Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Priester bei der Kommunion mit Kindern auf einem polnischen Gemälde von 1881. Bild: wikipedia

So unterdrücken Religionen die Sexualität ihrer Gläubigen und fördern Missbräuche 

Sexualität mit religiösen oder moralischen Geboten zu unterdrücken, ist ein Verbrechen an der Menschheit.

24.02.17, 14:00

hugo stamm



Glaube und Sexualität – eine explosive Mischung. Die meisten Glaubensgemeinschaften wollen die sexuellen Regungen und Bedürfnisse ihrer Gläubigen mit moralischen Dogmen zähmen – und scheitern dabei grandios.

Hugo Stamm; Religionsblogger

Hugo Stamm

Glaube, Gott oder Gesundbeter – nichts ist ihm heilig: Religions-Blogger und Sekten-Kenner Hugo Stamm befasst sich seit den Siebzigerjahren mit neureligiösen Bewegungen, Sekten, Esoterik, Okkultismus und Scharlatanerie. Er hält Vorträge, schreibt Bücher und berät Betroffene.
Mit seinem Blog bedient Hugo Stamm seit Jahren eine treue Leserschaft mit seinen kritischen Gedanken zu Religion und Seelenfängerei. Neu befasst er sich mit dem Thema wöchentlich auf watson.

Anschauungsunterricht liefern die Vorfälle mit Muslimen, die ihre Hände nicht im Zaum halten können. Wer die Mentalität in manchen muslimischen – vor allem arabischen Ländern kennt – ist wenig überrascht. Dort wird die Sexualität aus religiösen Gründen derart radikal unterdrückt, dass sich die Frauen verhüllen müssen, um nicht Freiwild zu werden. Die Männer wissen nur zu gut, weshalb sie ihre Frauen nicht in engen Jeans und wallenden Haaren auf die Strasse lassen.

Nun sieht sich Luzern genötigt, allen Asylsuchenden eine Comic-Broschüre zukommen zu lassen. Schliesslich steht die Fasnacht an, bei der es bekanntlich hoch zu und her geht. Mit einfachen Zeichnungen sollen die Muslime lernen, was bei uns Brauch ist, und wo die Hände nichts zu suchen haben.

Antike Statuen: Zwischen Kunst und Pornografie

Der Zusammenprall der Kulturen zeigte sich auch beim kürzlichen Besuch des iranischen Präsident Hassan Rohani in Rom. Die italienische Regierung sah sich genötigt, antike Marmor-Statuen von unbekleideten Frauen zu verhüllen. Was für uns Kunst ist, verstehen religiöse Eiferer als Pornografie.

Wir dürfen aber unsere Hand nicht dazu brauchen, um mit dem Finger auf andere zu zeigen. Auch unsere christlich geprägte Gesellschaft hat sich seit jeher schwer getan mit der Sexualität. Katholische Geistliche müssen heute noch zölibatär leben, Onanie ist eine Sünde.

Weder Gott noch der Glaube können die Sexualität zähmen. Die Unterdrückung führt zu Zwangsverhalten.

Als ob der Glaube oder Gott den Sexualtrieb zähmen könnte! Die Skandale zu den sexuellen Übergriffen von Vikaren und Pfarrern auf Kinder sind notorisch und gerichtlich dokumentiert.

Kirche als Refugium der Homosexuellen

Die Doppelmoral der katholischen Kirche zeigt sich auch im Umgang mit dem Thema Homosexualität. Sie gilt als schwere Sünde und ist per Dekret nicht erlaubt.

Dabei weiss jeder katholische Geistliche, dass die Kirche ein Refugium von Homosexuellen ist. Weihbischof Hans-Jochen Jaschke aus Hamburg bestätigte kürzlich im SWR-Fernsehtalk «Nachtcafé», dass es auf allen Rangstufen bis hinauf zum Papst Würdenträger gebe oder gegeben habe, die homosexuell seien.

Insider behaupten sogar, dass bis 50 Prozent des katholischen Klerus schwul sei. Überhaupt dürfte es nur eine kleine Minderheit der Geistlichen schaffen, ihre Sexualität zu Ehren Gottes zu unterdrücken. Geradezu heuchlerisch ist, dass Schwule nicht zur Kommunion zugelassen sind, schwule Pfarrer aber die Hostien segnen und austeilen dürfen.

