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TV-Team konfrontiert Facebook-Hetzer: «Was können die Flüchtlinge dafür, dass Sie keinen Job finden?»



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Grosse Worte auf Facebook, kleinlaut vor der Kamera. Screenshot: «Spiegel TV Magazin»

Im ostdeutschen Heidenau randalieren Rassisten vor einem Flüchtlingsheim. Im brandenburgischen Nauen wird eine Sporthalle, die Flüchtlinge aufnehmen sollte, abgefackelt und im sächsischen Freital demonstrieren «Besorgte Bürger» seit Wochen gegen Flüchtlinge. 

Den Videobeitrag können Sie sich hier ansehen, der beschriebene Teil beginnt bei Minute 3:30.

Auch im Internet ist der Ton rau, Hetze gegen Ausländer gehört auf «asylkritischen» Facebook-Seiten zum Alltag. Doch was sagen die Facebook-Hetzer, wenn man sie im realen Leben mit ihren Aussagen konfrontiert? Genau das haben Reporter von «Spiegel TV» getan. 

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Screenshot: «Spiegel TV»

Sie haben einen Mann aufgesucht, der auf Facebook für die Wiedereröffnung der Konzentrationslager aus dem Zweiten Weltkrieg plädierte. Schwer zu finden war er nicht: Der Mann schreibt unter seinem Namen, in seinem Profil gibt er den Namen seines Arbeitsgebers an.

Der besorgte Bürger ist seit der Wende arbeitslos und verrichtet im Rahmen eines Beschäftigungsprogramms gemeinnützige Arbeiten für einen Euro pro Stunde – einen echten Job hatte er nie. Seine Wohnung wird vom Staat bezahlt.

Die «Spiegel TV»-Reporter konfrontierten den Mann erst zusammen mit seinem Betreuer, der ihn wegen des Postings massregelt, und befragen ihn dann alleine. Er verdiene Geld, habe eine Wohnung, für ihn sei doch gesorgt, argumentiert die Journalistin. Er hätte gerne einen richtigen Job, sagt der Asylgegner, er habe sich zig Mal beworben – ohne Erfolg. Die Reporterin fragt:

«Woran liegt es, dass sie keinen Job finden?»

«An der Ausbildung.»

«Ja, aber dafür können die Flüchtlinge doch nichts?»

«Ja, aber ich auch nicht.»

«Aber warum sind sie denn auf die Flüchtlinge so sauer?»

Die Frage bleibt unbeantwortet. Das Gespräch mit dem überforderten Mann, der keine Argumente hat, ist nicht ganz angenehm anzusehen. Er zeigt aber zweierlei Dinge sehr gut auf: Was man auf Facebook postet, kann einen ziemlich schnell in der realen Welt einholen. Und: Der Hass entsteht oft aus einem Bauchgefühl, nicht aus rationalen Argumenten. (rey via Meedia)

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33
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33Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Matrixx 26.08.2015 06:54
    Highlight Highlight Was ich aus meiner damaligen rund einjährigen Tätigkeit als Arbeitssuchender an Erfahrung mitbringe:
    - An der Arbeitslosigkeit ist zweifelsohne die Wirtschaft schuld, denn trotz starker Wirtschaft gibt es Schwachpunkte, die man nicht so einfach beheben kann
    - Findet man keine Arbeit, ist man absolut selber Schuld
    - Es gibt rund 5 mal mehr arbeitssuchende Ausländer als Schweizer
    - Niemand lehrt dich, wie du dich auf dem Arbeitsmarkt verkaufen musst
    - Die Schuld für deine Arbeitslosigkeit anderen zu geben, beschafft dir keine Arbeit, aber du hast genug Zeit, sauer auf dich selber zu sein
    - Du kannst noch so gut in dem sein, was du tust. Kannst du dich nicht verkaufen, hast du verloren

    Und zu guter letzt:
    - Um zu überleben, musst du dich überlegen zeigen. Selbst als grösste Niete findest du eine Arbeit, wenn du nur genug hoch stapelst...

    Ausländer und Flüchtlinge als Schuldige zu bezeichnen ist also in Punkto Arbeit nicht mehr als ein haltloses, falsches Argument.

