Flüchtlinge: Ausschreitungen und explosive Stimmung im Aufnahmelager von Lesbos

27.04.16, 11:00

Im Aufnahmelager Moria auf der griechischen Insel Lesbos ist es zu stundenlangen Ausschreitungen zwischen Flüchtlingen und Polizisten gekommen. Flüchtlinge protestierten gegen eine mögliche Ausweisung in die Türkei sowie gegen die schlechten Lebensbedingungen.

Mindestens zehn Menschen seien leicht verletzt worden, berichtete das Staatsradio. Demnach konnten die Sicherheitskräfte erst am frühen Mittwochmorgen wieder die Ordnung in dem Aufnahme- und Abschiebelager herstellen. Die Stimmung sei explosiv, berichteten Reporter vor Ort.

Die Protestierenden bewarfen unter anderem den griechischen Migrationsminister Ioannis Mouzalas mit Wasserflaschen und anderen Gegenständen. Einige zündeten zudem Mülleimer an. Als einige Menschen versuchten auszubrechen und Steine warfen, setzten Sicherheitskräfte Tränengas ein.

Griechenland hatte am Mittwoch insgesamt 49 illegal eingereiste Flüchtlinge in die Türkei abgeschoben. Grundlage dafür ist der EU-Flüchtlingspakt mit der Türkei. Dieser sieht vor, dass alle ab dem 20. März illegal eingereisten Flüchtlinge und Migranten von Griechenland in die Türkei zurückgeschickt werden. (sda/dpa)

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Brikne, 20.7.2017
Neutrale Infos, Gepfefferte Meinungen. Diese Mischung gefällt mir.
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  • Paco69 27.04.2016 13:55
    Highlight "Griechenland hatte am Mittwoch insgesamt 49 illegal eingereiste Flüchtlinge in die Türkei abgeschoben"

    Abschiebungen können nur eine begleitende Massnahme zu Grenzschliessungen sein. Mit Abschiebungen allein kriegt man das Problem niemals in den Griff. Die EU ist mittlerweile wie ein leckgeschlagenes Boot. Immerhin hat man nun zur Kenntnis genommen, dass es ein Leck gibt und dass man absaufen könnten. Aber statt das Leck nun zu stopfen, gibt man sich nach wie vor der Illusion hin, man könne das Wasser einfach wieder raus schöpfen.
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