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Die Armasuisse testete den F-35 in Payerne VD auf Herz und Nieren.
Die Armasuisse testete den F-35 in Payerne VD auf Herz und Nieren.
Bild: keystone

Triebwerks-Fail groundet Dutzende F-35 der US Air Force – was das für die Schweiz bedeutet

Die Luftwaffe der USA kämpft weiter mit massiven Problemen beim F-35-Programm: Wegen Triebwerksschäden stehen 40 Stealth-Fighter am Boden. Ein Aviatik-Experte ordnet ein, was die Folgen für die geplante F-35-Beschaffung der Schweiz sind.
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24.07.2021, 14:5926.07.2021, 12:51

Der Lockheed Martin F-35 Lightning bliebt das Sorgenkind der US Air Force. 41 von 283 gelieferten F-35A der US-Luftwaffe sind derzeit gegroundet – weil sie keine funktionsfähigen Triebwerke besitzen. Jeder sechste der Stealth-Fighter steht also am Boden. Diese ernüchternden Zahlen präsentierte Lieutenant General Eric T. Fick, Chef des F-35 Programms, vor wenigen Tagen Abgeordneten des US-Repräsentantenhauses, wie military.com berichtet.

Am 30. Juni verkündete Viola Amherd, dass die Schweiz 36 F-35A beschaffen will.
Am 30. Juni verkündete Viola Amherd, dass die Schweiz 36 F-35A beschaffen will.
Bild: keystone

Diese Bad News aus den USA kommen für Verteidigungsministerin Viola Amherd ungelegen. Denn der Bundesrat hat jüngst entschieden, 36 F-35A zu beschaffen. Diese sollen frühestens ab 2027 ausgeliefert werden – wenn die Anti-Kampfjet-Initiative der GSOA den «Schweizer» F-35 nicht noch abstürzen lässt.

Das F135-Triebwerk von Pratt & Whitney macht Probleme.
Das F135-Triebwerk von Pratt & Whitney macht Probleme.
bild: shutterstock

Die jüngsten Mängel betreffen zwar nicht die Maschine selbst. Sondern das von Hersteller Pratt & Whitney eigens für die F-35 entwickelte F135-Turbofan-Triebwerk. Es gilt mittlerweile als Flaschenhals im F-35-Programm, der Wartungsstaus und Ausfälle provoziert. Im Griff scheint das Problem nach wie vor nicht zu sein. Die Wartung verschlingt viel mehr Zeit als geplant. Weiter nutzt sich laut dem Bericht der Hitzeschutz der Triebwerkschaufeln im Hauptmodul des Antriebs zu schnell ab, was kürzere Wartungszyklen und häufigere Reparaturen mit sich bringt.

Die Auswirkungen auf die Schweiz

Der F-35A bei einem Testflug in Payerne VD.
Der F-35A bei einem Testflug in Payerne VD.
Bild: KEYSTONE

Der Erstflug des F-35 Lightning erfolgte 2006, seit 2016 ist der Stealth-Fighter für Einsätze zugelassen. Fünf Jahre später kämpft das Programm noch immer mit Triebwerksproblemen.

Was sind die Folgen für das Schweizer Kampfjet-Programm? Für den Schweizer Aviatik-Experten Hansjörg Bürgi sind die Probleme aus Schweizer Perspektive vernachlässigbar. «Der F-35 ist ein Kampfjet der neusten Generation. Kinderkrankheiten wie solche Triebwerksprobleme gehören bei Flugzeug-Neuentwicklungen einfach dazu.» Der Chefredaktor von Skynews.ch verweist etwa auf die Neuentwicklung der zivilen Boeing 787 Dreamliner oder des Airbus A380, die jahrelang mit Problemen kämpften.

Läuft alles nach Plan, erhält die Schweiz den ersten F-35A im Jahr 2027. Mögliche Verzögerungen durch die Anti-Kampfjet-Initiative haben für Bürgi zumindest einen Vorteil: Die Kinderkrankheiten dürfen bis dahin alle behoben sein. «Ich bin überzeugt, dass der F-35 bis Ende des Jahrzehnts vollständig einsatzfähig sein wird», so der Aviatik-Experte.

Airshows-Demo abgesagt

Hersteller Pratt & Whitney setzt alles daran, damit die 41 gegroundeten Flieger baldmöglichst wieder abheben können. Ein Sprecher des Unternehmens sagte, man habe in den letzten Monaten erhebliche Fortschritte bei der Reduzierung der Reparaturzeiten für die Triebwerke gemacht und sei 2021 auf dem besten Weg, doppelt so viele Flugzeugmotoren zu produzieren wie im gesamten Jahr 2020. Pratt & Whitney habe ausserdem bereits eine Material-Änderung an den Triebwerksschaufeln umgesetzt, die in neu produzierte Motoren sowie in die Triebwerke, die durch die Wartung gehen, eingebaut werden soll.

So oder so sorgen die Triebwerkschäden bei Aviatik-Fans für lange Gesichter. Als direkte Auswirkung des Triebwerksmangels hat die USAF beschlossen, die Zahl der Airshow-Auftritte für die F-35 zu reduzieren. Um so sicherzustellen, dass die Flugzeuge für Einsätze und Flugtraining verfügbar sind.

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So sieht der F-35A aus

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So sieht der F-35A aus
quelle: keystone / peter klaunzer
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