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Rund um Gsund

Mein Rücken – die Kehrseite meiner sorgenfreien Jugend!

In jüngeren Jahren nahm ich meine körperliche Gesundheit einfach als gegeben hin. Das rächt sich jetzt. Deshalb, liebe jungen Leute, lasst euch gesagt sein: Achtet auf euren Rücken! Und wenn's nur ist, damit ihr euch im fortgeschrittenen Alter von 45 Jahren nicht im Slip vor eurem Hausarzt vornüber beugen müsst.
14.05.2021, 08:0915.05.2021, 06:18
Sandra Casalini
Sandra Casalini
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Die Sache mit den Gelenken haben wir ja bereits besprochen.

Was mir an den Gelenkschmerzen jeweils am meisten Sorgen machte, waren die in der Hüfte. Mein Vater hatte bereits im Alter von dreissig Jahren starke Arthrose, und ich habe in meiner Kindheit regelmässig miterlebt, wie er sich kaum mehr bewegen konnte. Als ich immer öfter und immer stärkere Schmerzen in der rechten Hüfte hatte, machte ich mir langsam Gedanken. Obwohl Arthrose bei Frauen ohne starkes Übergewicht relativ selten vorkommt, ist sie doch erblich.

Das Röntgenbild sagte alles

Ich ging also zu meinem Hausarzt, um meine Hüfte zu röntgen. Und um es gleich vorweg zu nehmen: Das Problem ist nicht meine Hüfte, sondern mein Rücken. Als der Arzt mir mein Röntgenbild zeigte, musste er gar nicht viel erklären, ich sah es selbst. Mein unterster Rückenwirbel ist krumm und drückt, je nach Bewegung, die ich mache, auf mein Hüftgelenk. Ein Haltungsschaden, erklärte mein Hausarzt. Woher genau er kommt, ist schwer zu sagen, Fakt ist aber, dass ich meine Wirbelsäule über einen sehr langen Zeitraum falsch belastet habe, sonst wäre es nicht so weit gekommen.

Dass ich mit meinem Leiden nicht allein bin, zeigt der sogenannte Rückenreport des Jahres 2020 der Rheumaliga Schweiz. Er zeigt unter anderem Folgendes auf:

  • Die Hälfte aller Schweizerinnen und Schweizer leiden regelmässig an Rückenschmerzen. Vor zehn Jahren waren es noch 39 Prozent.
  • Am häufigsten hängen die Rückschmerzen mit langem Sitzen zusammen. Tägliche acht Stunden am Computer vermag auch eine abendliche Trainingseinheit im Fitnessstudio nicht auszugleichen.
  • Die meisten Betroffenen ignorieren die Schmerzen viel zu lange, und gehen erst zum Arzt, wenn die Fehlhaltungen schon weit fortgeschritten sind.
  • Wer raucht, leidet deutlich häufiger an Rückenschmerzen. Woran das liegt, ist unklar. Es könnte aber sein, dass das Rauchen die Schmerzempfindlichkeit heruntersetzt.
  • Wenn es darum geht, die Schmerzen zu kurieren, tut sich ein Röstigraben auf: Die Deutschweizerinnen und Deutschweizer schwören auf Bewegung, in der Romandie setzt man eher darauf, sich zu schonen.

Bauch, Beine, Po – wer braucht schon Muskeln am Rücken?

Mit grosser Wahrscheinlichkeit hat die Verkrümmung meiner Wirbelsäule auch etwas mit langem Sitzen – und einer falschen Haltung dabei – zu tun. Vermutlich aber auch mit diversen Jugendsünden. In meinen Zwanzigern hat mich mein Gesundheitszustand mit Mitte vierzig null interessiert. Ich wollte einen guten Job, viel Spass – und gut aussehen. Und setzte dabei Trainings-mässig auf folgende Assets: Bauch, Beine, Po. Wer braucht schon Muskeln am Rücken?

Die Antwort auf diese Frage kenne ich heute: Meine Wirbelsäule hätte sie dringend gebraucht.

Nicht nur zur Unterstützung ihrer tragenden Funktion, sondern auch, um die Bauchmuskeln auszugleichen. Denn wenn nur eine Seite trainiert ist, führt das zu einem Ungleichgewicht. Die Muskeln stehen unter Dauerspannung, und diese versucht man, durch eine ungesunde Haltung dauernd auszugleichen. Und dann verdächtige ich noch meine geliebten High Heels. Ich glaube, das häufige Tragen hat mir nicht nur einen zwar nicht schmerzenden, aber unangenehmen Hallux am linken Fuss beschert. Die unnatürliche Körperhaltung, die sich daraus ergibt, wirkt sich nämlich auch auf den Rücken aus.

«Und jetzt ganz langsam bücken ... »

Korrigieren kann man die Fehlhaltung nicht mehr. Ich halte die Schmerzen in Rücken und Hüfte mit gezielten Übungen in Schach, versucht, so gerade wie möglich am Schreibtisch zu sitzen, und baue allgemein so viel Bewegung wie möglich in meinen Alltag ein.

Aber, liebe jungen Leute, hört auf mich: Achtet auf euren Rücken. Und wenn es nur deswegen ist, damit ihr mit 45 nicht ohne Hose, im Bridget-Jones-Look, in eurer Hausarztpraxis steht, und die Ärztin sagt: «Und jetzt ganz langsam bücken … »!

Was ist mit euch, habt ihr's auch im Rücken? Und was tut ihr dagegen? Erfahrungen und Tipps sind in der Kommentarspalte willkommen.

bild: Lucia Hunziker

Über die Autorin:

Sandra Casalini schreibt über mehr oder weniger alle und alles, was ihr über den Weg läuft – immer gnadenlos ehrlich und mit viel Selbstironie. Genau so geht sie auch den Blog «Rund um Gsund» an, der ab sofort alle zwei Wochen auf watson erscheinen wird. Bei dem Thema Gesundheit verhält es sich bei Sandra gleich wie mit der Kindererziehung: Sie ist keine Expertin, aber kommt mit beidem irgendwie klar. Manchmal mit Hilfe, manchmal ohne.

Casalinis Texte erscheinen regelmässig im Elternmagazin «Fritz und Fränzi» und der «Schweizer Illustrierten». Bei der SI gewährt sie zudem wöchentlich Einblick in ihr Leben mit pubertierenden Kids im Blog «Der ganz normale Wahnsinn».

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