    Und jetzt entdchuldigt mich, ich muss mich auf den Weg machen zu einer Arbeit, für die ich viel zu unterqualifiziert bin 😎
    • Matrixx 27.08.2015 12:16
      Highlight Highlight Na, gerne bei mir.
      Ich bin aber so nett und sag dir gleich, dass meine Probezeit schon lange durch ist. 😉
  • Bowell 26.08.2015 06:43
    Highlight Highlight Das liest sich in den Kommentaren etwa so:"Alle 'Konservativen' haben Vorurteile gegenüber allen Ausländern, Flüchtlingen und andersweitig Asylsuchenden und alles nur weil 'die Konservativen' dumm und ungebildet sind". Gibts hier auch jemanden ohne Vorurteile oder nur solche dies behaupten?
    • Bowell 27.08.2015 19:48
      Highlight Highlight Mit dieser ausgedehnten Argumentation zeugt dein Kommentar auch nicht gerade von Intelligenz...in diesem Sinne: Nein, es ist nicht so.
  • manollito 26.08.2015 00:45
    Highlight Highlight Und an diesem Punkt bin ich froh, dass es zumindest auf der Strasse noch einigermassen erträglich ist. Auf Facebook habe ich schon lange aufgehört, Kommentare zu lesen. Da wird man krank beim durchscrollen.
    Habe heute übrigens gerade einen schönen Artikel über den Gegenpol gelesen den ich bezüglich des aktuellen Rassismusproblems sehr interessant finde. Hier mal auf die Strasse bezogen:

    http://www.tagesspiegel.de/berlin/chaoten-oder-heilsbringer-danke-liebe-antifa/9382378.html
  • Sandokan 25.08.2015 19:13
    Highlight Highlight Genau solche Leute hat die SVP in ihrem Wählerstamm. Unzufrieden mit Ihrem eigenen Leben aus welchen Gründen auch immer, meist sprachlich oder beruflich unterbemittelt oder sonst wie benachteiligt. Das lustigste was ich je gehört habe: Die Ausländer nehmen uns unsere Frauen weg. Wer irgendwie normal tickt wählt nicht SVP.
    • Moelal 25.08.2015 20:10
      Highlight Highlight Danke Sandokan. Du sprichst mir aus der Seele. Wer will denn immer bei der Schule und Bildung sparen und dann die Sozial-Ausgaben zugunsten des Militärs und des Strassenverkehrs kürzen? Und uns dauernd für blöd erklären, damit wir das gleiche blöde, sprich tiefe intellektuelle Niveau erreichen: die SVP
    • wasylon 25.08.2015 20:36
      Highlight Highlight Genau Sandokan, die SP mit ihrem Wählerstamm vom Schwarzen Block sind natürlich gut Gebildet, haben einen hohen Intellekt und im Beruf eine Kaderfunktion. Sprachlich sind sie den meisten überlegen und wissen ihre Argumente auch immer mit einem Steinwurf zu untermauern😉
    • Chrigu91 25.08.2015 22:16
    Weitere Antworten anzeigen
  • Låthø 25.08.2015 18:12
    Highlight Highlight Die rassistische Logik reproduziert sich im Kapitalismus notwendigerweise:
    Für die Durchsetzung der kapitalistischen Tugenden im Kampf alle gegen alle (Fleiss, Disziplin, Anstand) braucht es den Rassismus als Ventil, um eigene (eigentlich menschliche) Eigenschaften wie Faulheit/Schlamperei auf vorgestellte Kollektive projizieren zu können und diese abzuwerten. Dies soll den Rassismus nicht schönreden aber seine notwendige Reproduktion erklären.Gleichzeitigkeit von Krise und Pegida ist kein Zufall.
    • Triumvir 26.08.2015 08:04
      Highlight Highlight Nun ja, Fleiss, Disziplin und Anstand erachte ich als durchwegs vernünftige und wertvolle Tugenden. Und zwar unabhängig vom konkreten Wirtschafts- und Staatssystem. Übrigens: Rassisten gab und gibt es auch unter Anhängern eines "real existieren Sozialismus" sowie eines - in meinen Augen utopischen - Kommunismus...Ich finde übrigens, dass man faulen und schlampigen Menschen - durchaus zu Recht - ab und zu einen kräftigen Arschtritt verpassen darf!
  • Ruffy 25.08.2015 17:37
    Highlight Highlight Hab das Video gesehen, der Mann tut mir auf eine Art leid, der hatte seit der Wende keinen Job, möchte gerne arbeiten, hat aber keinerlei Bildung. Bei dem Interview wurde dem doch selbst bewusst, das er bullshit gepostet hat und die Flüchtlinge im selben Boot sitzen wie er...

    Und die rechten Parteien die solchen Leuten die Unterstützung streichen oder Beiträge senken usw. nutzen dieselben Leute nun dankbar als Unterstützer wenn's gegen die Flüchtlinge geht. Rhabarbers Post bringts auf den Punkt.

