Sozialhilfe
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Sozialleistungen verschlingen erstmals ein Viertel des BIP – am meisten bekommen...



THEMENBILD ZU KENNZAHLEN SOZIALHILFE IN SCHWEIZER STAEDTEN --- Blick ueber die Daecher der Stadt Zuerich, aufgenommen vom Hochhaus Werd am Dienstag, 23. September 2014. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Seit 1990 haben sich die Sozialleistungen mehr als verdoppelt. Bild: KEYSTONE

Mit einem Anteil von einem Viertel am Bruttoinlandprodukt (BIP) haben die Ausgaben für Sozialleistungen 2015 einen neuen Höchstwert erreicht. Die Kosten überschritten erstmals die Schwelle von 160 Milliarden Franken.

Im Vergleich zum Vorjahr nahmen die Ausgaben für Sozialleistungen 2015 um 4.2 Prozent auf 162 Milliarden zu. Das Wachstum lag damit über dem langjährigen Trend von 3.3 Prozent, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) am Dienstag mitteilte. Die Hauptgründe für den Anstieg liegen in den Bereichen Alter und Gesundheit, den beiden grössten Kostenpunkten.

Im Jahr 1990 hatten die Ausgaben unter Berücksichtigung der Preisentwicklung noch 72 Milliarden Franken betragen, was einem Anteil von 15 Prozent des BIP entsprach. 2004 erreichte die Sozialleistungsquote knapp 24 Prozent und stagnierte bis 2014 zwischen 22 und 24 Prozent.

Fast die Hälfte für das Alter

Mit Ausnahme der Ausgaben für die Arbeitslosigkeit, welcher konjunkturbedingten Schwankungen unterliegt, blieben die Anteile seit 1990 mehr oder weniger konstant. 2015 entfielen knapp 43 Prozent auf das Alter. Dahinter folgen die Bereiche Krankheit/Gesundheitsversorgung (30 Prozent) und Invalidität (9 Prozent).

Die eigentliche Sozialhilfe wird vom BFS in der Gesamtrechnung der Sozialen Sicherheit unter dem Kapitel «soziale Ausgrenzung» verbucht. Die Aufwendungen dafür machten 2015 lediglich 3 Prozent der gesamten Leistungen aus.

Zwei Drittel der rund 206 Milliarden Franken Einnahmen der sozialen Sicherheit werden durch Sozialversicherungsbeiträge finanziert, Dieser Anteil ist hoch im Vergleich zur EU (54 Prozent). In der Schweiz übernehmen die versicherten und geschützten Personen 36 Prozent, die Arbeitgeber 30 Prozent. Der Rest setzt sich aus Staatsbeiträgen (24 Prozent) und übrigen Einnahmen (10 Prozent zusammen.

Sozialleistungen im internationalen Vergleich

Die Schweiz gehört zu den Ländern mit den höchsten Pro-Kopf-Ausgaben für die soziale Sicherheit. 2014 lag sie mit umgerechnet 10'100 Kaufkraftstandards (KKS) hinter Dänemark (10'700) und Österreich (10'300) auf Rang 5. Am meisten gaben Luxemburg (14'700) und Norwegen (11'800) pro Einwohner aus.

Anders sieht es aus, wenn die Bedeutung der Ausgaben an der Wirtschaftskraft gemessen wird. Mit einem Anteil von gut 24 Prozent des BIP rangierte die Schweiz 2014 noch unter dem EU-Durchschnitt (28 Prozent). Die höchsten Sozialleistungsquoten wiesen mit 32 Prozent Dänemark und Frankreich auf. (sda)

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26Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Thinktank 20.06.2017 15:37
    Highlight Highlight Drei Menschen müssen arbeiten, damit der Vierte den ganzen Tag auf der faulen Haut liegen kann. Dann wurde noch der Service Public erfunden, damit sich der Vierte auch während dem Tag nicht langweilen muss.
    • Lord_ICO 20.06.2017 16:49
      Highlight Highlight Albert Einstein sagte einst:
      Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.
      Du bist der tägliche Beweis, dass er Recht hatte.
    • Liselote Meier 20.06.2017 17:21
      Highlight Highlight @Thinktank; Durchaus, du beschreibst aber die Funktion eines Kapitalisten (Unternehmer ist nicht gleich Kapitalist).

      Damit er mehr Kapital anhäufen kann, müssen Andere dafür arbeiten.
    • pachnota 20.06.2017 17:24
      Highlight Highlight Wurst
      Und wenn jemand, mit geringem Einkommen, aber mit einer vererbten Liegenschaft die 500 000.- überschreitet?
      Keine AHV?
    Weitere Antworten anzeigen
  • bernhardmat 20.06.2017 15:28
    Highlight Highlight 160 Milliarden! Mit 200 Milliarden wäre das Grundeinkommen für alle finanziert und zwar mit besseren Leistungen für die allermeisten Rentner.
    • Pasch 20.06.2017 16:41
      Highlight Highlight Musst nur noch rauskriegen was der ganze Verwaltungsapparat kostet (AHV/IV/ALV/Soz usw) dazu noch ergänzende Institutionen etcetc, und was davon gestrichen werden könnte.
      Bin überzeugt man kommt sehr nahe an die 200Mille, sollte die Zahl stimmen...
    • Thinktank 20.06.2017 16:46
      Highlight Highlight Noch 200 Milliarden mehr und jeder hätte einen Tesla, ein Ipad Pro und ein Hiltl-Jahresabo inbegriffen. Paradise on earth.
    • Bits_and_More 20.06.2017 16:57
      Highlight Highlight Denkst du wirklich mit 2500 Franken / Monat wären übrige Sozialleistungen nicht mehr benötigt?
      Die Kosten die im Alter durch den Staat bezahlt werden sind ja in erster Linie Ergänzungsleistungen weil z.B. die AHV + PK nicht mehr fürs Pflegeheim reicht. Ein Pflegeheimplatz kostet ca. 8000 Franken / Monat.
      Da werden AHV + 2. Säule (wenn die Person überhaupt eine hat) + 3. Säule (werden auch längst nicht alle haben) + 2500 Franken kaum bei allen Menschen auf 8000 Franken kommen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Lowend 20.06.2017 13:53
    Highlight Highlight Die Einordnung der AHV/IV Renten als "Sozialleistungen" ist irgendwie für mich ziemlich befremdlich, denn es sagt ja schliesslich auch keiner zu einem Rentner, dass er von Sozialleistungen lebt.
    • Matthias Studer 20.06.2017 14:14
      Highlight Highlight Könnten aber Ergänzungsleistungen sein.
    • who cares? 20.06.2017 14:21
      Highlight Highlight Ich denke, dass Wort Sozialleistungen kommt von Sozialversicherungen. Und die AHV/IV sind nunmal Sozialversicherungen.
    • Lowend 20.06.2017 14:36
      Highlight Highlight Alles richtig, aber genau diese Zahlen werden dann dazu benutzt, gegen die Sozialhilfe zu hetzen und technisch gesehen sind Renten eher ein bedingtes Grundeinkommen für die Generation Ü65, sprich unserer Eltern und Grosseltern.
    Weitere Antworten anzeigen

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