DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

«Umpolungstherapien» für Homosexuelle im Kanton Zürich weiterhin erlaubt

16.09.2021, 14:21

Der Zürcher Regierungsrat stuft sogenannte «Konversionstherapien» oder «Umpolungstherapien» als unethisch und menschenrechtsverletzend ein und lehnt sie entschieden ab. Er sieht aber keine Möglichkeit, diese auf dem Kantonsgebiet zu verbieten.

Ein solches Verbot hatte Kantonsrat Florian Heer (Grüne) in einer Motion angeregt. Immer wieder werde publik, dass Geistliche, Psychotherapeuten, Ärzte oder Coaches verschiedener Organisationen derartige «Therapien» anbieten würden, schreibt Heer.

Diese hätten zum Ziel, die sexuelle Orientierung von lesbischen, schwulen und bisexuellen Menschen oder die Geschlechtsidentität von Trans-Menschen zu verändern. Damit würden den Betroffenen – gerade vulnerablen Jugendlichen und jungen Erwachsenen – grosse Schuldgefühle aufgebürdet, «was viele in die Verzweiflung treibt».

In seiner am Donnerstag veröffentlichten schriftlichen Antwort teilt der Regierungsrat Heers Ansichten: «Das Recht, eine eigene sexuelle Identität zu haben und sie zu leben, ist in der Schweizer Rechtsordnung auf Verfassungs- und Gesetzesstufe geschützt».

Die Meinung, dass es sich bei Homo-, Bi- oder Transsexualität um Krankheiten handle, sei dezidiert abzulehnen, hält der Regierungsrat weiter fest. Weder lasse sich die sexuelle Orientierung umwandeln noch sei sie behandlungsbedürftig.

Kantonale Regelung würde zu kurz greifen

Von einem kantonalen Verbot von «Umpolungstherapien» hält der Regierungsrat aber wenig, er beantragt deshalb dem Kantonsrat, die Motion abzulehnen. Denn: Eine kantonale Regelung würde zu kurz greifen, glaubt der Regierungsrat, weil «Personen oder Institutionen könnten leicht in einen anderen Kanton ausweichen.»

Zudem müsste die Regel nicht im Gesundheitsrecht, sondern im nationalen Strafrecht verankert werden. «Andernfalls würde sie sich nur auf Medizinalpersonen beziehen und alle weiteren potenziellen Kreise wie Geistliche, Seelsorgende oder selbsternannte Coaches ausschliessen.»

Wie der Regierungsrat festhält, sind «Umpolungstherapien» bereits heute verschiedentlich verboten. So müssten sich Medizinalpersonen an ihre Berufspflichten halten. Diese würden verletzt, wenn die sexuelle Orientierung als Krankheit beurteilt werde. Die Gesundheitsdirektion könnte in solchen Fällen Massnahmen ergreifen, die bis zum Entzug der Berufsausübungsbewilligung reichten.

Sie sind homosexuell und das ist auch gut so

1 / 13
Sie sind homosexuell und das ist auch gut so
quelle: ap winnk / katy winn
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Zudem könnten einzelne Handlungen von «Konversionstherapien» auch strafbare Handlungen darstellen. So liesse sich ein Eingriff in die persönliche Freiheit der betroffenen Person beispielsweise als Nötigung werten. (yam/sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Recht so: Eltern begleiten ihre Kinder mit bedingungslosem Stolz an die Gay Pride!

1 / 19
Recht so: Eltern begleiten ihre Kinder mit bedingungslosem Stolz an die Gay Pride!
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Ana Brnabic - Diese Frau spaltet Serbien

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

19-Jähriger in Winterthur schwer verletzt – 6 Teenager verhaftet

In Winterthur ist am Samstagabend bei einer Auseinandersetzung zwischen mehreren Personen ein 19-Jähriger schwer verletzt worden. Sechs mutmassliche Täter im Alter von 14 bis 17 Jahren wurden verhaftet.

Nach 22 Uhr ging bei der Einsatzzentrale der Stadtpolizei Winterthur die Meldung ein, dass in der Nähe des Hauptbahnhofes Winterthur ein verletzter Mann aufgefunden worden sei, schrieb die Kantonspolizei Zürich am Sonntag in einer Mitteilung. Gemäss ersten Erkenntnissen kam es beim …

Artikel lesen
Link zum Artikel