Donald Trump
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
President Donald Trump responds to a reporter's shouted questions as he walks with British Prime Minister Theresa May at the conclusion of their joint news conference at Chequers, in Buckinghamshire, England, Friday, July 13, 2018. (AP Photo/Pablo Martinez Monsivais)

Bild: AP/AP

Trumps Brexit-Tipps für May: «Er wollte, dass ich die EU verklage»

Mit seinen Äusserungen, die Brexit-Politik Theresa Mays sei gescheitert, weil sie seine Ratschläge ignorierte, stiftete Donald Trump jede Menge Unruhe. Jetzt weiss man, was genau er ihr geraten hatte.

15.07.18, 15:14

Frank Patalong



Ein Artikel von

Theresa May kann wieder lächeln: Während Donald Trump zwei freie Tage als Werbepause für sein Golfhotel in Schottland nutzt, hat die Aufarbeitung seiner Auftritte in Grossbritannien begonnen. Und dazu gehört, dass die Welt nun auch erfährt, wovon er eigentlich sprach, als er auf seine Ratschläge für Theresa May verwies: Die hätte May ausgeschlagen, und darum sei ihre Brexit-Politik gescheitert.

Viel zu lachen hatte die britische Premierministerin nicht mit ihrem Gast. Kurz vor ihrem Treffen hatte der in einem Interview mit der britischen Boulevardzeitung «The Sun» Mays Brexit-Plan zum Scheitern verurteilt und den abgedankten Brexit-Hardliner Boris Johnson zu einem erstklassigen Nachfolger für May erklärt.

«Er wollte, dass ich die EU verklage.»

Theresa May, britische Premierministerin

Das alles, machte Trump später klar, waren natürlich «Fake News», weil Johnson zwar eine tolle Type sei, May aber wirklich fantastisch. Sein Lob für May habe die unfaire Zeitung aber verschwiegen. Stehen blieb im Raum der kryptische Spruch vom Ratschlag, den sie ausschlug, weil er ihr zu «brutal» gewesen sei - ein nicht näher erklärter, bleischwerer Vorwurf.

Und der war es nun, der May in einem Interview mit der BBC ein kurzes Lächeln ins Gesicht zauberte. Gefragt, was genau Trump denn vorgeschlagen habe, sagte sie: «Er wollte, dass ich die EU verklage.»

U.S. President Donald Trump, left, with British Prime Minister Theresa May, right, during their meeting at Chequers, in Buckinghamshire, England, Friday, July 13, 2018. (AP Photo/Pablo Martinez Monsivais)

Bild: AP/AP

Im Sinne von: Nicht verhandeln, sondern zuschlagen. Aber natürlich werde man, sagte May lächelnd, nun weiterverhandeln.

Ein US-Präsident, der eines der komplexesten politischen Probleme, dass sich ein Staat je selbst eingebrockt hat, angehen würde, indem er die Konflikte darum eskalieren liesse?

Er habe sie an die Seite gezogen und ihr geraten, ihr «Ziel zu überschiessen, hart zu sein und ihr Ding durchzuziehen»

Trump gibt May Ratschläge

Für Trumps geschassten Ex-Chefstrategen Stephen Bannon wäre das wohl eine gute Strategie. Dem britischen «Telegraph» hatte der Folgendes zu erzählen: Trump habe May Ratschläge gegeben, die sich an den Verhandlungs-Rezepten in seinem von einem Ghostwriter verfassten Buch «Art of the Deal» orientierten. Er habe sie an die Seite gezogen und ihr geraten, ihr «Ziel zu überschiessen, hart zu sein und ihr Ding durchzuziehen».

Das, so Bannon, sei die Kernaussage des Buches - und beschreibt auch Trumps Verhalten im politischen Raum ganz prächtig. Der amtierende «mächtigste Rüpel der Welt» («Frankfurter Rundschau») ignoriert die Scherben der von ihm verursachten Schäden gern und lässt andere nachher darin nach Sinn und Verstand suchen.

