Gesellschaft & Politik
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

UNHCR will 19'000 zentralafrikanische Muslime evakuieren

«Wir können nicht einfach rumstehen und zuschauen, wie sich die Menschen abschlachten»



Die Lage in Bangui, der Hauptstadt der Zentralafrikanischen Republik, hat sich laut den Vereinten Nationen verschlimmert. Das UNO-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) plant deshalb, rund 19'000 Muslime zu evakuieren, um sie vor den christlichen Anti-Balaka-Milizen zu schützen.

«Wir können nicht einfach rumstehen und zuschauen, wie sich die Menschen abschlachten», sagte Fatoumata Lejeune-Kaba, Sprecherin des UNO-Hochkommissariats für Flüchtlinge, am Dienstag in Genf. «Sie bitten uns, sie zu evakuieren. Wenn wir es nicht tun, ist ihr Leben in Gefahr.»

People begin to pray next to caskets containing the bodies of two men killed by sectarian violence in the Muslim neighbourhood of Kilometre 5 (PK5) in the capital Bangui March 23, 2014. REUTERS/Siegfried Modola (CENTRAL AFRICAN REPUBLIC - Tags: POLITICS CIVIL UNREST)

Ein Begräbnis von Muslimen in Bangui. Bild: X03305

«Sie bitten uns, sie zu evakuieren. Wenn wir es nicht tun, ist ihr Leben in Gefahr.»

Fatoumata Lejeune-Kaba, Sprecherin des UNO-Hochkommissariats für Flüchtlinge

Die Milizen kontrollierten die Hauptstrassen nach Bangui sowie mehrere Städte und Dörfer im Süden und Südwesten des Landes, erläutert Lejeune-Kaba. «Das Problem ist, dass die Anti-Balaka immer verwegener und militarisierter werden», sagt die UNHCR-Sprecherin.

Umsiedlung

Das Flüchtlingshilfswerk und seine Partner wollen nun mehr Personal in die Konfliktregionen entsenden. Gleichzeitig prüfe man die Verlegung gefährdeter Personen nach Kabo und Moyen Sido im Norden des Landes. «Die Umsiedlung schliesst aber nicht deren Rückkehr aus», so Lejeune-Kaba.

Seit Wiederbeginn der Gewalt in Bangui vergangene Woche stieg die Zahl der Vertriebenen in Zentralafrika wieder an. Binnen Wochenfrist wurden rund 16'000 Menschen von ihrem Zuhause vertrieben. Der UNHCR spricht von insgesamt 637'000 Vertriebenen; dazu kommen 82'000 Menschen, die über die Grenze nach Kamerun, Tschad oder die Demokratische Republik Kongo geflüchtet sind. (kub/sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Analyse

Ein Jahr zum Vergessen, das wir nie vergessen dürfen

Corona war 2020 eine Grenzerfahrung für uns alle. Das Virus entlarvte, wie schlecht die Schweiz für Krisen gerüstet ist. Und dass die Natur stärker ist als der Mensch.

Das Jahr 2020 ist zu Ende. «Endlich!», werden unzählige Menschen sagen und denken. Sie wollen nur eines: Dieses verfluchte 2020 abhaken. Auf dass im neuen Jahr alles besser wird und dank den Corona-Impfungen eine Rückkehr zur Normalität möglich ist. Auf dass der endlose Albtraum verschwindet und wir 2020 vergessen können, ein für allemal!

>> Coronavirus: Alle News im Liveticker

Aber sollen wir 2020 wirklich vergessen? Das wäre fatal, denn diese Pandemie ist bei allem Stress eine wichtige …

Artikel lesen
Link zum Artikel