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Seit dem 26. Juni können sich Jugendliche zwischen 12 und 15 Jahren impfen lassen.
Seit dem 26. Juni können sich Jugendliche zwischen 12 und 15 Jahren impfen lassen.
Bild: keystone

Spritze direkt im Klassenzimmer: So wollen die Kantone die Jungen fürs Impfen motivieren

Seit Anfang dieser Woche können auch 12- bis 15-jährige Jugendliche geimpft werden. Wo schon geimpft wird, sind die Anmeldungen verhalten – auch bei den älteren Jugendlichen. Neben Online-Kampagnen überlegen sich einige Kantone, nun nach den Sommerferien direkt in den Schulen zu impfen.
30.06.2021, 05:4405.08.2021, 17:33

Seit dieser Woche dürfen sich auch die 12- bis 15-Jährigen zur Covid-Impfung anmelden. Im bevölkerungsreichsten Kanton Zürich liegen 10'000 Pfizer/BioNTech-Dosen für die unter 16-jährigen Impfwilligen bereit. Bis Dienstagmittag wurden rund 6000 Termine gebucht, wie es bei der Zürcher Gesundheitsdirektion auf Anfrage heisst. Ein wirklicher Ansturm auf die freien Termine sieht anders aus.

Ähnlich sieht es auch im Kanton Zug aus. 623 Jugendliche zwischen 12 und 15 hätten sich für die Impfung angemeldet. Das entspricht 12,5 Prozent dieser Altersgruppe. Bei den 15- bis 18-Jährigen liegt die Quote bei 35 Prozent. Man sehe durchaus ein Interesse an der Impfung, sagt Mediensprecher Aurel Köpfli. «Gleichzeitig ist es verständlich und absehbar, dass die Impfquote in der Altersgruppe der 12- bis 15-Jährigen geringer ist, da ja auch die Impfempfehlung des Bundesamts für Gesundheit (BAG) zurückhaltend formuliert ist.»

Im Kanton Wallis musste die Impfung der 12- bis 15-Jährigen wegen fehlender Vakzine verschoben werden. «Für die ersten beiden Juliwochen erhalten wir 2835 Dosen des Impfstoffes von Pfizer/BioNTech anstelle der zuvor angekündigten 7800 Dosen», heisst es bei der Gesundheitsdirektion auf Anfrage.

Impfung in der Schule

Unabhängig davon, ob die ganz Jungen schon geimpft werden oder nicht: Die Frage, wie die Impfquote weiter erhöht werden kann, treibt alle Gesundheitsdirektionen um. Denn die Zurückhaltung – besonders bei der jungen Bevölkerung – ist spürbar. Noch sind erst 3,5 Prozent der 10- bis 19-Jährigen vollständig geimpft.

Im Aargau versucht man deshalb die Menschen spontan für eine Impfung zu motivieren, beispielsweise beim Einkauf nach Feierabend. Ab Donnerstag kann man sich in ausgewählten Migros- und Coop-Filialen mit dem Impfstoff eindecken. «Wir planen zudem nach den Sommerferien verschiedene Massnahmen an der Oberstufe der Volksschule. Eine Impfung vor Ort ist denkbar», sagt Mediensprecher Michel Hassler.

Mit diesen Sujets will die Gesundheitsdirektion des Kantons Zürichs die Covid-Impfung schmackhaft machen.
Mit diesen Sujets will die Gesundheitsdirektion des Kantons Zürichs die Covid-Impfung schmackhaft machen.
bild: zh.ch

Ähnliche Töne sind auch aus dem Wallis zu vernehmen: Man spiele mit dem Gedanken, nach den Sommerferien eine Impfungen direkt in den Schulen anzubieten: «Das ist eine Möglichkeit, die derzeit in Überlegung ist und bei Bedarf zu Beginn des Schuljahres umgesetzt werden könnte», heisst es vom Walliser Gesundheitsdepartement.

Zudem sei im Bergkanton bereits eine Impfkampagne in vollem Gange. Die jüngere Bevölkerung versuche man vor allem über die sozialen Medien zu erreichen. Aber nicht nur: Spots in Walliser Kinos und lokalen Radiosendern sollen ebenfalls zur Impfung motivieren.

Impfslots für den ganzen Verein

Auch in Zug laufen Gespräche mit den zuständigen Behörden, um in den Schulen Impfmöglichkeiten anzubieten. Zudem will man über die vielen Vereine im Kanton die Impfquote erhöhen. «Vereine können sich für ein bestimmtes Zeitfenster eine Impfspur beim Impfzentrum reservieren. So können sich die Vereinsmitglieder gleich alle gemeinsam impfen lassen.»

Auch in Zürich sei man bemüht, die Impfquote weiter zu erhöhen. «Diese Woche startete die zweite Welle der Informationskampagne, die im Online-Bereich schwergewichtig bei der jüngeren Bevölkerung ausgespielt wird», so Mediensprecherin Lina Lanz. In den Schulen wolle man aber nicht impfen, schreibt der «Tages-Anzeiger». «Um die Impfung durchführen zu können, müssen logistische und medizinische Vorgaben erfüllt werden. Der Aufwand ist aufgrund dieser Rahmenbedingungen in einer Schule zu hoch», sagt Lanz.

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