DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Ein Multikopter mit montierter Kamera vor einem Gerichtsgebäude.
Ein Multikopter mit montierter Kamera vor einem Gerichtsgebäude.Bild: Getty Images Europe
Bedrohte privatsphäre

Darf man private Drohnen in der Schweiz abschiessen? Juristen raten eher zum Lasso

Private Multikopter dringen in fremden Luftraum vor und riskieren, vom Himmel geholt zu werden.
25.08.2014, 18:2126.08.2014, 11:23

«Einfangen ja, abschiessen eher nicht ...» Diesen Rat sollte man beherzigen, wenn man sich von einer Drohne gestört fühlt.

Wohlgemerkt: Es geht nicht um die militärischen Brummer, sondern um private Drohnen, auch Multikopter genannt. Sie erobern still und heimlich den Schweizer Luftraum – und verunsichern unbeteiligte Dritte. 

Was darf man gegen ein spionierendes Flugobjekt unternehmen, wenn man beispielsweise (nackt) im eigenen Garten gefilmt wird?

Die beiden Schweizer Juristen Stephanie Hrubesch-Millauer und David Bruggisser haben der Frage einen Fachartikel gewidmet (siehe Quelle unten). Prompt hat der bloggende Rechtsanwalt Martin Steiger darauf reagiert und geht seinerseits auf die neuartige «Bedrohung» ein.

Diese Drohne sollte definitiv nicht abgeschossen werden. Sie wird in der Regel auch nicht über Schweizer Gebiet kreisen.
Diese Drohne sollte definitiv nicht abgeschossen werden. Sie wird in der Regel auch nicht über Schweizer Gebiet kreisen.Bild: Getty Images

Dies alles gilt es zu beachten

• Von einem Abschuss der Drohne raten die Juristen grundsätzlich ab, weil dadurch fremdes Eigentum zerstört werden könnte. 

• Vielmehr gelte es «mildere Mittel vorzuziehen und den Störer respektive Piloten zunächst zur Unterlassung aufzufordern».

• Allerdings: In Ausnahmefällen wäre das Abschiessen denkbar, und zwar bei «wiederholter und böswilliger grober Störung».

• Falls der Pilot nicht auffindbar oder unbelehrbar ist, kann man die Drohne zwecks Beweissicherung «einfangen». Dies sei ein verhältnismässiges und damit zulässiges Mittel der Selbsthilfe.

• Wobei dies natürlich leichter gesagt als getan ist. Vor allem bei grosser Flughöhe. Um die öffentliche Sicherheit nicht zu gefährden, sollte keine Schusswaffe eingesetzt werden. Auch kein Pfeilbogen!

• Martin Steiger empfiehlt «die Verwendung von Wurfgegenständen, bei deren Verwendung kein Kollateralschaden entsteht».

Oder wie wär's mit einem Lasso?

Quelle: Stephanie Hrubesch-Millauer und David Bruggisser, Sachenrechtliche Aspekte zum Einsatz von privaten Drohnen, erschienen im «Jusletter» vom 11. August 2014 (nur für registrierte Nutzer).

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

6 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
6
Drohnen der US-Army fliegen in Zukunft nur mit Software aus Zürich

Die Zürcher Firma Auterion ist erst 2017 gegründet worden – und bereits ist das Start-up mit seiner Software-Plattform PX4 für Drohnen quasi ein Monopolist: 75 Prozent der Flugapparate weltweit laufen auf dieser Open-Source-Software. PX4 ist, wie es Auterion-CEO Lorenz Meier gegenüber dem Portal «Netzwoche» formulierte, «das Android für Drohnen».

Zur Story