    Traurige Welt
  • AdiB 25.08.2015 16:57
    Highlight Highlight ich habe das gefühl das genau solche menschen bei pegida mitlaufen. sozialamt schmarotzer, arbeitslose und rentner. ansonsten kann ich mir nicht erklären woher man die kraft hat an einem montagabend, nach der arbeit, bis spät in die nacht, da mit zu laufen. dienstag ist auch ein arbeitstag.
  • Alex23 25.08.2015 16:24
    Highlight Highlight Und wenn man bedenkt, dass die Leute aus der Ex-DDR, die da besonders miese Töne spucken, selber durch die Wiedervereinigung profitieren konnten, 1989 aus einem völlig maroden und vor dem Kollaps stehenden System "hinübergerettet" wurden, in einem funktionierenden Sozialstaat zumindest ein Dach überm Kopf und Geld für Bier und Kippen finanziert kriegen, dann sind deren abscheuliche Aussagen noch abstoßender als so schon.
  • Amanaparts 25.08.2015 14:25
    Highlight Highlight hmmm... Ich verabscheue Rassisten, Nationalisten oder sonstiges Braunes Gesindel. Jedoch weiss ich nicht, was ich davon halten soll, wenn jemand so blossgestellt wird. Der Mann ist offensichtlich selber ein Opfer. Heute trägt xenophobie Anzug und Krawatte und nennt sich bürgerlich. Das hingegen ist einfach eine traurige Gestalt und ich verspüre keine Wut sondern einfach nur Mittleid.
    • Platonismo 25.08.2015 17:27
      Highlight Highlight Ich dachte immer, dass in unserer xenophoben Partei Anzug und Kravatte verpönt seien. Seriöse Kritik ist glaubwürdiger, finde ich zumindest.
    • Låthø 25.08.2015 23:15
      Highlight Highlight Sehe ich ähnlich. Der Mann wird ebenfalls durch klassistische Vorurteile gegenüber Arbeitslosen diskriminiert (Hartz IV TV lässt grüssen) - sieht man auch in den Kommentaren. Er ist im gesellschaftlichen Leben nicht in einer Machtposition und daher weitaus weniger gefährlich als rassistische Unternehmer/Politiker (im Anzug). Das Internet bietet Leuten ohne gesellschaftliche Macht eine Plattform für Ressentiments, den sie in übertriebener Weise nützen, da sie sonst keine Kanäle haben. Sagen tun sie aber eigentlich das Selbe wie die Anzugsträger.
  • tower204 25.08.2015 13:38
    Highlight Highlight Traurig Traurig
    Benutzer Bild
  • zombie woof 25.08.2015 13:32
    Highlight Highlight Eigentlich sind solche Menschen tragische Gestalten. Sie wollen am Leben teilhaben wie jeder Andere auch. Da es in der "Durchschnittsgesellschaft" kaum Platz für solche Menschen hat, bietet sich eine Plattform wie Facebook an. Dort ist man dann plötzlich Wer, hat vermeintliche Freunde und fühlt sich wahrscheinlich auch geborgen. Man kann noch so dummen Bullshit posten, da ist immer einer der lobt. Und das ist doch das was der Mensch immer wieder braucht, ein Lob und auch Bestätigung. Nur geht es hier in die falsche Richtung und kann fatale Folgen haben.
  • Surri 25.08.2015 13:32
    Highlight Highlight Hab die Sendung gesehen, der Mensch ist einfach nur dumm, ein Mitläufer und Nachplapperer, wie so viele....
    Unfähig das eigene Versagen an zu erkennen und statt dessen den Frust auf Unschuldige zu projezieren..
  • Arkaj M Jackson 25.08.2015 13:16
    Highlight Highlight Ich wette der würde keine Sekunde im Krieg überleben von dem die Flüchtlinge flüchten. Der war einfach zu blöd und faul seinen dicken Hintern aufzureissen und etwas zu lernen. So ist das nun Mal. Von nichts kommt nichts.
    • Reiser 25.08.2015 14:20
      Highlight Highlight Hoffentlich ist "Überleben im Krieg" kein Kriterium an dem Sie Menschen messen, Krieg sollte man niemandem wünschen. Auch sonst: Die Aussagen dieser Person sind zu verurteilen und absolut nicht tolerierbar. Punkt. Aber von einem kurzen Abriss eines zusammengeschnittenen Beitrags, in welchem ein offensichtlich völlig überforderter Mensch medial blossgestellt wird, auf ein einfaches Schicksal zu schliessen und zu behaupten er wäre dumm und faul geht mir persönlich gegen den Strich. Machen wir uns nichts vor, das ist immer noch RTL: Ein Sender welcher systematisch Leute an der Grenze zur geistigen Behinderung (eine Vermutung und auch ein Urteil, zugegebenermassen) zur Schau stellt, damit sich das geneigte Fernsehpublikum sicher fühlen kann, dass es mindestens eine/n gibt der noch ärmer/ dümmer/ hässlicher ist als sie. Feelgood-TV und Ostdeutschen-Bashing verkauft sich halt gut.
    • Arkaj M Jackson 25.08.2015 14:50
      Highlight Highlight Da bin ich ganz Ihrer Meinung. Aber ich denke einfach Leute die im Internet grosse Töne spucken, im echten Leben aber nicht zu ihren Aussagen stehen können geschweige denn dafür argumentieren, diese Leute wollten wahrscheinlich nie die Ausbildung die man in Deutschland (nicht in SYRIEN, da wäre es verständlich) kriegen kann, geniessen. Unsere Familie ist selbst aus dem Krieg geflüchtet und ist nun erfolgreich in der Schweiz. Vorhin meinte ich doch nur "Würde es soweit kommen, dass der Herr in so eine Lage gerät, dann könnte er es eher nachvollziehen wie diese Menschen sich fühlen.
    • Platonismo 25.08.2015 17:35
      Highlight Highlight Sehe ich im Prinzip wie Reiser. Die entscheidende Frage ist: Wie kann man solche Leute in die Gesellschaft integrieren, damit ihre intellektuellen und emotionalen Defizite nicht zum Pulverfass werden? Offenbar reichen die kognitiven Fähigkeiten ja nicht, um zu erkennen, dass sie in einer weitaus weniger misslichen Lage als die Flüchtlinge mindestens genauso viel vom Staat bekommen.
  • 's all good, man! 25.08.2015 13:02
    Highlight Highlight Einfach nur noch widerlich. Ganz ehrlich, aber ich bin damit etwas überfordert und es fehlt mir echt an Vorstellungskraft, wie Menschen zu solchen abartigen Kommentaren fähig sind. Hier zeigt sich die hässliche Fratze unserer kaputten Gesellschaft. Woran liegt es? An einem System, das viel Wohlstand schafft aber auch viel soziale Misstände, die solche Leute hervorbringen, die tagein, tagaus einen riesigen Frust mit sich rumtragen und der sich jetzt an den Flüchtlingen entlädt? Ich verstehe es nicht.
    • Platonismo 25.08.2015 17:40
      Highlight Highlight Ich glaube, die Gesellschaft hat viele Missstände verringert. Aber für solche, wie hier porträtiert (was ich für voyeuristisch und boulevardesk halte), fehlen uns effektive Lösungsansätze. Kann man sie einfach ignorieren? Ich weiss es nicht.
  • Baba 25.08.2015 12:53
    Highlight Highlight Ein schockierender Bericht. Er zeigt in meinen Augen auf, wie bildungsferne Menschen von aufwiegelnden Gruppierungen angezogen werden können. Anstatt dass dieser Mann dankbar dafür ist, dass ihm der Staat ein Dach über dem Kopf finanziert und er eine Beschäftigung hat, meckert er rum, was ihm alles fehlt und wirbt für die Wiedereröffnung der KZ. Dass er nichts dafür kann, dass er ungebildet ist stimmt nicht. Vielleicht hatte er einen schwierigen Start ins Leben, das entzieht sich meiner Kenntnis. Aber irgend wann ist man selbst für sein Leben, seine Bildung und Haltung verantwortlich!
    • Komsomol 25.08.2015 17:02
      Highlight Highlight Genau ... und wenn man dass ganze etwas zynisch betrachtet, versteht man plötzlich, wieso gewisse Parteien gerade im Bereich Bildung sparen wollen und gegen Studienrichtungen, bei welchen kritisches Denken im Vordergrund steht, völlig haltlos Stimmung machen. Dumme Schafe sind halt auch einfacher zu führen ... und wenn sie mal nicht spuren, dann zwickt sie der Hirtenhund in den Allerwertesten ;-)
    • Platonismo 25.08.2015 17:44
      Highlight Highlight Komsonol: Das halte ich eher für blossen Opportunismus, ausnützen des Anti-Akademiker, faulen Studenten Reflexes. Derart ausgefeilte, langfristige Strategien traue ich unserer SVP nicht zu ;)
    • Komsomol 26.08.2015 08:56
      Highlight Highlight Naja, vom Nicknamen direkt auf politische Gesinnung oder sonstige persönliche Interessen zu schliessen, ist eine Möglichkeit, dem muss aber nicht so sein ... gell, Herr Pimmel :)

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