Eishockey
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Blick in die Resega vor dem dritten Eishockey Playoff-Finalspiel der National League A zwischen dem HC Lugano und dem SC Bern, in der Resega Halle in Lugano, am Donnerstag, 7. April 2016. (KEYSTONE/Ti-Press/Samuel Golay)

Die Frage aller Fragen: Wie würden sechs Ausländer pro Klub das Schweizer Hockey verändern? Bild: KEYSTONE/TI-PRESS

Braucht es sechs NL-Ausländer? Zaugg vs. Kuchta im Pro und Contra

Dürfen die Klubs in der NLA ab der kommenden Saison in Meisterschaftsspielen sechs statt bisher vier Ausländer einsetzen? Über diese Frage stimmen morgen Mittwoch die Klubvertreter der National League ab und streiten heute unsere Hockey-Experten.

klaus zaugg, marcel kuchta



PRO

Marcel Kuchta, «Aargauer Zeitung»

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Marcel Kuchta. bild: az

«Nationalteam und Junioren leiden? Das ist Quatsch.»

«Mit zwei zusätzlichen Ausländern würde der notorisch überhitzte Schweizer Transfermarkt endlich abgekühlt.»

Lassen wir die Zahlen sprechen: Die Marke von 30 Schweizer Spielern, die sich in den nordamerikanischen Ligen oder in Schweden versuchen, ist inzwischen bald erreicht. Vor zehn Jahren konnte man unsere Legionäre an einer Hand abzählen. Die Auswirkungen auf unsere höchste Liga, die National League, sind gravierend. Einerseits fehlen die besten Profis, andererseits fehlen auch die besten Junioren, die sich im Ausland ausbilden lassen.

Die Konsequenz ist, dass die Qualität der Spieler in der NLA tendenziell sinkt, gleichzeitig aber das Lohnniveau steigt, weil der Kampf um das «Resttalent» immer erbitterter wird. Was dazu führt, dass vor allem «Mittel- und Ergänzungs-Spieler» fürstliche Löhne beziehen – gemessen an ihrer Aufgabe. So dreht sich die Lohnspirale im Schweizer Eishockey munter nach oben. Alle Appelle an die Vernunft der Sportchefs verhallen, weil sich halt doch immer noch einer findet, der dem Spieler XY ein paar Tausender mehr bezahlt. Weil es eben meistens an Alternativen fehlt.

Umfrage

Bist du für eine Erhöhung des Ausländerkontingents?

  • Abstimmen

3,825 Votes zu: Bist du für eine Erhöhung des Ausländerkontingents?

  • 18%Ja, das kann man machen.
  • 66%Nein, es ist gut so, wie es ist.
  • 7%Ich würde die Anzahl Ausländer senken.
  • 9%Schwierig, ich schwanke hin und her.

Die Lösung des Problems liegt deshalb auf der Hand: Das Ausländer-Kontingent wird von vier auf sechs Spieler erhöht. Damit liesse sich der Schweizer Spielerbedarf auf NL-Niveau auf einen Schlag um 24 Mann reduzieren. Man könnte vor allem im Bereich der Ergänzungsspieler sparen, da man Ausländer dieser Stärkeklasse zu wesentlich günstigeren Konditionen verpflichten kann, weil die Auswahl viel grösser ist.

Aber was ist mit dem Argument der Gegner, dass durch die zusätzlichen Söldner die Nationalmannschaft leidet, weil weniger Schweizer Spieler eingesetzt werden? Das ist – mit Verlaub – Quatsch. Wer auf höchstem Niveau bestehen will, der muss sich auch in unserer Liga gegen die ausländischen Mitspieler behaupten können. Unser Nationalteam gewann WM-Silber, weil die vom Konkurrenzkampf gestählten NHL-Spieler mit gutem Beispiel vorangingen. Dasselbe gilt für die Junioren, die mit einer Reform weniger Einsatz-Chancen erhalten würden. Wer gut ist, der schafft es trotzdem.

Der 1000er-Klub des Schweizer Eishockeys

CONTRA

Klaus Zaugg, Eismeister

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Klaus Zaugg. bild: watson

«Der grösste Unsinn der Neuzeit muss verhindert werden.»

«Zwei zusätzliche Ausländer verteuern jedes Team um mindestens eine Million Franken – und 24 Ausbildungsplätze werden vernichtet.»

SCB-Manager Marc Lüthi will mit zwei zusätzlichen Ausländern mehr Markt schaffen, die zwei zusätzlichen Arbeitsplätze mit billigen Ausländern besetzen, die Löhne der helvetischen Mitläufer drücken, Geld sparen und nebenbei noch das Niveau heben. Kurz: Noch nie haben so kluge Leute so viel Unsinn erzählt wie in dieser Diskussion. Aber bringen wir es auf den Punkt.