So wie nun in diesen Tagen: Nicht wenige Kommentatoren entdecken in Trumps diplomatischen Affronts während des Nato- und Grossbritannien-Besuchs tiefere Wahrheiten. Bannon, der sich in London mit rechtsextremen Politikern verschiedener europäischer Länder traf, lieferte dazu Rückendeckung: Trumps Vision von Boris Johnson als Premierminister sei doch genau richtig. Der solle jetzt Theresa May herausfordern!

Geräusche vom Präsidenten: Meint er was?

Ob Trump seine Brexit-Auslassungen wirklich mit solchen strategischen Hintergedanken äusserte oder völlig ohne, ist nicht ausgemacht. Als er am Donnerstag in einer Pressekonferenz im Nato-Hauptquartier in Brüssel nach seinen Ansichten zum Brexit gefragt wurde, schien er nicht wirklich zu wissen, worüber er reden solle.

U.S. President Donald Trump, right, is greeted British Prime Minister Theresa May, left, at Chequers, in Buckinghamshire, England, Friday, July 13, 2018. (AP Photo/Pablo Martinez Monsivais)

Bild: AP/AP

Die Expertise des amerikanischen Präsidenten zu diesem Thema umfasste vor seinem Abflug nach Grossbritannien folgende Einsichten:

Es schützte ihn nicht vor einer Nachfrage nach seinen Ansichten zum «Hard Brexit». Trump verstand «Heartbreaking» und fand das sehr lustig: Nein, herzzerbrechend sei das alles nicht. Aber hart, ja, hart irgendwie schon.

Aber da Grossbritannien dafür gestimmt habe, die Verbindung mit Europa zu zerbrechen, würden die das dann wohl auch tun. Tolle Leute lebten in Britannien, sagte Trump. Auch wenn viele von ihnen protestieren würden. Aber das kenne er ja, und am Ende habe er doch die Wahl gewonnen, inklusive Wisconsin.

Was das alles mit dem Brexit zu tun hatte, ist nicht bekannt. Aber man kann es sogar nachlesen - im Protokoll des Weissen Hauses.

Jetzt droht Helsinki

Bekannt ist dafür, dass Trump kein Problem damit hat, unbelastet von zu viel Vorbereitung in Situationen hineinzugehen, die anderen als haarig gelten. So stellte er bei seinem Besuch der Queen in wenigen Stunden sämtliche Rekorde im Verletzen royaler Protokolle ein: Erst liess er die 92-Jährige 15 Minuten stehend warten. Dann begrüssten er und Melania die Monarchin per Handschlag und ohne Knicks und Nicker.

Queen Elizabeth II, right, with President Donald Trump, center, and first lady Melania Trump, left, watch from the review stand as members of the Guard of Honour march past them at Windsor Castle in Windsor, England, Friday, July 13, 2018. (AP Photo/Pablo Martinez Monsivais)

Bild: AP/AP

Beim anschliessenden Abschreiten der Ehrengarde hängte er die Greisin ab, die zwei Anläufe mit Ausfallschritt brauchte, um Trump einzuholen, zu umrunden und neben ihm zu landen. Am Ende plapperte Trump dann noch einem Reporter ins Mikrofon, worüber er mit der Queen so geplaudert habe. Über den Brexit zum Beispiel.

Erst, als der Reporter nachfragte, was die Monarchin denn davon halte, fiel Trump wieder ein, dass ihm vorher «eine Menge Leute sehr eindringlich» gesagt hätten, dass man über sowas nicht reden dürfe.

Reden darf und wird er stattdessen am Montag mit Russlands Präsident Wladimir Putin. Nach eigener Aussage «ohne gross etwas zu wollen»: Das Treffen in sich sei doch genug. Das erinnert an das Treffen mit Kim Jong Un, in dass er nach eigener Aussage ohne grosse Vorbereitung gegangen sei.

Putin dagegen kommt wohl mit einer sorgfältig ausgearbeiteten Agenda: Nicht zuletzt hofft Russlands Staatsführer, beim Smoozing mit Trump das Ende der leidigen Sanktionen einleiten zu können.

