SBB
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Über 2 Millionen Franken ertrogen – SBB-Mitarbeiter vor Gericht



ZU DEN JAHRESZAHLEN DER SCHWEIZERSCHEN BUNDESBAHNEN, SBB, STELLEN WIR IHNEN HEUTE, 20. MAERZ 2018, FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG - Das Logo der SBB fotografiert an deren Hauptsitz fotografiert anlaesslich der Baustellenbesichtigung der oestlichen Zufahrtsstrecke zum Bahnhof Bern, die Entflechtung Wylerfeld, am Mittwoch, 24. August 2016, in Bern. Die SBB erstellt von 2016 bis 2022 die Entflechtung Wylerfeld, sie ist ein Schluesselprojekt fuer mehr Verbindungen und Puenktlichkeit in der Region Bern und der ganzen Schweiz. (KEYSTONE/Thomas Hodel)

Bild: KEYSTONE

Ein SBB-Mitarbeiter soll elf Jahre lang Aufträge an zwei Firmen eines Freundes vergeben haben. Das Duo erwirtschaftete so vier Millionen Franken. Der Mitarbeiter und drei Geschäftsleute müssen sich ab heute Dienstag vor dem Bundesstrafgericht verantworten.

Als Projektleiter hatte der 56-jährige Angestellte aus dem Kanton Zürich massgebenden Einfluss auf die Vergabe von Aufträgen. Dies machte er sich zu Nutze, indem er in der Zeitspanne zwischen April 2003 und März 2014 freihändige Aufträge an einen im Jahr 2011 verstorbenen Studienkollegen vergab.

Wie aus der Anklageschrift hervor geht, sollen die beiden Freunde die Offerten und Rechnungen an die SBB anfänglich zusammen verfasst haben. Nach einer gewissen Zeit übernahm der Angeklagte diese Aufgabe. Als Angestellter der SBB «kontrollierte» er die Unterlagen und bewilligte sie. Insgesamt kamen über 600 solcher Aufträge zusammen.

Nach dem Tod des Freundes willigte dessen Ehefrau ein, das System aufrechtzuerhalten. Dies lief bis im April 2014 gut. Am 2. April durchsuchte die Bundesanwaltschaft das Haus des Angeklagten und seinen Arbeitsplatz.

Auch das Treuhand-Unternehmen der beiden Firmen des verstorbenen Freundes und eine weitere Firma, die dem Angeklagten Vorteile verschaffte, erhielten Besuch von der Bundesanwaltschaft. Der SBB-Mitarbeiter verbrachte 30 Tage in Untersuchungshaft.

Geld für Haus und Geliebte

Dem ehemaligen Projektleiter werden mehrfache ungetreue Amtsführung, gewerbsmässiger Betrug, Geldwäscherei und weitere Delikte vorgeworfen. Mit den rund 2 Millionen Franken bezahlte er Handwerkerrechnungen für sein Haus, die Privatschule seiner Tochter, ein Motorrad der Marke Ducati und vieles mehr. Auch unterstütze er mit dem Geld seine Geliebte.

Den SBB sei allein aus den nicht oder nur teilweise erbrachten Arbeiten und Leistungen ein Schaden von mindestens 1.2 Millionen Franken entstanden, schreibt die Bundesanwaltschaft in der Anklageschrift.

Der Angeklagte soll zudem mit einer weiteren Firma zusammen gewirtschaftet haben, wie in der Anklageschrift ausgeführt wird. So liess sich der SBB-Angestellte für Aufträge, die er dieser Firma erteilte, von den drei Hauptaktionären Unterhaltungselektronik für rund 300'000 Franken finanzieren.

Darüber hinaus bewerkstelligte der Angeklagte die Finanzierung der Leasingraten für einen Mercedes von total 50'000 Franken mit Zahlungen der gleichen Firma, der er regelmässig Aufträge vergab.

Dabei reichten die Verantwortlichen der Firma gemäss Anklageschrift eine Offerte ein. Der SBB-Mann liess sie wissen, ob damit das Budget schon ausgereizt war oder nicht. War dies nicht der Fall, konnten sie eine neue Offerte einreichen.

Schwarze Kasse gespiesen

Mit dem Aufpreis wurde die «Kasse» des Angeklagten bei der Firma gespiesen. Und mit den Beträgen konnte er sich die Unterhaltungselektronik und weitere Goodies von der Firma bezahlen lassen. Zum Teil wurde ihm das Geld auch bar übergeben. Alles in allem erhielt er vom Februar 2004 bis März 2014 so Leistungen von total 380'000 Franken.

Auf der Anklagebank sitzen deshalb auch die drei grössten Aktionäre dieser Firma, wobei einem von ihnen lediglich die Gewährung von Flottenrabatten vorgeworfen wird.

Die Strafanträge sind noch nicht bekannt. Sie werden erst im Laufe des Prozesses eröffnet. Die Verhandlung dauert voraussichtlich bis am Donnerstag. (sda)

SBB-App Kurs für Rentner

Video: srf/SDA SRF

SBB SwissPass

So stellt sich SBB-Präsident Gygi die Zukunft des Generalabonnements vor

Link zum Artikel

SBB verpassen Mitarbeitern einen Maulkorb zur Pannen-Karte: «Bitte äussern Sie sich nicht negativ zum SwissPass» 

Link zum Artikel

Ärger mit der SBB-Karte: SwissPass blockiert Kreditkarten und erschwert Bezahlung

Link zum Artikel

SBB-Personenverkehr-Chefin: «SwissPass ist bloss eine ‹dumme Karte›, sie kann nicht viel.»

Link zum Artikel

Tschüss blaues GA, ciao blaues Halbtax: Ab morgen gibts nur noch den roten «SwissPass» 

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Das sind die reichsten Schweizer – die Blochers haben 4 Milliarden zugelegt

Die Vermögen der 300 reichsten Personen in der Schweiz sind in diesem Jahr trotz Corona-Krise gewachsen. Den Spitzenplatz belegt erneut die Familie des verstorbenen Ikea-Gründers Ingvar Kamprad. Unter den fünf reichsten findet sich neu die Familie Blocher.

Während viele Menschen aufgrund von Kurzarbeit oder Arbeitslosigkeit um ihr Gespartes bangen, haben die 300 Reichsten der Schweiz ihren Besitzstand im Corona-Jahr weiter ausgebaut. Konkret stiegen die Vermögen insgesamt um 5 Milliarden auf …

Artikel lesen
Link zum Artikel