  1. Es gibt keine billigen Ausländer. Gäbe es sie, so könnten sie ja jetzt schon verpflichtet werden.
  2. Zwei zusätzliche Ausländer verdrängen nicht zwei teure einheimische Mitläufer. Wer vorne dabei sein oder nicht absteigen will, braucht bessere Mitläufer als die Konkurrenz. Zwei zusätzliche Ausländer verdrängen zwei Nachwuchsspieler.
  3. Die Titanen können sich sechs erstklassige Ausländer (zum Preis von 600'000 bis 900'000 Franken) leisten, die Hälfte der Klubs nur mittelmässige (zum Preis von 400'000 bis 600'000 Franken). Die Differenz zwischen «oben» und «unten» wird grösser, die Ausgeglichenheit der Liga ist schnell dahin.
  4. Die Erhöhung von vier auf sechs Ausländer wird vollends absurd durch die geplante Beibehaltung der Beschränkung auf acht Lizenzen. Um Verletzungen und Flops bei sechs Ausländern zu korrigieren und sicherzustellen, dass im Titel- oder Abstiegskampf sechs gute Ausländer zur Verfügung stehen, bleiben zwei Lizenzen! Die Folge: Im Frühjahr werden die meisten Klubs nicht einmal mehr sechs einsatzfähige Ausländer haben und müssen das Manko konsequenterweise über Schweizer Mitläufer ausgleichen. So werden die Löhne der Spieler zusätzlich angeheizt.

In einem Satz ausgedrückt: Zwei zusätzliche Ausländer verteuern jede National-League-Mannschaft um mindestens eine Million Franken und «vernichten» zusätzlich noch 24 Ausbildungsplätze für Schweizer Spieler. Da bleibt nur ein Schluss: Die Idee ist der grösste Unsinn der Neuzeit.

Darum geht's!

An der Eishockey-Ligaversammlung von morgen Mittwoch in Solothurn wird primär über das Ausländerkontingent in der National League diskutiert und abgestimmt.

Zu einer Abstimmung kommt es, weil der SC Bern und der Genève-Servette HC einen entsprechenden Antrag eingereicht haben. Neu sollen ab nächster Saison sechs statt vier Ausländer pro Spiel eingesetzt werden können. Mit zusätzlichen Ausländern sollen die Lohnkosten, die in der Schweiz in den letzten zehn Jahren im Schnitt um 50 Prozent stiegen, gesenkt werden. Im Sommer erhielt die Erhöhung des Kontingents in einer Konsultativ-Abstimmung keine Mehrheit.

Die Gegner des Antrags spekulieren, dass eine Erhöhung finanziell keine Entlastung ergibt. Immer wieder wurde der Vorwurf portiert, Bern presche in der Angelegenheit nur vor, um den im Frühling nach Zug wechselnden Goalie Leonardo Genoni durch einen zusätzlichen Söldner ersetzen zu können.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Wrister18 14.11.2018 10:12
    Highlight Highlight Mein Vorschlag:
    Transparente Budgets und transparente Gehalte und weiterhin 4 Ausländer. Ich spreche nicht von Salary Cap wie in der NHL. Jeder Klub muss sein Budget ein Jahr im voraus komunizieren. Jeder Spieler und Trainergehalt ist öffentlich. So hat jeder Sportchef zum beginn der Saison den Überblick über seine finanziellen Möglichkeiten für die nächste Spielzeit. Er wird entscheiden müssen wie viel dieses Spielraumes er für einen Corvi oder für einen Rollenspieler ausgeben wil. Beispiel 700k für corvi plus 100k für einen Junior oder 2× 400k für zwei Mittläufer
  • lomit 14.11.2018 04:19
    Highlight Highlight Kuchta hat nicht unrecht was für mich aber am meisten Leiden würde das Powerplay
  • Dreizehn 13.11.2018 21:09
    Highlight Highlight Ich denke die Clubs werden sich immer dumm und dämlich hochbieten wenn begehrte CH-Spieler auf dem Markt sind.

    Vielleicht sollte man auch einfach die maximale Anzahl an Ausländerlizenzen auf 5 runter setzen.
  • Thomas J. aus B. 13.11.2018 19:06
    Highlight Highlight #TeamKuchta
    Bringt meine Gedankengänge gut auf den Punkt. Qualität setzt sich immer durch.