FILE - In this July 7, 2017, file photo, U.S. President Donald Trump, right, and Russian President Vladimir Putin pose for a photo during the G20 summit in Hamburg Germany. (AP Photo/Marcellus Stein, File)

Bild: AP/AP

Führende US-Demokraten äusserten da schon die Hoffnung, dass bei dem Treffen auch andere Amerikaner im Raum seien, um eine Katastrophe zu verhindern. So etwas würde noch fehlen, um Trumps Europareise zu einem wahrhaft historischen Ereignis abzurunden.

Auch der Vorwurf einer wahlentscheidenden Verstrickung zwischen Trumps Team und russischen Kräften ist lange nicht vom Tisch. Die Anklageschrift gegen zwölf russische Militäroffiziere, so wurde am Wochenende bekannt, enthält den Vorwurf, Trump selbst habe russische Hacker dazu aufgefordert, die Mails seiner Konkurrentin Hillary Clinton nach Kompromittierendem zu durchsuchen.

«Trifft Trump sein politisches Gegenüber», fragt da schon der «New Yorker» an diesem Sonntag, «oder seinen Kontrolleur?» Der Artikel wirft die Frage auf, ob Trumps Russland-Verbindungen nicht nur Jahrzehnte zurückreichen, sondern auch weit tiefer gingen als bisher gedacht: Trump könne «seit 1987 ein russischer Agent» gewesen sein. Schon dass so eine Frage über einen amtierenden US-Präsidenten überhaupt gestellt wird, ist unfassbar.

Trumps Geschenk: Briten lassen Riesen-Baby-Ballon steigen

Video: watson

Trumps mögliche Gegner 2020

Abonniere unseren Daily Newsletter

31
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
31Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • lilie 15.07.2018 21:26
    Highlight Manchmal denke ich, man könnte irgendeinen Penner in den Strassen von New York aus seinem Rausch wecken und ihn um seine Meinung zu einer aktuellen politischen Frage stellen und bekäme eine vernünftigere Antwort als das, was Herr Trump so täglich von sich gibt zu den Problemen dieser Welt. 🙈
    27 2 Melden
  • Zeit_Genosse 15.07.2018 19:31
    Highlight Das Ziel massiv überschiessen, hart vorgehen, brüskieren, das ist das durchsichtige Verhandlungsmodell des höchsten Vertreters der USA. Und doch schon einige seinesgleichen anderer Staaten geraten in Schockstarre ob dem Politiker der als Dealer auftritt und unverfroren gegen alle angeht im Wissen um die Macht im Rücken einer Weltmacht. Dabei vergisst dieser fragwürdige Führer dass es nicht seine Macht ist, sondern eine vom Volk auf Zeit geliehene.
    22 5 Melden
  • Gawayn 15.07.2018 18:03
    Highlight Trump spielt mit der Welt Poker.
    Er blufft mit schwachem Blatt und der Einsatz, das weiss er, muss nicht er bezahlen wenn er verliert.

    Dummerweise kassiert er den Pott wenn er gewinnt.

    Blöd nur, das die Anderen immer einknicken und den Bluff nicht erkennen.
    36 7 Melden
  • Clife 15.07.2018 17:58
    Highlight Trump soll mal aufhören herumzu (achtung Wortwitz) trumpen.
    15 16 Melden
    • FancyFish 15.07.2018 19:11
      Highlight Sehr originell... gratuliere
      23 3 Melden
    • DieFeuerlilie 15.07.2018 21:11
      Highlight Ähm.. wenn man einen Witz ankündigt, dann sollte dann aber auch einer kommen..
      16 0 Melden
  • Baba 15.07.2018 16:40
    Highlight "Erst liess er die 92-Jährige 15 Minuten stehend warten. Dann begrüssten er und Melania die Monarchin per Handschlag und ohne Knicks und Nicker."

