SRF-Arena
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Werden wohl keine Freunde mehr: Jonas Projer und No-Billag-Initiant Olivier Kessler.

Ganser, Burka, Billag-Beef – diese 5 «Arena»-Momente mit Projer bleiben in Erinnerung

Prominenter Abgang beim SRF: «Arena»-Moderator Jonas Projer wechselt zur Blick-Gruppe. Seit 2014 hat er die Polit-Diskussionsrunde am Freitagabend moderiert und dabei für manchen denkwürdigen Moment gesorgt. Wir blicken zurück.



Damit haben wohl die wenigsten gerechnet: Mit Jonas Projer verlässt eines der bekanntesten Gesichter die SRF-Studios am Leutschenbach. Der 37-Jährige wechselt spätestens per 1. September zur Blick-Gruppe, wo er die Leitung des Projekts «Blick TV» übernimmt.

Eins steht jetzt schon fest: Der Nachfolger oder die Nachfolgerin von Jonas Projer in der «Arena» muss in grosse Fussstapfen treten. Denn Projer ist es in den viereinhalb Jahren seines Wirkens gelungen, der zuvor schlingernden Diskussionssendung mit neuem Elan wieder zu mehr Aufmerksamkeit zu verhelfen.

Er tat dies, indem er immer wieder ungewöhnliche Gäste einlud und sich auch beim Sendungsformat an Experimente wagte. Manchmal zahlte sich das aus, manchmal ging es auch in die Hose. Zwar gab es Politiker, die sich beklagten, die «Arena» sei unter der Leitung Projers zu boulevardesk geworden. Doch den Vorwurf, er mache eine langweilige Sendung, den musste sich Projer kaum je anhören.

Grund dafür waren zahlreiche denkwürdige Sendungen, wie die folgenden Beispiele zeigen:

Als Daniele Ganser für einen Beschwerderekord sorgte

Es war ein Eklat mit Ansage: Im Februar 2017 lud Projer den umstrittenen Historiker und Publizisten Daniele Ganser in die Sendung ein. Das Thema der Sendung war «Trumps Krieg gegen die Medien», diskutiert wurde die Frage, ob man der Presse noch vertrauen könne.

Die Sendung war noch keine 20 Minuten alt, als Projer seinem Gast Daniele Ganser vorwarf, nicht die Wahrheit zu sagen. Dieser habe sich via Twitter darüber beklagt, das SRF habe ihn im Rahmen der Wissenschaftssendung «Einstein» als Verschwörungstheoretiker diffamiert. Dabei habe er vorher dem SRF gegenüber ganz anderes mitgeteilt: Projer zeigte ein Mail von Ganser an den «Einstein»-Redaktor, in welchem Ganser den Beitrag über sich als «fair und sachlich» bezeichnete.

Ganser war empört und warf Projer vor, durch Kürzungen seine Aussagen zu verfälschen. Die Sendung bescherte dem Ombudsmann einen neuen Rekord: Bis Mitte März gingen 492 Beanstandungen ein. Ombudsmann Roger Blum sprach später von einer «missratenen ‹Arena›-Sendung». Projer sagte im watson-Interview, die Sendung habe ihn an seine Grenzen gebracht.

Projer vs. Ganser, Teil I

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Projer vs. Ganser, Teil II

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Als bei der No-Billag-Arena die Nerven blank lagen

Insgesamt dreimal wurde in der «Arena» über die No-Billag-Initiative diskutiert. Klar, dass das Thema für den SRG-Angestellten Projer ein besonders heikles Pflaster war. Am heissesten zu und her ging es bei der dritten und letzten Sendung, vier Wochen vor der Abstimmung.

Initiant Olivier Kessler stellte laut der Sonntagszeitung zehn Minuten vor Sendebeginn die Forderung, dass er die damalige Medienministerin Doris Leuthard anstelle Projers befragen wolle. Schliesslich sei Projer ja als «Billag-Profiteur» befangen. Projer ging nicht darauf ein. Während der Sendung geriet er mit Kessler aneinander und warf diesem vor, bewusst Verwirrung zu stiften und die Ziele der Initiative falsch darzustellen.

«Moment mal!»: Projer nimmt sich Kessler vor

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Als Blocher nicht neben Gauland stehen wollte

Im November 2016 lud Jonas Projer vier Gäste dazu ein, über das Thema «Wer hat das Sagen im Land?» zu diskutieren. Einer davon war der deutsche Politiker Alexander Gauland, Co-Vorsitzender der rechtspopulistischen AfD. Ein anderer Gast wollte partout nicht den Platz neben Gauland einnehmen: SVP-Übervater Christoph Blocher.

Blocher sei nicht bereit, mit einem ausländischen Politiker an seiner Seite über Schweizer Politik zu diskutieren, sagte der damalige SVP-Generalsekretär: «Die SVP ist auf keine Art und Weise zu vergleichen mit der AfD. Blocher kennt Gauland nicht und er interessiert sich auch nicht für ihn.» Die Sendungsmacher reagierten laut Aargauer Zeitung auf die Drohung, in dem sie die Anordnung der Gäste umstellten. Statt dass sich je zwei und zwei Kontrahenten gegenüberstanden, wurden die Diskussionsteilnehmer nebeneinander gereiht. Blocher stand am einen Ende, Gauland am anderen.