Auch die Freikirchen mühen sich krampfhaft an der Sexualität ab. Für viele ist sie ein teuflisches Werkzeug des Satans. Sex ausserhalb der Ehe ist eine schwere Sünde, bei einem Seitensprung droht gar die Gefahr, dass sich die Himmelspforte für immer schliesst.

Die Sexualität mit religiösen oder moralischen Geboten zu unterdrücken, ist eigentlich ein Verbrechen an der Menschheit.

Sexuelle Übergriffe auch in buddhistischen Klöstern

Auch der im Westen als sanfte Alternative zu den monotheistischen Religionen gefeierte Buddhismus schafft es nicht, die Sexualität auf natürliche Art in den Glauben zu integrieren. So müssen sich buddhistische Mönche und Nonnen verpflichten, zölibatär zu leben. Deshalb sind auch in buddhistischen Klöstern Übergriffe auf Kindermönche ein tägliches Phänomen.

Die Sexualität mit religiösen oder moralischen Geboten zu unterdrücken, ist eigentlich ein Verbrechen an der Menschheit. Für Religionen und Glaubensgemeinschaften ist es eine narzisstische Kränkung, dass es eine stärkere menschliche Kraft gibt als den Glauben. Sie bekämpfen die Energie, die das Überleben der Menschheit sichert. Deshalb sind sie lebensfeindlich. Lieber hält man an mittelalterlichen Dogmen fest, statt grundlegende psychologische Erkenntnisse anzuwenden.

Die Unterdrückung der Sexualität führt bei vielen Gläubigen zu psychischen Problemen und Zwangshandlungen. Dabei wäre es eine seelsorgerische Aufgabe von Geistlichen, ihren Schäfchen einen  verantwortungsvollen Umgang mit der Sexualität zu vermitteln. Also ein klassisches Paradox: Als würde ein Patient den Arzt behandeln.

Das könnte dich auch interessieren:

Ist Trump nun ein Faschist oder nicht?

Die 7 schlimmsten Momente, die du an einer Prüfung erleben kannst

Die Grünen sind die unverbrauchten Linken

Norilsk – no fun. Das ist Russlands härteste Stadt

«In einer idealen Welt wären Solarien verboten»

Diese Nachricht lässt jede Playstation 4 sofort abstürzen – so schützt du dich

30 Millionen Facebook-Profile gehackt. User-Daten weg. So merkst du, ob du betroffen bist

Diese Inder löschen Pornos und Gräuel-Bilder aus dem Netz – und leiden dabei Höllenqualen

Warum Tabubrecher triumphieren und was die Schweiz damit zu tun hat

Swisscom erhöht Abopreise um 191%: So reagieren die Kunden auf den erzwungenen Abowechsel

Mit diesen 10 Tricks und Tipps holst du das Beste aus Spotify raus

Wir haben die Kantonsgrenzen neu gezogen – so sieht die Schweiz jetzt aus

Diese 7 Frauen hätten einen Nobelpreis verdient – nur eine könnte ihn noch bekommen

GoT-Star Natalie Dormer meint: «MeToo war absolut notwendig!»

Alpentourismus kämpft mit Gigantismus um Gäste: Kann das gut gehen?

Der Staat soll Stillpausen für berufstätige Mütter bezahlen

Wie AfD-Weidel mit falschen Schweizer Asylzahlen Hetze gegen Ausländer macht

Diese Tweets zeigen dir, was mit Menschen passiert, wenn sie zu lange keinen Sex haben 😂

Sorry, Bundesrat Berset, aber es ist Freitag und wir hatten nichts Besseres zu tun ...

«Einmal Betrüger, immer Betrüger» – 7 Leute erzählen von ihrem Beziehungsende

11 Schritte für mehr Nachhaltigkeit in deinem Alltag

präsentiert von

Du denkst, du kennst die Kommaregeln? Ha!

Alle Artikel anzeigen

Hol dir die App!

Yanik Freudiger, 23.2.2017
Die App ist vom Auftreten und vom Inhalt her die innovativste auf dem Markt. Sehr erfrischend und absolut top.

Abonniere unseren Daily Newsletter

0
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen