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Sie erschoss seinen Bruder – seine Reaktion vor Gericht macht sprachlos

03.10.2019, 09:4504.10.2019, 06:07

Als sich die Angeklagte Amber Guyger und der Bruder des ermordeten Botham Jean in den Armen lagen, weinten irgendwann auch die Anwesenden am Gericht. Brandt Jean hatte kurz zuvor in seiner Zeugenaussage mit Tränen in den Augen gesagt, dass er Amber vergebe und sie liebe.

Dann bittet er die Richter: «Ist es möglich, dass ich sie umarme? Bitte.» Nach dem «Ja» der Richterin umarmen sich die beiden für fast eine Minute.

Es war dies der (vorläufige) Abschluss eines aufsehenerregenden Falles, der in den USA die Debatte über Polizei-Gewalt gegen Afroamerikaner wieder angeheizt hatte.

Guyger hatte am 6. September 2018 den 26-jährigen Botham Jean in dessen eigener Wohnung erschossen – weil sie sich in der Tür geirrt hatte. Eigentlich wollte die Frau nach Dienstende in ihre eigene Wohnung zurückkehren, die ein Stockwerk tiefer lag.

Als sie im Halbdunkeln den Mann auf dem Sofa sitzen sah, dachte die uniformierte Polizistin nach eigenen Angaben an einen Eindringling. Sie zog ihre Dienstwaffe und erschoss Jean. Während des Prozesses sprach Guyger von einem «tragischen Fehler». Sie habe Angst gehabt zu sterben und deswegen das Feuer eröffnet.

Die Staatsanwaltschaft warf der Frau, die nach den tödlichen Schüssen aus dem Polizeidienst entlassen wurde, aber schweres Fehlverhalten vor. Die Anklage forderte 28 Jahre Haft. Der Anwalt der Familie Jean bezeichnete die nun verhängten zehn Jahre Gefängnis am Mittwoch als unzureichend.

(meg/sda/afp)

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