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Überschwemmungen und Stromausfall bei Zofingen AG nach Gewitter

09.07.17, 09:20

Heftige Gewitter haben in Zofingen AG zu grossflächigen Überschwemmungen, Hangrutschen und Stromunterbrüchen geführt. Bei der Notrufzentrale und der Feuerwehr gingen über 400 Schadensmeldungen ein. Verletzt wurde nach ersten Informationen niemand.

Betroffen von den Fluten waren der Ortsteil Mühlethal sowie tiefer gelegene Quartiere, die Altstadt und die Industriegebiete, wie die Stadt Zofingen am Sonntag mitteilte.

Mehrere Betriebe, Keller, Tiefgaragen, Unterführungen und das Bahnhofparking standen unter Wasser. In einzelnen Quartieren fiel der Strom aus. Der Zivilschutz verteilte Trinkwasser, wie im Kurznachrichtendienst Twitter berichtet wurde.

In den Strassenunterführungen stand das Wasser teils meterhoch, wie wie es in der Mitteilung heisst. Ein Autofahrer, der in der Unterführung Henzmannstrasse stecken blieb, konnte sich selbst aus dem Auto retten.

250 Rettungskräfte im Einsatz

Insgesamt rückten rund 250 Rettungskräfte zum Einsatz aus, darunter mehrere Feuer- und Chemiewehren, der Zivilschutz und ein Löschzug der SBB. Die Feuerwehr Zofingen rechnet mit einem mehrtägigen Einsatz.

Die Feuerwehren und der Zivilschutz stünden im Dauereinsatz, hiess es in der Mitteilung. Aufgrund der Vielzahl der Alarmmeldungen mussten die Hilfskräfte zunächst Prioritäten setzen. Sie baten die Bevölkerung um Geduld.

Das Unwetter beeinträchtigte auch den Verkehr auf Strasse und Schiene. Laut der Aargauer Kantonspolizei wurde die A1 bei Oftringen überflutet. Kurz nach 18 Uhr sei der Verkehr in beiden Richtungen komplett stillgestanden.

Später konnten die Fahrzeuge über den Pannenstreifen geführt werden. Erst gegen 23 Uhr habe der Verkehr auf allen Fahrstreifen wieder freigegeben werden können.

In Zofingen standen zudem am Samstagabend zwei Gleise unter Wasser. Die Züge auf der Strecke Basel-Luzern fielen zwischen Olten und Luzern aus, wie der Bahninformationsdienst Railinfo mitteilte. Am Sonntagmorgen konnten zwischen Langenthal BE und St. Urban LU keine Regionalzüge verkehren. Passagiere mussten auf Busse umsteigen.

Im Verlaufe der Nacht habe sich die Lage in der Region Zofingen stabilisiert, teilten die Behörden mit. Zur Beurteilung der Hangrutschgefahr wurde ein Geologe beigezogen.

Am Sonntagmorgen waren noch mehrere Quartiere ohne Strom. Bevor die Stromversorgung wieder hergestellt werden könne, müssten rund 600 Wohnungen kontrolliert werden.

Schäden auch im Kanton Solothurn

Heftige Gewitter entluden sich auch in Teilen des Kantons Solothurn. Betroffen waren vor allem die Gemeinden Gretzenbach, Däniken und Dulliken im östlichen Kantonsteil. Insgesamt gingen bei der kantonalen Alarmzentrale rund 60 Meldungen ein, wie die Kantonspolizei Solothurn mitteilte.

In knapp 50 Fällen seien Wassereinbrüche gemeldet worden. Allein in Gretzenbach wurden 19 Keller überschwemmt. Der starke Wind entwurzelte zudem zahlreiche Bäume.

Bis zu 90 Liter Regen pro Quadratmeter

Am Samstagnachmittag und -abend waren teils heftige Gewitter über die Schweiz gezogen - und haben der Hitzewelle ein Ende gesetzt. Wurden vorerst noch Temperaturen von bis zu 32 Grad gemessen, stürmte es später am Tag stellenweise heftig.

Die kräftigsten Gewitterzellen entluden sich am Jurasüdfuss und am Bodensee, wie der Wetterdienst MeteoSchweiz auf seinem Blog schreibt. Im Oberaargau fielen stellenweise knapp 90 Liter Niederschlag pro Quadratmeter. In Wynau im Kanton Bern wurden in nur 20 Minuten 31 Liter gemessen.

Auch Hagel wurde da und dort verzeichnet. Besonders viele Meldungen gingen aus Orten am Jurasüdfuss ein, wie ein Meteorologe von MeteoSchweiz gegenüber der Nachrichtenagentur sda sagte. Besonders stürmisch wurde es südlich von Interlaken BE, wo Böen von 105 Kilometern pro Stunde erreicht wurden. (sda)

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Yanik Freudiger, 23.2.2017
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