Justiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
epa07501244 (FILE) - Candles are placed during a march in memory of murdered Slovak journalist Jan Kuciak and his fiancee Martina Kusnirova, in front of the Slovak government building in Bratislava, Slovakia, 28 February 2018 (reissued 12 April 2019). Media reports state on 12 April 2019 that an ex-soldier has confessed the double murder of Kuciak and his fiancee, both aged 27, who were found shot dead last year at their home in Velka Maca, near Bratislava. Suspect Miroslav Marcek, along with three others, have been taken into custody and charged over the killings. A Slovak businessman, Marian Kocner, has been charged by prosecutors with ordering the murder, media added.  EPA/MATEJ KALINA *** Local Caption *** 54164040

Jan Kuciak und seine Verlobte wurden ermordet – weil der Reporter Kuciak brisante Erkenntnisse enthüllen wollte. Bild: EPA/NEWS AND MEDIA HOLDING

Ermittlungen gegen Staatsbeamte Mord am Journalisten Jan Kuciak



Die slowakische Staatsanwaltschaft ermittelt im Mordfall des Journalisten Jan Kuciak und dessen Verlobter nun auch gegen Justiz- und Staatsbeamte. Sie sollen mit dem mutmasslichen Auftraggeber des Mordes in Kontakt gestanden haben.

«Vertreter staatlicher Behörden verschiedenen Ranges» hätten mit dem mutmasslichen Auftraggeber des Mordes, dem Geschäftsmann Marian Kocner, in Kontakt gestanden, sagte ein Sonderermittler am Montag.

Örtliche Medien hatten zuvor Textnachrichten mehrerer Mordverdächtiger veröffentlicht, in denen diese mit ihren Beziehungen zu hochrangigen Politikern, darunter auch der damalige Ministerpräsident Robert Fico, prahlten.

FILE - In this June 27, 2014 file photo Slovakia's Prime Minister Robert Fico arrives for an EU summit in Brussels. Prime Minister Robert Fico’s ruling leftist Smer-Social Democracy party is a clear favorite in Saturday's, March 5, 2016, election but some feel Fico may have misjudged the public mood by focusing too much on Europe’s migration crisis and not enough on Slovakia’s own issues. (AP Photo/Geert Vanden Wijngaert)

Robert Fico trat vom Amt des Ministerpräsidenten nach Massendemonstrationen zurück (Archivbild). Bild: AP/AP

Er fordere die Betroffenen «dringend» auf, sich zu melden und zu den Kontakten zu äussern, sagte der Sonderermittler. Die Ermittler hätten Grund zu der Annahme, dass die Behördenvertreter sich strafbar gemacht hätten.

Der 27-jährige Kuciak und seine Verlobte Martina Kusnirova waren im Februar 2018 erschossen worden. Der Reporter hatte zu Verbindungen zwischen der italienischen Mafia und slowakischen Politikern recherchiert. Der Mord löste Massendemonstrationen gegen die Regierung aus und führte schliesslich zum Rücktritt von Ministerpräsident Fico.

epaselect epa07385981 Thousands of people take part in a protest rally 'For decent Slovakia' on the first anniversary of the murder of Slovak journalist Jan Kuciak in Bratislava, Slovakia, 21 February 2019. Slovak journalist Jan Kuciak was shot dead together with his fiancee Martina Kusnirova in his home in Velka Maca, close to Bratislava, on 21 February 2018. The 27-year-old reporter was working for the Slovak news website actuality.sk and specializing on topics of tax evasion. Police suspected that the killing was linked to his investigations. Four people have been charged with the murder of an investigative journalist and his fiancee.  EPA/STRINGER

Bild einer Demonstration gegen die slowakische Regierung im Februar 2018. Bild: EPA/EPA

Fünf Verdächtige angeklagt

Fünf Verdächtige wurden angeklagt, darunter Kocner als mutmasslicher Auftraggeber und dessen Dolmetscherin. Kuciak hatte sich auch mit den Geschäften von Kocners zahlreichen Unternehmen befasst.

Kocner beteuert seinem Anwalt Marek Para zufolge seine Unschuld. Para bestritt die Echtheit der an die Medien übermittelten Textnachrichten nicht. Ihr Inhalt mache jedoch deutlich, dass sie «überhaupt nichts mit der Tat zu tun haben».

