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Corona in Portugal – von einem Extrem ins andere

Noch im Januar stand das Gesundheitssystem Portugals kurz vor dem Kollaps. Doch dann gelang die Kehrtwende – eine Chronologie in 4 Punkten.



Die wuchtige zweite Welle

Noch bevor sich Portugal richtig von der ersten Welle erholen konnte, schlitterte das Land bereits zu Beginn des Jahres in die zweite. Sowohl die Fallzahlen als auch die Todeszahlen schossen in die Höhe, das sowieso schon angeschlagene Gesundheitssystem geriet an seine Grenzen. Der Höhepunkt wurde mit 16'432 Neuinfektionen am 28. Januar erreicht.

Portugals Lockdown hat sich gelohnt: Seit 9 Monaten erstmals kein Todesfall mehr.

Ende Januar sah die Situation in Portugal noch düster aus. Bild: jhu

Die Situation war so prekär, dass sich die portugiesische Regierung gezwungen sah, internationale Hilfe anzufordern. Deutschland reagierte als erstes Land und entsandte ein Team der Bundeswehr mit 26 Personen. Auch Österreich bot umgehend seine Unterstützung an:

Der knallharte Lockdown

Mitte Januar trat die Regierung von Premierminister Antonio Costa auf die Notbremse und verordnete einen harten Lockdown. Die Massnahmen waren streng:

Die ersehnte Entspannung

So streng die Massnahmen waren, so schnell zeigten sie Wirkung: Lag die 7-Wochen Inzidenz Ende Januar noch bei 885 auf 100'000 Einwohner, sank sie nach vier Wochen bereits unter 100. Schliesslich stellte die portugiesische Regierung ihren Lockerungsplan in vier Phasen vor, welcher je nach Region und epidemiologischer Lage alle 15 Tage angepasst werden kann. So hat er sich bisher gestaltet:

Ende März war das Gesundheitssystem wieder stabil genug, dass die deutsche Bundeswehr zurückkehren konnte. Diese hatte in Portugal eine Intensivstation betrieben:

Die vierte Phase

Ab dem 3. Mai können voraussichtlich alle Restaurants, Cafés und Bäckereien ohne zeitliche Einschränkung öffnen. Drinnen dürfen sich Gruppen bis zu sechs Personen aufhalten, draussen Gruppen bis zu 10 Personen. Auch grössere Events – drinnen und draussen – dürfen mit eingeschränkter Besucherzahl wieder durchgeführt werden.

Portugal hat sich vom Corona-Hotspot zum Vorzeigeland gewandelt.

Darauf haben sie in Portugal lange gewartet: Die Terrassenöffnung vom 5. April. Ab dem 3. Mai mit bis zu 10 Personen ohne Zeitlimit. Bild: shutterstock

Und wie wahrscheinlich ist es, dass die vierte Phase eingeläutet werden kann? Sehr wahrscheinlich. Die Regierung ist angesichts der sinkenden Fallzahlen gar so optmistisch, dass ab Freitag der Corona-Notstand in Portugal beendet wird. Am vergangenen Montag verzeichnete Portugal zum ersten Mal seit neun Monaten keinen Todesfall im Zusammenhang mit Corona. Es bleibt zu hoffen, dass es nach den Lockerungen zu keiner Trendumkehr kommt. Mit dem Impfen kommt Portugal übrigens ähnlich schnell voran wie die Schweiz.

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