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Gedenkfeier für die sieben Opfer des Brandes in Solothurn



In der St. Ursen-Kathedrale mitten im Herzen der Stadt Solothurn haben am Samstagnachmittag rund 800 Personen Personen der sieben Opfer der Brandtragödie gedacht. Die Anwesenden brachten ihre Trauer und ihr Mitgefühl zum Ausdruck.

Als Symbol für die Opfer - vier Erwachsene und drei Mädchen - standen sieben Wasserkrüge auf einem weissen, langen Tisch vor dem Altar in der St. Ursen-Kathedrale. Alle Opfer waren Asylsuchende. «Viele Menschen sind sprachlos», betonte der katholische Stadtpfarrer Thomas Ruckstuhl. Es gehe bei der Gedenkfeier darum, der Trauer Raum zu geben.

Auch Vertreter der beiden anderen Landeskirchen sowie der eritreischen und der muslimischen Trauergemeinschaften richteten Worte an die 800 Menschen in der Kathedrale. Ein «Chor der Nationen» und ein Geigenspieler bildeten den musikalischen Rahmen der würdigen Gedenkfeier.

Die Solothurner Regierungsrätin Susanne Schaffner hielt fest, es gebe in der Stadt und im Kanton viel Mitgefühl und Solidarität - unabhängig von politischen Einstellungen. Die Opfer des Brandes hätten schon viel Schwieriges in ihren Heimatländern und auf der Flucht erlebt. Sie hätten in der Schweiz Zuflucht gesucht.

Schaffner dankte ebenso wie Stadtpräsident und Nationalrat Kurt Fluri den Rettungskräften, die in der Brandnacht im Einsatz gestanden waren. 19 Menschen hätten aus dem Haus gerettet werden können, hielt Fluri fest.

Nach der rund einstündigen Feier in der Kathedrale nutzten viele Menschen die Möglichkeit, zu Fuss an den Unglücksort zu gehen. Die Menschen legten eine selber mitgebrachte Rose nieder. Damit wurde das Leben symbolisch an jenen Ort zurück gebracht, an dem die Opfer den Tod fanden.

Zwei Familien betroffen

Der Brand am 26. November in einem älteren Wohnhaus an der Wengistrasse in der Nähe der Altstadt löschte sieben Leben aus. Nach dem Brand an jenem frühen Montagmorgen waren zunächst sechs Personen - zwei Kinder und vier Erwachsene - tot geborgen worden. Ein weiteres Kind starb später im Spital. Zwei Kinder bleiben als Waisen zurück. Für sie werde mit Umsicht und unbürokratisch gesorgt, versicherte Regierungsrätin Schaffner an der Gedenkfeier.

Alle sieben Verstorbenen sind Angehörige einer vier- beziehungsweise fünfköpfigen Familie. Sie stammen ursprünglich aus Eritrea und Äthiopien. Sie bewohnten im Haus je eine Wohnung. Es handelt sich um vier erwachsene Personen im Alter zwischen 27 und 33 Jahren, um ein Kleinkind sowie um zwei Kinder im Schulalter.

Ausgelöst wurde der Brand durch eine andere Person im Erdgeschoss, die im Bett rauchte. Sie wurde zunächst festgenommen und ist geständig. Sie wird vermutlich wegen mehrfacher fahrlässiger Tötung, mehrfacher fahrlässiger Körperverletzung und wegen fahrlässiger Verursachung einer Feuersbrunst angeklagt. (sda)

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