In Nachrichten an seine Dolmetscherin Alena Z. bezeichnete Kocner Fico den Medienberichten zufolge als «Quadratschädel», ein weit verbreiteter Spitzname des Politikers. «Ich mache mir Sorgen, dass der Quadratschädel das nicht überstehen wird», schrieb Kocner, als der öffentliche Druck auf die Regierung nach dem Doppelmord wuchs.

Wochen später, als Fico bereits zurückgetreten war, schrieb Kocner an Alena Z., er werde dem «Quadratschädel einen Überraschungsbesuch abstatten und ihm in den Arsch treten». (mim/sda/afp)

Das könnte dich auch interessieren:

CVP fährt grosse Negativ-Kampagne gegen andere Parteien – die Reaktionen sind heftig

Link zum Artikel

Wo du in dieser Saison Champions League und Europa League sehen kannst

Link zum Artikel

Migros Aare baut rund 300 Arbeitsplätze ab

Link zum Artikel

Eine Untergrund-Industrie plündert Banking-Apps wie Revolut – so gehen die Betrüger vor

Link zum Artikel

YB droht Bickel mit Gericht, nachdem er als Sportchef 40 Mio. verlochte

Link zum Artikel

Warum wir bald wieder über den Schweizer Pass reden werden

Link zum Artikel

«Ich hatte Sex mit dem Ex meiner besten Freundin…»

Link zum Artikel

Die amerikanische Agentin, die Frankreichs Résistance aufbaute

Link zum Artikel

Matheproblem um die Zahl 42 geknackt

Link zum Artikel

Wie gut kennst du dich in der Schweiz aus? Diese 11 Rätsel zeigen es dir

Link zum Artikel

«In der Schweiz gibt es zu viel Old Money und zu wenig Smart Money»

Link zum Artikel

So schneiden die Politiker im Franz-Test ab – wärst du besser?

Link zum Artikel

Röstigraben im Bundeshaus: «Sobald ich auf Deutsch wechsle, sinkt der Lärm um 10 Dezibel»

Link zum Artikel

So erklärt das OK der Hockey-WM in der Schweiz die Ähnlichkeit zum Tim-Hortons-Spot

Link zum Artikel

Die Geschichte von «Ausbrecherkönig» Walter Stürm und seinem traurigen Ende

Link zum Artikel

«Informiert euch!»: Greta liest den Amerikanern bei Trevor Noah die Leviten

Link zum Artikel

Keine Angst vor Freitag, dem 13.! Diese 13 Menschen haben bereits alles Pech aufgebraucht

Link zum Artikel

Der Kampf einer indonesischen Insel gegen den Plastik

Link zum Artikel

«Ich bin … wie soll ich es sagen … so ein bisschen ein Arschloch-Spieler»

Link zum Artikel

Alles, was du über die neuen iPhones und den «Netflix-Killer» von Apple wissen musst

Link zum Artikel

15 Bilder, die zeigen, wie wunderschön und gleichzeitig brutal die Natur ist

Link zum Artikel

Shaqiri? Xhaka? Von wegen! Zwei Torhüter sind die besten Schweizer bei «FIFA 20»

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Neues im Fall Purdue Pharma: Firma beantragt Insolvenz wegen Opioid-Krise in den USA

Der Medikamentenhersteller Purdue Pharma will einen Schlussstrich unter die Opiod-Krise ziehen und bietet einen Vergleich im Wert von 10 Milliarden Dollar an. Zu diesem Zweck muss die Firma aber restrukturiert werden. Dieses Vorgehen stösst auf Kritik.

Purdue Pharma zieht die Notbremse. In der Nacht auf Montag beantragte das Pharmaunternehmen vor Bundesgericht in New York die Insolvenz. Die Firma, die sich im Besitz der Sackler-Familie befindet und nicht an der Börse kotiert ist, sieht sich mit massiven Schadenersatzforderungen im Zusammenhang mit der Opioid-Krise konfrontiert, für die das Purdue-Schmerzmittel Oxycontin verantwortlich gemacht wird. Der freiwillige Konkurs solle dabei helfen, den angerichteten Schaden wiedergutzumachen, …

Artikel lesen
Link zum Artikel