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Events mit tausend Menschen ab Juli, Gastrogründer-Boom – das schreibt die Sonntagspresse



Grossveranstaltungen ab Juli

ARCHIVBILD ZUR ERLAUBNIS VON VERANSTALTUNGEN MIT MEHR ALS 1000 PERSONEN AB OKTOBER DURCH DEN BUNDESRAT, AM MITTWOCH, 12. AUGUST 2020 - Fans enjoy the concert with Macklemore at the Zuerich Openair in Glattbrugg near Zurich, Switzerland, Saturday, August 24, 2019. (KEYSTONE/Melanie Duchene)

Bild: keystone

Gesundheitsminister Alain Berset will offenbar ab Juli wieder Grossanlässe in der Schweiz mit bis zu tausend Menschen zulassen. Dies berichtete der «SonntagsBlick». Das Innendepartement will dem Bericht zufolge dem Bundesrat am Mittwoch ein Öffnungskonzept für Grossveranstaltungen vorlegen. Anschliessend sollten die Kantone konsultiert werden. Ein erster Entwurf gehe davon aus, dass ab Anfang Juli bis Ende August Anlässe mit bis tausend Personen möglich seien, hiess es im Bericht. Ab Anfang September könnten demnach gar Veranstaltungen mit bis zu fünftausend Besuchern erlaubt werden. Die konkrete Planung hänge allerdings von der Entwicklung der Pandemie ab.

Konferenz der Kantonsregierungen fordert weitere Lockerungen

Der Präsident der Konferenz der Kantonsregierungen (KdK) hat für baldige weitere Lockerungsschritte bei den Corona-Massnahmen plädiert. «Der Bund muss weitere Öffnungsschritte in Aussicht stellen», sagte der KdK-Präsident und Bündner Regierungsrat Christian Rathgeb der «SonntagsZeitung». Es sei entscheidend, dass jetzt rasch viele Leute geimpft und gleichzeitig die Tests ausgebaut würden.

«Dann sind weitere Lockerungen in Einzelschritten sicher bald machbar.» Derweil mahnte der Chef der wissenschaftlichen Taskforce des Bundes, Martin Ackermann, zur Vorsicht. Mit den Öffnungen ab Montag von Restaurantterrassen, Kinos und Fitnesszentren gehe ein «beträchtliches Risiko» einher, sagte er der Zeitung. Lockerungen hätten automatisch mehr Mobilität und Kontakte zur Folge. Dies führe dazu, dass sich das Virus weiterverbreite und es schwieriger werde, Infektionsketten zu unterbrechen. Ackermann sprach sich für Privilegien für Geimpfte, Getestete und Genesene aus. Diese könnten Teil von Schutzkonzepten bei Anlässen sein.

Gründerfieber in der Gastrobranchen

epa09142103 Workers assemble the street veranda of the restaurant  on the Arbat street in Moscow, Russia, 17 April 2021. According to Russian Deputy Prime Minister Tatyana Golikova, over eight million citizens were vaccinated against covid-19 since the vaccination campaign began in January.  EPA/YURI KOCHETKOV

Bild: keystone

Mitten in der Corona-Krise ist es zu einem Gründerfieber in der Gastrobranche gekommen. So wurden im Februar und März deutlich mehr Betriebe neu gegründet als in den Vorjahresmonaten, wie die «SonntagsZeitung» berichtete. Im Februar wurden 258 Gastronomiebetriebe ins Handelsregister eingetragen. Als Grund dafür gaben Experten unter anderem an, dass junge, innovative Unternehmer in der jetzigen Situation ihre Chance sehen, endlich ihre Konzepte umzusetzen. Nichtsdestotrotz machte die Krise den bestehenden Unternehmen in der Branche schwer zu schaffen. Nach dem sich die Zahl der Konkurse und Betriebsschliessungen dank staatlicher Stützungen lange unter dem langjährigen Mittel bewegt hatte, schnellten die Werte im März dieses Jahres in in die Höhe.

