! Manchmal schwer zu glauben aber ist so. Hoffe es geht auch so weiter.
    • pachnota 20.07.2017 10:06
      Highlight Highlight Zieh mal in ein muslimisches Land.
      Dann wird es dir nach kurzer Zeit noch sehr viel glaubhafter erscheinen.
    • Firefly 20.07.2017 10:35
      Highlight Highlight @pachnota ja, den 68ern und den 80er Unruhen sei dank, haben wir uns weiterentwickelt. ;)
    • pachnota 20.07.2017 13:25
      Highlight Highlight Firefly
      Meine Worte.
      Wär schön, wenn es so etwas in der muslimischen Welt auch mal geben könnte.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Pisti 19.07.2017 13:38
    Highlight Highlight Doch wir waren definitiv weiter, oder wurden bei uns auch Frauen gesteinigt oder ausgepeitscht weil sie zu kurze Röcke trugen?
    • Wilhelm Dingo 19.07.2017 13:53
      Highlight Highlight Nein, aber weil sie 'Hexen' waren wurden sie bei lebendigem Leib verbrannt. Unendlich brutal.
    • EvilBetty 19.07.2017 14:13
      Highlight Highlight Dies ist allerdings mehr als 50 Jahre her.
    • reaper54 19.07.2017 14:22
      Highlight Highlight @Wilhelm Dingo das ist ein sehr dunkles Kapitel in der Europäischen Geschichte und Gottseidank länger her als 50 Jahre.
      Der Islam benimmt sich jedoch noch immer wie im Hochmittelalter und Daesh welcher dem Wahabismus nahe steht verbrannte letztes Jahr einen Jordanischen Kampfpiloten. Also 1734 vs. 2016 sagt einiges über die Entwicklung...
    Weitere Antworten anzeigen
  • John Smith (2) 19.07.2017 13:38
    Highlight Highlight Einer Freundin von mir wurde in den 1970er Jahren mit Schulausschluss gedroht, falls sie noch einmal in Lederhosen im Schulunterricht erschiene.
  • Thanatos 19.07.2017 13:20
    Highlight Highlight Die Rückständigkeit andere Kulturen mit der europäischen Geschichte zu legitimieren scheint mir ein wenig hirnrissig. Und eine Gefängnisstrafe für solche Vergehen wurden auch nicht ausgesprochen, soweit ich weiss.
    Das betrifft jetzt nur die Kleidung. Andere Bereiche erwähne ich schon gar nicht...

    Wieso sollte man nicht aus den Fehlern anderer lernen?

    Johann Schneider-Amman war doch vor kurzem dort. Als er das Thema Frauenrechte ansprach, wurde ihm gesagt, dass die Schweiz das Frauenstimmrecht auch erst sehr spät eingeführt habe. Das sagt doch schon alles.

    Einfach nur primitiv.
    • John Smith (2) 19.07.2017 13:33
      Highlight Highlight Was ist einfach nur primitiv? Dass Appenzell Innerrhoden 1990 (!) per Bundesgerichtsentscheid gezwungen werden musste, das Frauenstimmrecht einzuführen?
    • reaper54 19.07.2017 13:51
      Highlight Highlight @John Smith (2) also finden Sie es nicht primitiv, dass in Saudi Arabien Frauen gesteinigt, ausgepeitscht eingesperrt werden wegen falscher Kleidung? Sie nicht Autofahren dürfen, nur in Begleitung ihres Mannes oder eines Verwandten auf die Strasse dürfen?
      Aber nein das Böööse Appenzell legitimiert das ja alles! Völliger Schwachsinn den Sie da labern.
    • Tepesch 19.07.2017 14:04
      Highlight Highlight @John Smith (2)
      Auf kantonalerebene dauerte es in AI tatsächlich bis 1990, auf bundesebene waren allerdings bereits ab 1971 alle Frauen stimmberechtigt.
  • derEchteElch 19.07.2017 12:51
    Highlight Highlight Sorry, aber nicht nur Saudi-Arabien. Fast der ganze Naher Osten/Afrika sind Europa etwa 100+ Jahre hinterher (nicht nur 50).

    Das ist auch der Grund, warum man nicht beliebig Menschen aus diesen Regionen migrieren und integrieren kann (so als Link zur Einwanderungspolitik).

    Schön, dass watson zur selben Erkenntnis kommt.. 🙂
    • plastikbecher 19.07.2017 13:23
      Highlight Highlight https://de.m.wikipedia.org/wiki/Rassismus_ohne_Rassen#Kultureller_Rassismus

      Viel Spass beim Lesen.
    • derEchteElch 19.07.2017 13:29
      Highlight Highlight Doch, passt perfekt zu meinem Weltbild. Ich schrieb ja auch, "fast der ganze.." (gleich nicht alle).

