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Schwaches Wachstum: Netflix schockt Anleger – Aktie stürzt ab

21.01.2022, 06:45

Trotz eines üppigen Streaming-Angebots und Hits wie «Squid Game» hat Netflix sein Wachstumsziel zum Jahresende verfehlt. Die Prognose für das laufende Quartal fällt noch mauer aus. Anleger sind schockiert.

Der Netflix-Hit des vergangenen Jahres: Squid Game.
Der Netflix-Hit des vergangenen Jahres: Squid Game.Bild: keystone

Für das laufende Quartal erwartet das Unternehmen lediglich 2.5 Millionen neue Kunden, wie es am Donnerstag nach US-Börsenschluss in Los Gatos mitteilte. Damit blieb Netflix deutlich unter den Prognosen der Analysten. Die Aktie stürzte nachbörslich zeitweise um rund 20 Prozent ab.

Im letzten Quartal 2021 legte die weltweite Anzahl der Abonnenten dank Streaming-Hits wie «Squid Game» noch um gut 8 Millionen auf insgesamt knapp 222 Millionen zu. Auch finanziell lief es zuletzt weiter rund: Im Schlussquartal stieg der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreswert um 16 Prozent auf 7.7 Milliarden Dollar. Der Gewinn wuchs um rund zwölf Prozent auf 607 Millionen Dollar.

Wachstum flaut ab

Netflix hatte vor allem zu Beginn der Pandemie einen regelrechten Kundenansturm erlebt, doch das Wachstum flaut schon länger ab. Der Streaming-Riese kämpft mit starker Konkurrenz - Rivalen wie Disney+, Hulu und HBO Max rüsten auf, zudem sind neue Anbieter wie Peacock und Paramount+ hinzugekommen. Im Quartalsbericht räumte Netflix ein, dass sich der Wettbewerb intensiviert habe, da Entertainment-Konzerne weltweit ihre eigenen Streaming-Services entwickelten.

Die maue Prognose für das laufende Quartal begründete Netflix auch mit wenigen geplanten Streaming-Premieren. So würden etwa die neue Staffel der Hit-Serie «Bridgerton» und der mit Spannung erwartete Science-Fiction-Blockbuster «The Adam Project» erst im März starten. Doch auch im Schlussquartal 2021, als Netflix mit vielen neuen Serien und Filmen aufwartete und sein bislang stärkstes Angebot versprach, wurde das eigene Ziel von 8.5 Millionen Neukunden knapp verfehlt.

Experten werfen schon länger die Frage auf, ob das Streaming-Geschäft auf eine Übersättigung zusteuert. Netflix setzt wegen der verhaltenen Wachstumsaussichten in etablierten Märkten wie Nordamerika stark auf seine internationale Expansion.

Aktien von Konkurrenten im Strudel

Besonderen Erfolg hatten zuletzt etwa Produktionen aus Südkorea. Asien und Europa waren 2021 mit je über sieben Millionen neuen Nutzern die wichtigsten Märkte für Netflix. In den USA und Kanada kam nur gut eine Million an neuen Kunden hinzu.

Der trübe Geschäftsausblick von Netflix brachte nachbörslich auch die Aktien anderer Streaming-Anbieter kräftig unter Druck. Für den Unterhaltungsgiganten Walt Disney ging es zeitweise um rund fünf Prozent nach unten, für Roku - den führenden US-Hersteller von Streaminggeräten - sogar um über sechs Prozent. Auch der Mutterkonzern des Netflix-Konkurrenten Paramount+, ViacomCBS, und der Live-Sport-Streaming-Dienst FuboTV erlitten deutliche Kursverluste. (sda/awp/dpa)

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31 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Unicron
21.01.2022 07:28registriert November 2016
Schwaches Wachstum, kaum interessante neue Serien und TROTZDEM Preiserhöhung.
Die Luft wird schon langsam dünner, meine Schmerzgrenze liegt bei 20Fr pro Monat, und die ist fast erreicht. Mittlerweile haben andere Streamingdienste mehr Sendungen im Angebot welche ich sehen möchte. Netflix sollte etwas von den 300 Mio Blockbustern weg kommen und wieder mehr auf qualitativ hochwertige Serien setzen. Mir doch egal ob The Rock mitspielt, wenn der Film am Schluss höchstens durchschnittlich ist bringt das auch nichts.
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Janster
21.01.2022 07:42registriert März 2021
Die bekommen ihren Hals einfach nicht voll. Die haben Millionen von Benutzern und somit einen stetigem Umsatz. damit sollte es möglich sein gute Inhalte zu produzieren ...
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Ökonometriker
21.01.2022 08:34registriert Januar 2017
Schade, dass dieser Markt atomisiert wird. Die diversen Anbieter sollten sich mal zusammensetzen und schauen, dass jede Plattform alle Inhalte abspielen kann.
Ich machte ein Netflix-Abo, weil das bequemer war als "alternative Lösungen". Langsam werden die "alternativen Lösungen" wieder bequemer. Ich überlege mir daher schon länger, Netflix den Rücken zu kehren.
Was ich nicht machen werde ist, einen Monat Netflix dann einen Monat Amazon Prime dann einen Monat Disney+ usw. abonnieren. Und genügend Zeit, um bei allen Anbietern gleichzeitig die Serien zu schauen, habe ich nicht.
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