    Auch wenn die 4 Ausländer weiterhin die Regel sein werden (aller Wahrscheinlichkeit nach), so wurde immerhin mal darüber debattiert. Geschadet hat es sicher nicht.
    • Troxi 13.11.2018 21:05
      Highlight Highlight Aus meiner Sicht eine unnötige Debatte, da das Experiment 5 Ausländer vor einiger Zeit klar gescheittert ist.
  • Güselbert 13.11.2018 19:02
    Highlight Highlight Ich versteh die (Hockey-)welt nicht mehr.

    Nebst den mittlerweilen 3+ Ausbildungsclubs in der NLB, ist die Breitenausbildung der jungen Spieler über die letzten 15 Jahre so viel besser geworden, dass der Pool an potentiell NLA-tauglichen Talente so gross ist wie nie zuvor. Vorallem da es ja um Ergänzungsspieler geht, nicht um Teamleader. Und das, obwohl über 20 Schweizer in NA engagiert sind mittlerweilen.

    Solange sich die übernervösen Sportchefs/Präsidenten von den Spielervermittlern mal für mal über den Tisch ziehen, und nicht den Markt spielen lassen, bleibts sowieso, wies ist.



  • bokl 13.11.2018 18:59
    Highlight Highlight Wäre Sparwillen vorhanden, würden die Sportchefs ein Budget erstellen und sich daran halten. (Budget über Talent) So wirkt eine grössere Auswahl preissenkend.

    Tun sie aber nicht.

    Somit wirkt die grössere Auswahl preistreibend.
    • stayhome 14.11.2018 07:53
      Highlight Highlight Der SCB tut dies seit Jahren und verdient dabei jeden Franken selber! Wenn es sich also ein Verein leisten kann, diese Debatte anzustossen, dann definitiv der SCB.
  • Ass 13.11.2018 18:58
    Highlight Highlight Das ironische ist das man immer von den Millionarios aus Lugano oder Zürich lästert, dabei ist es aber der SCB welcher mit Geld um sich wirft.
    • cassio77 13.11.2018 19:03
      Highlight Highlight Aber da verdientsich der Club das Geld selbst, das ist der kleine, aber feine, Unterschied.
    • RedWing19 13.11.2018 19:27
      Highlight Highlight @cassio77

      Nein, wenn die Löhne hochgetrieben werden macht es keinen Unterschied, ob das Geld selbst erwirtschaftet wurde oder ob ein Mäzen reinbuttert.
    • bokl 13.11.2018 19:32
      Highlight Highlight @cassio77
      Aber nicht durch den Spielbetrieb...
    Weitere Antworten anzeigen
  • Pierre Fridez 13.11.2018 18:57
    Highlight Highlight Tja Klaus gebe dir recht!
  • Solti 13.11.2018 18:50
    Highlight Highlight Klar Team Zaugg,jedoch separate Ausländerlizenz für Goalies,die unabhängig von den Feldspielern sind. Das bringt die Preisspirale bei den wenigen CH-Topgoalies runter.
    • 123und456 13.11.2018 20:35
      Highlight Highlight Damit gränni-Marc mit einem ausländischen Spitzengoalie die Lücke von genoni schliessen kann und nicht «mühsam» einen Goalie aufbauen muss oder wie?😂
      Nee der Schuss würde nach hinten losgehen.
      Die Spitzenteams würden, sofer. kein Kaliber a la Genoni zu haben ist, nur noch auf Ausländer setzen.
      Das selbe im Tabellenkeller, hier weil die Angst zu gross ist, dass ein junger talentierter Goalie die Liga halten kann. Der Effekt würde durch die besseren Spitzenteam-Goalies sogar noch verstärkt. Bleiben noch die Mittelfeldteams, ichbezweifle aber, dass die Bock auf einen Goalie-Nachteil haben..
  • SUF 13.11.2018 18:39
    Highlight Highlight Iat eigentlich geklärt, wie das in den Playouts geregelt würde? Es besteht doch meines Wissens schon jetzt ein Ausländer-Ungleichgewicht NLA / NLB... Dann müsste entweder ein potentieller Aufsteiger mehrere Ausländer verpflichten und/oder der potentielle Absteiger auf mehrere verzichten. Irgendwie scheint mir das zu Verzerrungen zu führen - ev. auch, dass häufiger auf die Ligaquali seitens NLB-Meister verzichtet würde, was die Sache weniger spannend machen würde.
    • ta0qifsa0 13.11.2018 19:53
      Highlight Highlight Der Antrag beinhaltet immer noch 2 Ausländer im B und 3 in der Ligaquali.. quasi alles wie gehabt.
  • ta0qifsa0 13.11.2018 18:32
    Highlight Highlight Entfernt. Bitte beachte die Kommentarregeln. Danke, die Redaktion.
    • Thomas J. aus B. 13.11.2018 19:02
      Highlight Highlight Der Kommentar, auf den du Bezug nimmst, wurde bereits entfernt.
  • Jean de Bolle 13.11.2018 18:24
    Highlight Highlight 6 Ausländer? Wie sollen dann die Ausbildungsklubs die Moskito und Novizen Spieler motivieren, wenn kein Platz da ist später in der NLA?
  • Rumbel the Sumbel 13.11.2018 18:21
    Highlight Highlight Ganz klar, brauchen wir nicht. Vielleicht sollte mal Herr Lüthi über den Tellerrand hinaus denken.
  • lynx 13.11.2018 18:10
    Highlight Highlight - Marcel Kuchta, «Aargauer Zeitung»
    - Klaus Zaugg, Eismeister

