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Industrie: Ruag dehnt Arbeitszeitverlängerungen aus

15.12.15, 14:20


Der Rüstungs- und Technologiekonzern Ruag verlängert die Mehrarbeit bis Mitte des kommenden Jahres. Zudem betrifft die Massnahme im Zuge der Frankenaufwertung neu auch die rund 100 Mitarbeiter im Bereich Simulation & Training.

Allein mit Prozessoptimierungen, Nachverhandlungen mit Lieferanten und Kosteneinsparungen hätten die Währungsnachteile bislang nicht kompensiert werden können, begründet der Konzern den Schritt in einer Mitteilung am Dienstag. Die Massnahme sei nötig, um die betroffenen Bereiche nachhaltig profitabel zu machen.

Der Konzern hatte die Erhöhung der Arbeitszeit von 40 auf 43 Stunden im Mai diesen Jahres bereits in der Rüstungsdivision (Ruag Defence) sowie bei der auf das Recycling von Elektro- und Haushaltgeräten spezialisierten Ruag Environment eingeführt. Im August wurde die Massnahme dann auch auf die Munitions-Division Ruag Ammotec ausgeweitet.

Durch die nun angekündigte Ausweitung auf den Bereich Simulation & Training sind neu insgesamt gut 1000 Mitarbeitende des Konzerns von den Arbeitszeitverlängerungen betroffen. Die Massnahme soll den Angaben zufolge bis maximal 31. Juli 2016 in Kraft bleiben.

Die Verlängerung sei gemeinsam mit der Arbeitnehmervertretung ausgehandelt worden und gelte für alle Mitarbeiterstufen - ausgenommen Lernende, Stillende und Schwangere. Die betroffenen Angestellten erhielten im Januar 2016 eine Anerkennungsprämie von 100 Franken für jeden geleisteten Monat Mehrarbeit, schreibt die Ruag weiter.

Sparmassnahmen auf breiter Front

Neben den Arbeitszeitverlängerungen hatte die Ruag Anfang Oktober am Standort Nyon VD, wo elektromagnetische Komponenten hergestellt werden, Kurzarbeit eingeführt. Grund war die schlechte Auftragslage im ersten Halbjahr. Betroffen sind alle 72 Mitarbeitenden des Standorts. Den damaligen Angaben zufolge soll die Kurzarbeit in Nyon noch bis Ende dieses Jahres laufen

Zuvor hatte die Ruag Ende Januar bereits Sparmassnahmen beschlossen und die Schliessung der Standorte Brunnen SZ, Hombrechtikon ZH und Mägenwil AG auf Ende 2015 respektive Anfang 2017 angekündigt. Davon sind insgesamt rund 160 Arbeitsplätze betroffen. Alle Angestellte dieser Werke sollen aber an anderen Standorten weiterarbeiten können.

Die Ruag beschäftigt in der Schweiz, Deutschland, Österreich, Frankreich, Schweden, Finnland, Ungarn, Australien und den USA rund 8100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. In der Schweiz sind rund 4400 Mitarbeitende tätig. 2014 hatte der Konzern den Umsatz auf rund 1.8 Mrd. Franken gesteigert. Der Reingewinn kletterte erstmals über die 100-Millionen-Grenze auf 102 Millionen Franken. (sda)

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