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Live-Musik-Revival ohne Text

Den Konzertbesuchern verschlugen die Amerikaner von «Forq» am vergangenen Wochenende die Sprache. Sprachlos war nicht nur das Publikum: Völlig instrumental eröffneten der Keyboarder Henry Hey, Gitarrist Chris McQueen, Schlagzeuger Jason Thomas und Bassist Michael League aus den Vereinigten Staaten ihre Herbsttournee bei «Musig im Pflegidach» in Muri.

Chantal Assals



Aller guten Dinge sind drei

Gleich drei Tage nacheinander spielte die genreschwankende Band eine Varietät ihrer instrumentalen Werke ein: So wurde alles aufgenommen. Das Material wird vorerst exklusiv auf Vinyl herausgegeben werden, als Teil eines Projekts, bei dem «Musig im Pflegidach» mehrfach in Zusammenarbeit mit der Firma «Newvelle» tätig wird. Somit ist auch für Vinyl-Liebhaber etwas dabei.

Hinweis

Die Artikel in der Rubrik «Musig im Pflegidach» werden von Schülerinnen und Schüler der Kanti Wohlen im Rahmen ihres Deutschunterrichts verfasst. 

Willkommen Zurück

Gründer und Keyboarder Henry Hey war bereits vor acht Jahren in Muri. Nach dem zweiten Lied legt er ein kurzes Wort ein und bedankt sich für die herzhafte Aufnahme: er verzichtet darauf, all zu vielmehr zu sagen, insistiert gar darauf «die Klappe zu halten», da er den Fokus auf das Musikalische legen will. Genau das zeichnet «Forq» aus.

Vor allem heutzutage soll der Druck gross sein, einen Leadsänger zu haben, der dem Publikum eine «Botschaft» überbringt. Somit liegt der Wert viel stärker auf den lyrischen Aspekten des Songwritings, wobei Hey zu folge ein grosser Teil der Kreativität verloren geht. Bei «Forq» sei es gar nicht zur Frage gestanden, einen Leadsänger zu rekrutieren, da auch ein instrumentelles Stück eine Botschaft rüberbringen kann. Dies öffnet auch mehr Türen zur Interpretation.

Übung macht den Meister

Hey selbst hat mit fünf Jahren angefangen, Klavier zu spielen. So hat er sich immer mehr hineingesteigert. Auch ist Hey Mehrfachtäter: schon vor den Zeiten «Forqs» war Hey in einer Band namens Rudder tätig. Bereits mit grossen Namen wie David Bowie hat er gearbeitet, bei dessen zweiletzten Alben «The Next Day» sowie «Blackstar» er mitgewirkt hat. Auch zur Musical-Produktion«Lazarus», die sich auf Bowies Lebenswerk bezieht, hat er beigesteuert.

Bowie sei ihm ein guter Kollege und habe ihn auch stark geprägt. Zwar habe der eher zurückhaltende, entspannte Hey nichtgerade viel mit der exzentrischen verstorbenen Ikone gemeinsam; doch ihre Grundwerte, sich musikalisch sich selbst treu zu bleiben, egal was die Welt davon halte; die stimmen überein. So experimentierte auch Bowie immer wieder mit instrumentellen Stücken; womit er Hey auch weitergeben konnte, dass es die treueste Form der Musik sei, zu experimentieren. 

Ein Musiker, der nicht experimentiert, sei wie ein Maler, der ohne Farben malt. So haben sich «Forq» auch dieser Richtung gewidmet und so sind bei den drei seit 2014 erschienenen Alben «Forq» (2014), «Batch» (2015)und «Threq» (2017) deutlich diese experimentellen Elemente zu spüren.

FORQ - «Crush» @ musig im pflegidach

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Video: YouTube/Stephan Diethelm

Kontemporäre Einflüsse

Hey erläutert die Umstände eines der gespielten Stücke. Die Inspiration der prägnanten Melodie stammt von japanischen Videospielen, jedoch fliesst der «Plastiksound» wie er (nicht abschätzig) beschrieben wurde, klar in den Stil der Truppe hinein. Ein interessanter Mix aus Jazz und Rock sorgt für Spannung. Mit dem Vinyl-Projekt veröffentlichen «Forq» ihr erstes Live-Album, was sich für die Band als spezieller Moment manifestieren wird.

Ode an die Livemusik

«Mit Youtube und all den Streaming Websites stirbt die Livemusik aus […]. Genau deswegen komme ich auch gerne wieder hier hin zurück – in kleinen Veranstaltungsorten wie eben diesen wird es wieder möglich, die Livemusik zu unterstützen.», erzählt Hey. «Kauft nicht unsere Platten, sondern kommt zu unseren Shows!», lacht er. Dass eben genau bei Bands und Künstlern, die nicht unbedingt auf den Charts stehen, oftmals der kommerzielle Erfolg durch Plattenverkauf wegbleibt, lässt sich oft durch Auftritte kompensieren. 

Folglich sieht die Zukunft «Forqs» recht spannungsreich aus: sei es die weltumgreifende Tour von einem kleinen Ort wie Muri bis zur Metropole Beijing; oder die Veröffentlichung ihres Livealbums, das im Herzen Muris entstanden ist, wo vernachlässigte Künstler ins Scheinwerferlicht treten können.

FORQ @ Musig im Pflegidach

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