    Die Queen lässt man nicht warten, das ist ein grober Affront gegenüber dem Staatsoberhaupt des Gastland. Dass Nr 45 hingegen nicht genickt hat (und seine 3. Frau Trump nicht geknickst), ist mMn protokollarisch korrekt. Die Queen & Nr 45 stehen als jeweilige Staatsoberhäupter auf der gleichen Stufe, damit ist Nicken/Knicks nicht gefordert. Ein Nicken und ein Knicks wären nur ein Ausdruck von Höflichkeit - aber dafür bräuchte man ja eine Kinderstube.
    58 16 Melden
    • Fulehung1950 15.07.2018 17:56
      Highlight Es ist eben nicht nur ein Affront gegenüber der Queen. Es ist nicht nur mangelnder Respekt einem Amt gegenüber, sondern auch einer 92jährigen Dame.

      Und: es ist eine Klatsche gegen die Briten. Wer die Queen beleidigt, beleidigt die Briten.
      41 7 Melden
    • Gregor Hast 15.07.2018 18:15
      Highlight Herr Trump und seine zauberhafte Frau haben sich sehr Staatsmännisch verhalten. Vielleicht haben Sie sich die Filme nicht richtig angesehen...
      7 82 Melden
    • cheko 15.07.2018 19:23
      Highlight @Gregor Hast: Dein Profilbild sagt mehr über deinen Intellekt aus als deine möchtegern-tiefsinnigen Kommentare
      37 4 Melden
    • Ursus der Rächer 15.07.2018 19:57
      Highlight Herr Hast, Sie eilen in beängstigenden Tempo von einem popolustischen, fast schon faschistoiden Denkfehler zum Nächsten. Ob ich, ob Ihren Antworten im obigen und in diesem Kommentar weinen oder schallend lachen soll, weiss ich immer noch nicht. Meinen Sie das wirklich ernst oder wollen Sie sich einfach der Lächerlichkeit Preis geben?
      28 4 Melden
    • Baba 15.07.2018 20:45
      Highlight @Gregor Hast: '...und seine zauberhafte Frau...' 😨

      Sie meinen das mehrfach überarbeitete* Nacktmodell, das in bester Golddiggermanier die 3. Frau Trump wurde? Angebandelt, als er noch mit der 2. Frau Trump verheiratet war? Also in meinem Universum haben solche Frauen andere Attribute...

      *man munkelt, Teile der 3. Frau Trump seien 48 Jahre alt
      22 2 Melden
    • Saraina 16.07.2018 08:04
      Highlight Bis zu diesem Kommentar habe ich Gregor Hast für eine reale Person gehalten. Jetzt weiss ich, das ist Sacha Baron Cohen auf Watson...
      4 0 Melden
    • Baba 16.07.2018 12:31
      Highlight Sacha Baron Cohen auf watson... Saraina, made my day 😂😄😅
      3 0 Melden
  • icarius 15.07.2018 15:36
    Highlight Die EU verklagen. Was für ein Vorschlag!!! Am Besten wohl vor dem EUGH, oder noch besser, dem EMGR. Vermutlich wegen grausamer und unmenschlicher Behandlung. Was für eine Witzfigur.
    116 11 Melden
    • Gregor Hast 15.07.2018 18:16
      Highlight Und? Er ist und bleibt ein Verbündeter der EU!
      3 63 Melden
    • MeineMeinung 15.07.2018 20:47
      Highlight Da hat wohl jemand den Artikel nicht richtig gelesen. Trump selbst bezeichnet die EU als Feind.
      22 0 Melden
    • Alienus 16.07.2018 01:05
      Highlight
      @Gregor Hass

      Der Trump, der ist doch kein Verbündeter der EU, sonder noch ihr Partner.

      Der ist doch kein Partner der NATO, sondern noch ihr Verbündeter.

      Sind Sie ein Freigänger der Hilfsschule?
      12 0 Melden

Hat die Queen gerade Trump getrollt? Diese Bloggerin ist davon absolut überzeugt

Und wahrscheinlich hat er nichts davon gemerkt.

Am vergangenen Freitag stattete der amerikanische Präsident Donald Trump Grossbritannien einen Besuch ab. Dabei war er auch bei der Queen zum Tee eingeladen – wo er sie prompt 12 Minuten lang warten liess. Die Monarchin ging aus dem Treffen laut einer Bloggerin allerdings als Gewinnerin hervor und das mit simpelsten Mitteln:

(doz)

Artikel lesen