Charlie Hebdo
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TV-Sendung von 2005 zeigt

Attentäter Chérif Kouachi: Vom Hobby-Rapper zum Dschihadisten-Schüler

Der französische TV-Sender France 3 befasste sich schon 2005 mit Chérif Kouachi, einem der mutmasslichen Attentäter von Paris. Dies, nachdem der heute 32-Jährige von der Polizei festgenommen und zu drei Jahren Haft verurteilt worden war.



Während die Polizei nach dem Attentat auf «Charlie Hebdo» nach den mutmasslichen Tätern fahndet, kommen immer mehr Details über die am Attentat beteiligten Kouachi-Brüder ans Licht. Heute wurde eine zehnjährige TV-Sendung über Chérif Kouachi verbreitet, die gedreht wurde, nachdem der damals 22-Jährige festgenommen und zu drei Jahren Haft verurteilt worden war.

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Chérif, Pizzakurier, Rap-Fan, mehr am Leben und an Mädchen interessiert, als daran, in die Moschee zu gehen, trifft 2004 auf den radikalislamischen Farid Benyettou und wird sein Schüler, heisst es in der Reportage. Benyettou, selbsternannter Imam und Salafist, soll zwischen 2003 und 2005 zehn junge muslimische Franzosen in den Irak geschickt haben. Er wurde damals zu sechs Jahren Haft verurteilt. 

Kouachi sei schnell vom Dschihad überzeugt gewesen, heisst es in der Sendung. Er habe gelernt, dass Märtyrertum und Selbstmordattentate gut seien. Farid habe ihn dazu bewogen, in den Dschihad zu ziehen. Er habe ihm eine Rechtfertigung für seinen baldigen Tod gegeben, soll Kouachi 2005 vor Gericht gesagt haben. 

Sein damaliger Anwalt sagte, Chérif alias «Abou Issen» habe eher einem «Kiffer» als einem Islamisten geglichen, aber wie viele andere sei er geschockt gewesen von der US-Invasion im Irak und den Menschenrechtsverletzungen in Abu Ghraib. Nach seiner Freilassung arbeitete er laut «Le Monde» an der Fischtheke eines Supermarkts.

Seit 2010 nicht mehr aufgefallen

2010 kam Chérif wieder mit dem Gesetz in Konflikt. Er wurde der Komplizenschaft in einem versuchten Gefängnisausbruch verdächtigt. Dieser galt dem lebenslänglich inhaftierten Islamisten Smaïn Aït Ali Belkacem, der 1995 einen Terroranschlag auf den Pariser S-Bahnhof Musée d'Orsay verübt hatte, bei dem 30 Personen verletzt wurden. Auch sein älterer Bruder Said wurde im selben Zusammenhang befragt. Allerdings führten die Ermittlungen ins Leere.

Seither seien die beiden nicht mehr aufgefallen. Laut Informationen von «Le Point» sollen sie aber in Syrien gewesen sein und diesen Sommer nach Frankreich zurückgekehrt.

Die Brüder wurden im 10. Arrondiessement von Paris geboren, wo viele Einwanderer aus Nordafrika wohnen. Sie besitzen die französische Staatsbürgerschaft. Ihre Eltern waren aus Algerien eingewandert, verstarben aber früh. Gemäss «La Libération» wuchsen die beiden Waisen in einem Kinderheim in Rennes auf und zogen später zurück nach Paris.(kri/dwi)

08.01.2015: So berichteten die Zeitungen über die Attacke auf «Charlie Hebdo»

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Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
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    Alle Leser-Kommentare
  • Citation Needed 08.01.2015 18:01
    Highlight Highlight Wen wundert's? Bei Radikalisierungen westlicher Dschihadisten spielt die Religion eh kaum eine Rolle-die meisten sind religiöse Novizen, die sich vor Abreise schnell das Buch "Islam for Dummies" reinziehen (kam bei zwei Englischen Jung-Dschihadisten vor Gericht ans Licht, Sommer 2014). Gemäss Mehdi Hasan, Huffington Post, der sich mit solchen Fällen befasst, ist eben nicht Religion die "Driving Force," die zur Radikalisierung führt, sondern es ist ein Strauss anderer Beweggründe. Zu diesem Schluss gelangen weltweit alle, die mit jungen Dschihad-Rückkehrern arbeiten, so Hasan weiter..
    • oskar 09.01.2015 11:10
      Highlight Highlight ein gesellschaftlicher verlierer ohne jegliche perspektiven, der sich radikalisiert hat. genau solche figuren trifft man auch bei den faschos an
    • Citation Needed 09.01.2015 13:32
      Highlight Highlight @oskar: genau! das läuft bei Hasan unter 'andere Beweggründe', die er allesamt als wirkungsvoller als die Religion einstuft.

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