    Man hätte bei Zaugg ja auch ", watson" oder ", freischaffender Journalist" schreibe können. Aber da steht: ", Eismeister" :-D
    Grossartig!
  • Sloping 13.11.2018 18:07
    Highlight Highlight Anstatt früheren Stars, die längst über dem Zenit ihrer Leistungsfähigkeit sind und über ihre Karriere gesehen schon sehr gut verdient haben hohe Löhne zu bieten, ich nenne mal Bieber beim SCB als Beispiel unter vielen anderen, sollte für die hinteren Linien je nach Verfügbarkeit folgendes gemacht werden: Eigenen Junioren eine Chance geben, die besten Schweizer Talente aus der NLB scouten und verpflichten, Schweizer aus Kanadischen oder Skandinavischen Juniorenligen engagieren oder als ultima ratio Ausländer mit Schweizer Lizenz (Zwerger etc.) einkaufen. Das würde die Kosten wirklich senken.
    • cassio77 13.11.2018 19:05
      Highlight Highlight Super Vorschlag.
  • Echo der Zeit 13.11.2018 18:03
    Highlight Highlight Weiss nicht wieso die was verändern wollen - Läuft ja alles Gut ?
  • kupus@kombajn 13.11.2018 17:58
    Highlight Highlight #teamzaugg
  • Lindros88 13.11.2018 17:56
    Highlight Highlight Noch selten (oder vielleicht auch noch gar nicht) war ich zu 100% der Meinung von Klaus Zaugg. Aber in diesem Fall gibt es die volle Punktzahl 👍🏻👏🏻👏🏻

    Wenn der SC Bern schon Geld 💴 für einen Biber ausgeben kann, der schon in Kloten nur noch ein schwacher Mitläufer war, sind sie ganz bestimmt nicht unschuldig an den „hohen Preisen“ der 3. und 4. Linienspieler! Und das gilt nicht nur für Bern sondern auch für Andere!
    • supremewash 13.11.2018 19:39
      Highlight Highlight Am besten fand ich ja Cholä Marcs Interview, welches er dem SRF gab. Da fantasierte er von günstigen ausländischen Ergänzungsspielern, welche man ja verpflichten könnte.
  • chnobli1896 13.11.2018 17:41
    Highlight Highlight Hätte ich nicht für möglich gehalten, aber ganz klar #teamzaugg
  • Goon (Zeuge Del Curtos) 13.11.2018 17:32
    Highlight Highlight Ich bin immer noch für eine Verkleinerung der Liga. Zwei 10er Ligen und die Farmteams in die MySport League.
    • Danyboy 13.11.2018 17:48
      Highlight Highlight Nein🙄🙄 Schon die Fussballliga ist mit 10 Teams langweilig. 10 Teams sind einfach zu wenig... irgendwann spielt man dann 10 Mal pro Saison gegen die selben Teams
    • MARC AUREL 13.11.2018 17:54
      Highlight Highlight Ja, Rappi und der Bergklub der sowieso längerfristig verschwinden wird wie Arosa dürfen absteigen!
    • exeswiss 13.11.2018 17:59
      Highlight Highlight jupp die letzten beiden der tabelle dürfen gleich absteigen.
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Das wären die Logos der Schweizer Klubs, wenn sie NHL-Teams wären

Die Eishockey-Sprache ist englisch: Crosscheck, Slot und Butterfly-Goalie, Boxplay, Icing und Emptynetter. Auch die Schweizer Ligen heissen nicht mehr Nationalliga A und B, sondern National League und Swiss League. Nur die Klubs haben immer noch ihre alten Namen.

Höchste Zeit, dass auch sie sich wandeln upgraden und ihre HC, SC und EV durch zeitgemässe Namen ersetzen!

* Update: User weisen darauf hin, dass der richtige Plural «mice» lautet. Das ist natürlich korrekt. Da ein kleiner Fehler zum …

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