Natalie Rickli wehrt sich gegen Vorwürfe

Die Zürcher Gesundheitsdirektorin Natalie Rickli (SVP) hat sich gegen den Vorwurf gewehrt, der bevölkerungsreichste Kanton trödle bei den Impfungen gegen das Coronavirus. «Grosse Kantone impfen langsamer als kleinere, weil die Logistik anspruchsvoller ist», sagte sie dem «SonntagsBlick». «Wir haben zu Beginn in 400 Heimen geimpft. Wir betreiben elf Impfzentren, beliefern fast 1000 Ärzte und bald 150 Apotheken mit Impfstoff. Die müssen jeweils im Voraus wissen, wann sie ihre Patienten aufbieten sollen. Das alles nimmt mehr Zeit in Anspruch als ein einzelnes Impfzentrum in einem kleinen Kanton.» Zürich sei auf Kurs, sagte die Gesundheitsdirektorin weiter. «Unser Ziel ist es, 70 Prozent der über 16-Jährigen zu impfen. Das sind rund 900'000 Menschen. Ist dieses Ziel erreicht, so werden wir einen relativ normalen Sommer erleben.»

Auch das Rahmenabkommen mit der EU gab in den Sonntagszeitungen zu reden:

Parmelin: «Ich werde nicht Boris Johnson spielen»

Bundespraesident Guy Parmelin, links, erhaelt ein Miniaturflugzeug von Volkswirtschaftsdirektorin Carmen Walker Spaeh an einem Point de Presse ueber die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Zuercher Wirtschaft, den Flughafen und den Tourismus, aufgenommen am Donnerstag, 15. April 2021 auf dem Flughafen in Zuerich. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Bild: keystone

Bundespräsident Guy Parmelin hat es nach eigenen Worten beim geplanten Treffen mit EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen in Brüssel nicht auf einen Paukenschlag abgesehen. «Ich werde nicht Boris Johnson spielen», sagte Parmelin der Westschweizer Sonntagszeitung «Le Matin Dimanche». Die Situation der Schweiz sei nicht mit dem Brexit respektive dem Austritt Grossbritanniens aus der Europäischen Union vergleichbar. Die Schweiz wolle «nicht aus einem Abkommen aussteigen, sondern eine Lösung finden, um es weiterzuentwickeln».

Weiter sagte der Wirtschaftsminister, der Bundesrat prüfe «seit langem» Alternativen für den Fall, dass eine Einigung mit der EU über ein institutionelles Rahmenabkommen scheitere. Seine Partei, die SVP, will kein solches Abkommen, aber Parmelin versicherte, dass er die Meinung des Bundesrates vertreten werde, «egal wie das Ergebnis aussieht». Parmelin reist am kommenden Freitag zu von der Leyen nach Brüssel. Das Treffen auf präsidialer Ebene soll wieder Schwung in die Gespräche über das Rahmenabkommen bringen.

Kantone warnen vor Abbruch der Gespräche

Die Kantone haben vor dem Gipfeltreffen von Bundespräsident Guy Parmelin und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen vor einem voreiligen Abbruch der Gespräche mit der EU über das Rahmenabkommen gewarnt. Sie pochen gemäss einem Bericht der «NZZ am Sonntag» auf das verfassungsmässig verankerte Mitspracherecht in dem wichtigen aussenpolitischen Dossier.

«Wir haben Anspruch darauf, dass der Bundesrat uns informiert, bevor er definitive Beschlüsse fällt», sagte Christian Rathgeb, Bündner Regierungsrat und Präsident der Konferenz der Kantonsregierungen, der Zeitung. Die Kantone wünschten, dass der Bundesrat weiterverhandle und nicht in Eigenregie die Verhandlungen abbreche, sagte Rathgeb weiter. Das Ziel seien die erwünschten Klärungen zum Vertragsentwurf. Bisher wurden die Kantone dem Bericht zufolge offenbar nur bruchstückhaft über die Gespräche informiert worden, die die Schweizer Unterhändlerin Livia Leu in den letzten Monaten mit der EU geführt hatte.

Swissmem-Präsident befürchtet Jobverluste

Der Präsident des Industrieverbands Swissmem hat in einem Interview vor einem Scheitern des Rahmenabkommens gewarnt. «Ohne Rahmenvertrag verliert die Schweiz Arbeitsplätze, weil unsere Unternehmen künftig vermehrt im Ausland investieren», sagte Martin Hirzel der «NZZ am Sonntag». Firmen aus der Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie würden ihre Arbeitsplätze ins Ausland verlagern.

Die Schweizer Bevölkerung werde bei einem Scheitern des Vertragswerks am meisten leiden. Hirzel glaubt, dass das Rahmenabkommen vor dem Volk eine Chance hätte. «Beim Thema Europa waren wir Schweizer bisher immer sehr pragmatisch.» Ohne Rahmenvertrag werde die Schweiz der Willkür und den Nadelstichen der EU ausgesetzt sein, ohne sich rechtlich wehren zu können. «Das nenne ich nicht Souveränität», sagte der Präsident des Verbands für KMU und Grossfirmen der schweizerischen Maschinen-, Elektro- und Metall-Industrie sowie verwandter technologieorientierter Branchen.