Blocher: «Wir lassen uns von niemandem reinreden»

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Als ein Professor wutentbrannt das Studio verliess

Natürlich waren auch die Masseneinwanderungs-Initiative und ihre Nachwehen immer wieder Thema in der «Arena». In besonderer Erinnerung blieb dabei die Sendung vom März 2016, bei der der emeritierte Politologieprofessor und profunde EU-Kenner Dieter Freiburghaus nach wenigen Minuten nicht nur seinen Expertenstand, sondern gleich das Studio verliess.

Er hatte sich über die Wortmeldungen von FDP-Ständerat Philipp Müller genervt, packte seine Unterlagen und ging wortlos. FDP-Politiker Müller kommentierte konsterniert: «Bin ich jetzt tschuld, dass er gange isch?»

Der Professor geht ...

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Auf Bitten Projers nahm Freiburghaus seinen Platz nach wenigen Minuten wieder ein und die Sendung konnte weitergehen.

... und kommt wieder zurück.

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Als eine verschleierte Schaufensterpuppe im Studio stand

«Burka – da sehen wir schwarz!»: Unter diesem für die «Arena» in der Projer-Ära typischen Titel luden die Sendungsmacher im Oktober 2017 drei Politiker und eine Islamwissenschafterin dazu ein, über das Verhüllungsverbot zu diskutieren. Diese taten das angesichts des brisanten Themas erstaunlich gesittet.

Zum bizarren Highlight der Sendung wurde ein Interview mit der via Telefon zugeschalteten «Frauenbeauftragten» des «Islamischen Zentralrats der Schweiz» (IZRS), Nora Illi. Während des Gesprächs zwischen Projer und der bekanntesten Burkaträgerin des Landes wurde stellvertretend für Illi eine mit einem Niqab eingekleidete Schaufensterpuppe eingeblendet.

Nora Illi über das Recht, sich frei bewegen zu können

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    Alle Leser-Kommentare
  • Morph 16.02.2019 00:55
    Highlight Highlight Fand das neue Format unter Projer und auch auf seine Initiative hin lanciert, bei welchem darauf geachtet wurde, daß weniger gelabert und Begriffsverwirrungen angezeigt wurden auch massiv besser als alles andere vorher. Was mich störte, war die Ganserarena. Ich kenne die Hintergründe der wissenschaftlichen Karriere von Ganser nicht. Wenn jemand derart, in Misskredit fällt bei einer ETH dann hat das ohne Frage mit der wissenschaftlichen Leistung zu tun. Nichtsdestotrotz hat ihm Projer das Wort ein Paar mal zu schnell abgeklemmt. Vielleicht wollte man eine Strategie à la Donald Trump verhindern.
    • Hierundjetzt 16.02.2019 10:10
      Highlight Highlight *bei der ETH, Uni St. Gallen und Uni Basel erhilt er die Kündigung.
    • E7#9 16.02.2019 10:27
      Highlight Highlight „Wenn jemand derart, in Misskredit fällt bei einer ETH dann hat das ohne Frage mit der wissenschaftlichen Leistung zu tun.“

      Wir hatten schon Fälle von Übergriffe, Mobbing usw. Es gibt unterschiedliche Wege bei der ETH in Misskredit zu fallen. Ganser entschied sich für eine Aufarbeitung zu 911. Solche Studien darf sich die ETH anscheinend nicht leisten. Es ist also bei weitem nicht so, dass eine Freistellung „ohne Frage“ ausschliesslich an der wissenschaftlichen Leistung liegen muss. Vorher wurde Ganser (auch durch seine Arbeit zu Geheimarmeen) als Vorzeigewissenschaftler gefeiert.
    • Mirio007 16.02.2019 12:15
      Highlight Highlight "Wenn du wissen willst, wer dich beherrscht, mußt du nur herausfinden, wen du nicht kritisieren darfst." Voltaire
    Weitere Antworten anzeigen
  • incorruptus 15.02.2019 22:39
    Highlight Highlight Punkt 4 beinhaltet zweimal dasselbe Video ;)
    • psylo 15.02.2019 23:19
      Highlight Highlight Wollte auch sagen. Wann kommt denn der Freiburghaus zurück. Der geht nur...
    • Christoph Bernet 16.02.2019 11:39
      Highlight Highlight Danke für den Hinweis, ist angepasst.
  • incorruptus 15.02.2019 22:28
    Highlight Highlight Ein ausgezeichneter Moderator - mein Highlight bleibt wohl die No-Billag-Arena, wo Herr Projers Einstellung zwar klar festgelegt war, er aber dennoch eine äusserst faire Diskussion ermöglichte. Vielen Dank für diese Leistung, hoffe es folgt ein nur annähernd so guter Moderator.
  • Hierundjetzt 15.02.2019 22:15
    Highlight Highlight Der Sachbuchautor Ganser schlug aber auch hier in der Kommentarspalte sämtliche Rekorde. 1‘200 Kommentare warens glaubs 🤪
    • DemonCore 16.02.2019 12:59
      Highlight Highlight Verletzte Gefühle. Verletzt durch Fakten.
  • Posersalami 15.02.2019 21:48
    Highlight Highlight Schade, war einer der besseren Moderatoren dieser Sendung.

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