      Gestern dazu passend im SRF 10vor10; wie schwer es junge Mode-Designerinnen und arabische Rapper haben, sich in diesem Kulturkreis legal zu bewegen.

      Es kommt eine Öffnung der Kultur, aber das dauert (eben etwa 100+ Jahre, bis sie dort sind, wo wir heute). Generationenwechsel eben.
    • derEchteElch 19.07.2017 13:35
      Highlight Highlight @plastikbecher; ich kenne den Artikel, ich hab ihn stückweit korrigiert..

      Und ja, ich steh dazu, mit dem Unterschied, dass ich nicht die eine Kultur als besser als die Andere bezeichne. Ich unterscheide nur dazwischen und weise auf Differenzen hin. Wenn Sie meine Kommentare lesen werden sie merken, dass nirgendwo steht, eine Kultur wäre der anderen überlegen.
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  • inmi 19.07.2017 12:50
    Highlight Highlight Eine seltsame Verharmlosung. Nein - Vor 50 Jahren waren wir tatsächlich schon weiter. Es wurde vor 50 Jahren niemand in der Schweiz geköpft.
    • Liselote Meier 19.07.2017 13:30
      Highlight Highlight Gewiss vor 50 Jahren nicht aber vor 72 Jahren. Die letzte Enthauptung fand 1945 in der Schweiz statt.
      Die Todesstrafe wurde in der Schweiz mittels Enthauptung durch die Guillotine durchgeführt.
    • Watson - die Weltwoche der SP 19.07.2017 14:02
      Highlight Highlight Die Landesverräter, welche nach Militärstrafgesetz verurteilt wurden, wurden wahrscheinlich erschossen. Der letzte mit einer Guillotine enthauptete in der Schweiz war der Polizisten(oder für Watsonleser: Bullen)mörder Hans Vollenweider 1940. https://de.wikipedia.org/wiki/Hans_Vollenweider
    • Liselote Meier 19.07.2017 14:12
      Highlight Highlight Wegen eines Kleidungsstück gibt es in Saudi-Arabien keine Todesstrafe sondern "Züchtigungs-Strafen". Gefängnis und Peitschenhiebe.

      Für Gotteslästerung und Hexerrei hingegen gibt es die Todesstrafe, dass es so zu Todesurteilen kommen kann, sehr Plausibel.
  • ChiliForever 19.07.2017 12:45
    Highlight Highlight Natürlich mag für den einen oder andere der italienische Polizist vor 50 oder 70 Jahre ebenfalls eine Sittenpolizei gewesen sein.
    Ich persönlich finde aber doch einen kleinen und feinen Unterschiedzwischen einem Verwarnungsgeld oder dem Steinigen.
    Ich weiß, manch einer findet diese Erbesenzählerei kleinlich, für mich ist der Unterschied überlebenswichtig ... ;)
    • Jovin Barrer 19.07.2017 13:04
      Highlight Highlight Nein, diese Erbsenzählerei ist sogar von grosser Bedeutung. Doch die Diskriminierung an sich fusst in beiden Fällen an der selben Angst: Machtverlust in einer Hierarchie, die Männer bevorzugt, indem sie Frauen diskriminiert.
  • Tepesch 19.07.2017 12:39
    Highlight Highlight Gerade weil wir diesen Entwicklungsschritt bereits durchgemacht haben, sollten wir andere an unseren Erkenntnissen teilhaben lassen und nicht einfach still bleiben und hoffen, dass die anderen es irgendwann einmal auch einsehen...
    • reaper54 19.07.2017 13:17
      Highlight Highlight Das hat Bush junior wohl auch gedacht als er im Irak einmarschierte...
  • Wald Gänger 19.07.2017 12:29
    Highlight Highlight Ja, das waren schlimme Zeiten, als Frauen bei uns im Minirock noch körperliche Züchtigung oder lange Haft erwarten mussten....
    • Jovin Barrer 19.07.2017 13:05
      Highlight Highlight Eine Steinigung ist schlimmer als eine Bevormundung. Keine Frage. Aber macht das die Bevormundung besser?
    • greeZH 19.07.2017 16:37
      Highlight Highlight Ja, besser als die Steinigung.
    • Arthur Sunil 19.07.2017 16:42
      Highlight Highlight @Jovin Barrer
      Ja, zum Beispiel erkennbar daran, dass wir Kinder häufig bevormunden, aber doch eher selten steinigen.
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