Neben dem Coronavirus und dem Rahmenabkommen mit der EU machten noch folgende Themen Schlagzeilen:

Bündner Baukartell: Untersuchung gegen hohe Amtsträger

Adam Quadroni, Whistleblower im Buendner Bauskandal, aufgenommen am Donnerstag, 10. Mai 2018, in Ramosch. (KEYSTONE/Gian Ehrenzeller)

Adam Quadroni. Bild: KEYSTONE

Im Zusammenhang mit dem zerschlagenen Bündner Baukartell ist eine Untersuchung gegen hohe Amtsträger wegen der Festnahme des Whistleblowers Adam Quadroni 2017 eröffnet worden. Der in dem Fall tätige ausserordentliche Staatsanwalt führt ein Strafverfahren gegen drei Kantonspolizisten, einen Amtsarzt und einen Richter, wie die «NZZ am Sonntag» berichtet. Die Beschuldigten sehen sich demnach mit Vorwürfen wie Amtsmissbrauch, Freiheitsberaubung und Urkundenfälschung konfrontiert.

Im Zusammenhang mit Einsätzen gegen Quadroni, der das Kartell hatte auffliegen lassen, sollen Polizisten nachträglich Protokolle zu den Abläufen erstellt haben. Der Zeitung zufolge wird der Whistleblower im mutmasslich nachträglich erstellten Rapport als drohender, gewaltbereiter Widersacher dargestellt. Einer der in der Strafuntersuchung beschuldigten Kantonspolizisten gehört zum Topkader des Korps. Er soll 2022 befördert werden. Die Bündner Regierung wartet laut eigenen Angaben das Ergebnis der Untersuchung ab.

Rassismus-Report: 572 Diskriminierungsfälle

Der Rassismus-Report des Bundes hat im vergangenen Jahr 572 Diskriminierungsfälle registriert. Am häufigsten von Rassismus betroffen – in 206 Fällen – waren 2020 wie schon in den Jahren davor Schwarze, wie der «SonntagsBlick» unter Berufung auf einen noch unveröffentlichten Bericht der Eidgenössischen Kommission gegen Rassismus (EKR) und des Vereins humanrights.ch berichtete. Laut den 21 Schweizer Rassismusstellen richteten sich hundert Mal die Übergriffe gegen Muslime und Menschen aus dem arabischen Raum.

Meist blieb es bei Drohungen, Beschimpfungen oder schwerer Benachteiligung. In 49 Fällen war auch Gewalt im Spiel. Am häufigsten diskriminiert wurde am Arbeitsplatz (95 Fälle). Wegen der Corona-Einschränkungen stieg der Anteil an Übergriffen im privaten Umfeld. 72 Fälle passierten demnach in der Nachbarschaft oder im Quartier. Weiter kam es im öffentlichen Raum (67), in der Verwaltung (67) und in Bildungseinrichtungen (58) zu Rassismusvorfällen. Wegen einer neuen Zählweise gibt es keinen Vergleich zum Vorjahr.

Bio-Bauern wollen kein zweites Bio-Label

Bio-Bauern in der Schweiz haben sich gegen ein zweites Bio-Label neben der sogenannten Knospe ausgesprochen, mit dem die Spitze von Bio Suisse dem Handel hätte entgegenkommen wollen. Wie die «NZZ am Sonntag» schrieb, verweigerten die Delegierten von Bio Suisse bei einer Abstimmung am Mittwoch dem Vorstand das Zweidrittelsmehr. Dieser hätte das zweite Label in die Statuten schreiben wollen.

Die Hürden für die Verwendung des neuen Labels waren tiefer angesetzt gewesen. Es hätte auf Produkte gedruckt werden dürfen, die zu 80 Prozent aus Rohstoffen der Schweizer Bio-Produktion stammen. Die Basis machte dem Bericht zufolge wohl aus Angst nicht mit, ihr Premium-Label zu verwässern. Die Knospe ist ein exklusives Bio-Label, das hohe Ansprüche an nachhaltige Landwirtschaft erfüllen muss. Dieses dürfen damit weiterhin nur Migros und Coop verwenden. Detailhändler wie Aldi wollten die Knospe ebenfalls, erfüllten bislang jedoch die Kriterien nicht. (sda)

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quelle: michael buholzer
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