Charlie Hebdo
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Kein Heftverkauf im Laden

Aufregung um «Charlie Hebdo»-Ausgabe in Israel

Die grösste israelische Buchhandelskette macht einen Rückzieher – und verkauft die jüngste Ausgabe des französischen Satiremagazins «Charlie Hebdo» nicht in ihren Läden. Auch eine geplante Veranstaltung wurde abgesagt.

Ein Artikel von

Spiegel Online

In Israel gibt es Wirbel um die erste Ausgabe der französischen Satirezeitschrift «Charlie Hebdo» nach dem Terroranschlag auf die Redaktion. Steimatzky, die grösste Buchhandelskette des Landes, werde die Sonderausgabe nicht im Ladenverkauf anbieten, berichtete der israelische Rundfunk.

Steimatzky habe zudem eine vorher gross angekündigte Verkaufsaktion für «Charlie Hebdo» in einem Geschäft im Raum Tel Aviv abgesagt, heisst es in dem Bericht. Stattdessen werde der Verkauf des Magazins ab Montag per Onlinebestellung erfolgen. Drohungen habe die Ladenkette nicht erhalten, zitierte der Rundfunk das Management des Unternehmens. Es gehe nur darum, auch von Tel Aviv entfernt lebenden Israelis gleiche Kaufchancen einzuräumen.

Ein arabischer Abgeordneter im israelischen Parlament, Masud Ganaim, hatte am Samstag allerdings scharf gegen den geplanten Verkauf von «Charlie Hebdo» in Israel protestiert. Das Heft ist in der muslimischen Welt äusserst umstritten, weil die Titelseite eine Karikatur des Propheten Mohammed zeigt.

«Steimatzky will Bilder verbreiten, die den Propheten Mohammed verletzen», schrieb Ganaim laut dem Internetportal «Ynet» in einem Protestbrief an Regierungschef Benjamin Netanjahu. Dabei gehe es nicht um Pressefreiheit, sondern um einen Angriff auf das Allerheiligste der Muslime. Es handele sich um einen «gefährlichen und dummen Schritt». Ganaim warnte vor Unruhen von Muslimen in dem Land. Etwa zwanzig Prozent der Bürger Israels sind Araber, in der grossen Mehrheit muslimischen Glaubens.

Jungmitglieder sollen Ausgabe gratis verteilen

Das palästinensische Al-Mezan-Zentrum für Menschenrechte habe Steimatzky ebenfalls aufgefordert, das Magazin nicht zu verkaufen, berichtete die Zeitung «Haaretz». Andernfalls drohe die Organisation, eine gerichtliche Verfügung anzustreben. Die Buchladenkette habe daraufhin betont, die Meinungsfreiheit zu unterstützen und «Charlie Hebdo» – wie in den vergangenen Jahren auch – weiter zu verkaufen.

Aussenminister Avigdor Lieberman hat dem Bericht zufolge nun Jungmitglieder seiner Partei Israel Beitenu angewiesen, Tausende Druckexemplare zu erwerben und gratis zu verteilen. «Wir werden es nicht zulassen, dass Israel zu einem Land wird, das sich Drohungen unterwirft und die Meinungsfreiheit einschränkt», sagte Lieberman.

wit/dpa/AFP



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